Warum wird der Teller in der Mikrowelle heiß, aber das Essen bleibt kalt?

Der Teller aus der Mikrowelle ist heiß, doch das Essen darauf bestenfalls lauwarm. Viele kennen dieses Problem, aber was kann man dagegen tun?
Warum wird der Teller in der Mikrowelle heiß, aber das Essen bleibt kalt?
Shutterstock / Barmaleeva

In einer Mikrowelle erhitzt man traditionellerweise kalte Speisen. Theoretisch kann man mit den Geräten aber auch kochen oder Dinge auftauen, weshalb sie in vielen Situationen enorm praktisch sein können. Allerdings dürften die meisten folgendes Problem kennen: Man nimmt einen Teller aus dem Gerät und verbrennt sich fast die Finger, weil er so heiß ist. Die Speisen darauf sind aber erst lauwarm.

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Das liegt an der grundlegenden Funktionsweise einer Mikrowelle. Die kleinen Maschinen senden elektromagnetische Wellen, die die Wassermoleküle zum Schwingen bringen. Dadurch entsteht Reibung und diese verursacht bekanntermaßen Wärme. Deshalb hilft es im Übrigen auch, beim Aufwärmen auf trockene Speisen einen Schuss Wasser zu geben. Das erklärt auch, was das Ganze mit heißen Tellern zu tun hat.

So funktionieren Mikrowellen

Aufgrund der Funktionsweise erhitzen Mikrowellen die Lebensmittel nicht von außen nach innen, wie man es von einem Backofen kennt. Stattdessen erzeugen die Schwingungen sogenannte dielektrische Erwärmung. Dass der Kern der Mahlzeit dabei kalt bleibt, hat physikalische Gründe:

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  • Geringe Eindringtiefe: Mikrowellen haben eine Frequenz von etwa 2,45 GHz und eine Wellenlänge von circa 12 Zentimetern. Sie dringen jedoch nur wenige Zentimeter (meist 2 bis 3 cm) in organische Stoffe wie Lebensmittel ein. Das Innere muss dann durch normale Wärmeleitung im Essen selbst warm werden.
  • Stehende Wellen: Im Garraum der Mikrowelle werden die elektromagnetischen Wellen von den Metallwänden reflektiert und überlagern sich. An manchen Stellen verstärken sie sich stark (Hot Spots), an anderen löschen sie sich fast völlig aus (Cold Spots).
  • Gefrorene Bestandteile: Ist das Essen noch teilweise oder ganz gefroren, fehlt freies Wasser. Die Wassermoleküle in Eiskristallen sind starr gebunden und lassen sich durch die Mikrowellen kaum in Schwingung versetzen. Bereits aufgetaute Randbereiche erhitzen sich währenddessen deutlich schneller.
Ein Teller mit Essen in einer Mikrowelle
iStock / solarisimages

Passendes Geschirr ist wichtig

Das alles erklärt vor allem, warum sich Essen teilweise deutlich langsamer in der Mikrowelle erhitzt als man mitunter annimmt. Warum aber das Geschirr so schnell heiß wird, liegt an seiner Machart. Speziell für die Geräte gemachte Geschirrteile haben vor allem eine Eigenschaft: Sie sind für die Strahlung vollkommen „transparent“, also durchlässig. Auf diese Weise können die Lebensmittel erhitzt werden, während das Geschirr kühl bleibt. Ist das nicht der Fall, dann gibt es folgende mögliche Ursachen:

  • Absorbierendes Tellermaterial: Viele Keramik- oder Steingutteller sind nicht komplett „transparent" für Mikrowellen. Das Material kann beispielsweise feine Risse oder Poren aufweisen, in denen sich Wasser vom Spülen gesammelt hat. Auch bestimmte Metallverzierungen (z. B. Goldränder) oder Farbpigmente in der Glasur absorbieren die Strahlung direkt.
  • Wärmeleitung durch das Essen: Die äußerste Schicht des Essens, die auch das Geschirr berührt, absorbiert die Mikrowellen direkt und wird oft kochend heiß. Diese Hitze wird über Wärmeleitung sofort an den Teller abgegeben.

Tipps für die perfekte Mikrowellennutzung

Um das Problem mit dem heißen Teller zu umgehen, kann man eigentlich nur eines tun: passendes Geschirr verwenden. Dieses besteht der Verbraucherzentrale zufolge fast immer aus Polypropylen, wobei jeweils verschiedene Einsatztemperaturen angegeben sind, an die man sich auch halten sollte. Darüber hinaus kann man natürlich Maßnahmen ergreifen, damit sich das Essen besser erhitzt.

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Effektiv ist beispielsweise die „Donut-Methode“. Dabei wird das Essen vor allem am Rand des Tellers verteilt, was die Durchdringung der Mikrowellen vereinfacht. Zudem hilft es, ab und zu das Gerät zu öffnen und das Essen umzurühren. Wer die Möglichkeit hat, die Hitze zu reduzieren und dafür längere Zeiten in Kauf zu nehmen, bekommt ebenfalls besser erwärmte Lebensmittel. Wasserdampf kann den Prozess zusätzlich unterstützen. Dafür muss man den Teller mit einer sogenannten Mikrowellenhaube abdecken und einen Schuss Wasser auf das Gericht geben. Durch den aufsteigenden Dampf beim Erhitzen wird die Wärme besser verteilt und das Essen zudem vor Austrocknung geschützt.

Und der vielleicht simpelste Trick: Nachdem das Gerät durch Piepsen angezeigt hat, dass es fertig ist, sollte man das Essen nicht sofort herausnehmen, sondern es für etwa zwei Minuten bei geschlossener Tür ruhen lassen. In dieser Zeit wirkt die Strahlung zwar nicht mehr, aber die entstandene Hitze gleicht sich im gesamten Gericht aus.