Wer Zimmerpflanzen hat, wird vermutlich früher oder später mit sogenannten Trauermücken in Berührung kommen. Die kleinen fliegenden Insekten werden nur wenige Millimeter groß und stechen im Gegensatz zu ihren größeren Namensvettern auch nicht. Nervig sind sie dennoch, zumal man sie unter Umständen nur schwer wieder los wird.
Darüber hinaus sind die kleinen Fliegen schädlich für Pflanzen, weil sich die Larven von jungen Wurzeln ernähren. Vor allem junge Pflanzen können deshalb auch eingehen, wenn man nichts gegen die Trauermücken unternimmt. Es gibt jedoch einige schonende Mittel, mit denen man die Plagegeister wieder los wird.
Was genau sind Trauermücken eigentlich?
Trauermücken, deren wissenschaftlicher Name Sciaridae lautet, gehören zur sogenannten Ordnung der Zweiflügler (Diptera) und zur Unterordnung der Mücken (Nematocera). Ihr Name stammt von ihrer Verwandtschaft, wobei sich der Vorsatz „Trauer“ auf die schwarze Farbe bezieht. „Sciaridae“ leitet sich dabei vom Griechischen „skiarós“ ab, was beschattet, schattig oder auch dunkel bedeutet.
Ausgewachsen werden die Insekten ein bis sieben Millimeter groß, aber auch die grauweißen, unbehaarten Larven können diese Länge teilweise erreichen. Man erkennt Trauermücken auf den ersten Blick an ihrer leicht taumelnden Art zu fliegen. Wenn sie dieses Stadium erreicht haben, leben die Tiere noch etwa eine Woche und sind in erster Linie nur noch nervig für die Besitzerinnen und Besitzer der Pflanze. Gefährlich sind allerdings die Larven, die sich von organischer Substanz ernähren.

Insektenlarven können Wurzeln von Pflanzen schaden
„In der Natur sind die Larven von Trauermücken ein wichtiger Teil des Nahrungsnetzes, da sie als Nahrung für viele Arten dienen. Außerdem sind sie am Abbau organischer Materialien beteiligt“, wie das Umweltbundesamt erklärt. In einer Wohnung erfüllen sie allerdings keine wichtige Funktion, sondern schaden lediglich den Pflanzen, indem die Larven an den Wurzelballen nagen.
Die Larven der Trauermücke stecken oft in der Erde von neu gekauften Pflanzen und gelangen so ins Innere einer Wohnung oder eines Hauses. Auch beim Umtopfen in neue Erde kann man sich die kleinen Insekten einschleppen, wobei die Weibchen Erde mit hohem Kompostanteil bevorzugen. Idealen Nährboden für die Entwicklung bildet dann Feuchtigkeit, etwa durch Staunässe in den Pflanzentöpfen.
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Mit diesen Mitteln wird man Trauermücken los
Ein bewährtes Mittel gegen Trauermücken ist eine Gelbfalle, die es in jedem Gartenfachmarkt, in Drogerien oder natürlich auch im Internet zu kaufen gibt. Die gelben Klebefallen müssen in die befallenen Töpfe gesteckt werden, wobei schon nach wenigen Stunden ein Effekt zu beobachten ist. Wichtig: Auch wenn die Falle bereits voll ist, sollte sie nicht zu früh entfernt werden, da immer wieder neue Larven schlüpfen. Stattdessen sollte man die Falle für zwei oder sogar drei Monate im Topf lassen und unter Umständen einmal auswechseln.
Allerdings sollte man bei dieser Methode bedenken, dass man nur die ausgewachsenen Trauermücken erwischt. Passiert das rechtzeitig, werden sie davon abgehalten, neue Eier zu legen. Allerdings dauert es entsprechend eine Weile, bis der Topf trauermückenfrei ist.
Immer häufiger werden zur Bekämpfung schädlicher Insekten einfach nützliche Insekten eingesetzt, wie es beispielsweise vermehrt auch beim Eichenprozessionsspinner gemacht wird. Als effizientes Mittel gegen Trauermücken gelten Nematoden der Art „Steinernema feltiae“. Die Fadenwürmer sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und töten ebenfalls die Larven, schaden aber weder Pflanzen noch Menschen.
Diese Art der Insektenvernichtung wird auch als biologische Bekämpfung bezeichnet und gilt aktuell als die effektivste und beste Methode, um die kleinen Fliegen wieder loszuwerden. Die auch als „SF-Nematoden“ bezeichneten Insekten kann man inzwischen ebenfalls recht unkompliziert erwerben. Das weiße Pulver muss dann vor der Anwendung in lauwarmem Wasser angerührt werden.

Generelle Tipps gegen Trauermücken
Neben der bloßen Beseitigung der Insekten kann man auch Schutzmaßnahmen ergreifen, um der Verbreitung entgegenzuwirken. Diese beziehen sich vor allem auf das Gießen und die Erde an sich:
- neue Pflanzen gründlich prüfen
- Staunässe vermeiden
- Kieselschicht in Pflanzentopf
- neue Erde vor dem Einpflanzen sterilisieren (bei 200 Grad für 20 Minuten in den Backofen)
- direkt Gelbfallen aufstellen, um frühzeitig auf eventuellen Befall aufmerksam zu werden
Wichtiger Hinweis: Beim Sterilisieren der Erde im Ofen sollte man sich auf einen unangenehmen Geruch einstellen. Zudem werden dabei auch einige nützliche Mikroorganismen abgetötet.
Welche (Haus-)mittel nicht gegen die Insekten helfen
Im Netz stößt man im Zusammenhang mit Trauermücken auf jede Menge Hausmitteltipps, die bei der Vertreibung helfen sollen. So liest man immer wieder, dass Backpulver die Larven abtötet. Allerdings funktioniert das nicht zuverlässig und ändert zudem nichts an dem Lebensraum der Insekten, wie unter anderem der Pflanzenerde-Anbieter „Couple of Plants“ erklärt. Auch die Wirkung von Zimt wird in diesem Zusammenhang eher angezweifelt.
Alternativ soll man auch auf Streichhölzer setzen können, die man mit dem Kopf voran in die Erde steckt. Das ist inzwischen ein wenig veraltet, da moderne Streichhölzer oft nur noch geringe Mengen an Schwefel und Kaliumchlorat enthalten. Der Trick kann in begrenztem Maße immer noch wirksam sein, allerdings braucht es dafür weit mehr als die empfohlenen ein bis zwei Streichhölzer.
Zudem raten Expertinnen und Experten ausdrücklich vor dem Einsatz von Pestiziden und Fliegenklatschen ab. Pestizide können auch nützliche Insekten abtöten und sollten ohnehin am besten nicht in Innenräumen zur Anwendung kommen. Bei Fliegenklatschen gilt dasselbe wie auch schon bei den Gelbfallen: Es trifft nur die ausgewachsenen Tiere und nicht die Larven. Damit das Ganze Wirkung hat, müsste man also konstant alle Insekten über einen Zeitraum von mehreren Wochen konsequent erwischen – eine nicht besonders wirkungsvolle Methode.

