Wie eine geschlossene Schlafzimmertür im Ernstfall Leben retten kann

Tür auf oder Tür zu beim Schlafen? Das ist tatsächlich nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Im Ernstfall entscheidet eine geschlossene Schlafzimmertür über Leben und Tod.
Wie eine geschlossene Schlafzimmertür im Ernstfall Leben retten kann
iStock / Octavian Lazar

Im Schnitt schlafen etwa 60 Prozent der Menschen lieber bei offener als bei geschlossener Schlafzimmertür. Das ergab unter anderem eine viel zitierte Erhebung des Fire Safety Research Institute (FSRI) aus den USA. Dafür kann es ganz verschiedene bewusste und unbewusste Gründe geben. Einige versprechen sich dadurch eine bessere Belüftung im Zimmer, das subjektive Gefühl von Einengung kann ebenfalls eine Rolle spielen. Andere wollen Kinder oder Haustiere auf diese Weise im Notfall besser hören können.

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Es gibt aber auch ganz konkrete Notfälle, in denen eine geschlossene Schlafzimmertür einen essenziellen Vorteil bietet, der sogar überlebenswichtig sein kann. Der wichtigste Fall, bei dem das zur Anwendung kommt, ist der eines Brandes.

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Feuerwehr warnt vor geschlossenen Schlafzimmertüren

Das FSRI hat seine Datenerhebung im Zuge einer großen Aufklärungskampagne veröffentlicht. Diese lief unter dem Titel „Close your Door“ oder auch „Close before you doze“, was übersetzt zum einen „Schließe deine Tür“ und zum anderen „Schließen, bevor du einschläfst“ bedeutet.

Der Kampagne zufolge schützt eine geschlossene Schlafzimmertür bei einem Feuer gleich in mehrfacher Hinsicht. Durch die geschlossene Tür wird nämlich die Sauerstoffzirkulation verhindert, was dazu führt, dass sich das Feuer langsamer ausbreitet. Darüber hinaus bietet die Tür je nach Gegebenheiten vor Ort auch einfach einen gewissen physischen Schutz, der zumindest dafür sorgt, dass die Personen im Zimmer etwas länger sicher sind, als wenn die Tür offenstehen würde.

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Rauch stellt bei Brand eine oft unterschätzte Gefahr dar

Vielleicht am wichtigsten ist aber der oft unterschätzte Aspekt der Rauchentwicklung. Ein großer Teil der Todesopfer im Zusammenhang mit einem Brand stirbt nämlich nicht durch die Flammen, sondern durch den Rauch, genauer gesagt durch eine Kohlenmonoxidvergiftung. Je nach Art der Einrichtung werden beim Brand eines Wohnhauses zudem auch zahlreiche andere Stoffe freigesetzt wie beispielsweise Schwefeloxide oder Chlorwasserstoff. Beides kann eine ätzende Wirkung entfalten.

Darüber hinaus ist auch der entstehende Ruß ungesund. Die Partikel können sich in der Lunge festsetzen. Insbesondere Ruß aus Verbrennungen wird mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs in Verbindung gebracht. Eine geschlossene Schlafzimmertür bietet auch gegen diese Gefahrenquellen einen gewissen Schutz, wenn auch natürlich keinen absoluten.

Und noch ein wichtiger Punkt gilt in dieser Hinsicht: Sollte es nachts zu einem Feuer kommen, verhindert eine geschlossene Tür, dass man im Schlaf dem schädlichen Dampf ausgesetzt ist, ohne etwas zu bemerken.

Durch offene Schlafzimmertür kriecht Rauch und es ist rötliches Licht zu sehen
iStock / RyanJLane

Experten empfehlen, Schlafzimmertüren nachts geschlossen zu halten

Auf der anderen Seite bemerkt man einen Brand dadurch eventuell erst später, sodass sich das Feuer weiter ausbreiten kann, ohne dass Hilfe gerufen wird. Typische Indikatoren wie Rauchgeruch oder Rauchmeldergeräusche werden durch das Material der Tür gedämpft beziehungsweise reduziert. Zudem kann dadurch unter Umständen auch eine schnelle Flucht eingeschränkt werden.

Dennoch überwiegen laut Expertinnen und Experten die Vorteile, sodass die grundsätzliche Empfehlung lautet, die Schlafzimmertür nachts geschlossen zu halten. Gleiches gilt auch für die Türen von Kinderzimmern. Eine wichtige Ausnahme stellen in diesem Fall jedoch Kleinkinder dar.

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Was sollte man im Falle eines Brandes zu Hause tun?

Sollte es im eigenen Zuhause zu einem Feuer kommen, ist eine schnelle Reaktion gefragt. Ist das Feuer noch klein, kann es unter Umständen gelöscht werden, indem man die Flammen komplett abdeckt und ihnen den Sauerstoff entzieht. Wasser hilft ebenfalls bei der Brandbekämpfung, wobei Fettbrände hier als große und wichtige Ausnahme zu nennen sind. Hilfreiche Maßnahmen sind (sofern möglich):

  • brennende Gegenstände von anderem brennbarem Material entfernen und sie gegebenenfalls ins Freie befördern, wenn das verhindert, dass das Gebäude Feuer fängt.
  • Luftzufuhr bestmöglich einschränken, indem man Fenster und Türen schließt.
  • Beim Verlassen des Gebäudes ebenfalls die Türen zumachen, aber nicht abschließen, da das den Rettungskräften später die Arbeit erschwert.
  • Keine Aufzüge, sondern die Treppe nutzen.
  • Ein nasses Tuch vor Mund und Nase kann vor giftigem Rauch schützen.

Wichtiger Hinweis: Man sollte nur bei einem kleinen Feuer versuchen, die Flammen selbst in den Griff zu bekommen. Ansonsten gilt, sich möglichst schnell in Sicherheit zu bringen und Hilfe über die 112 zu rufen.