2:35 Stunden für einen normalen Waschgang, 1:48 Stunden mit der Funktion „Extra spülen“, 40 Minuten für einen Schnellwaschgang, 15 Minuten für eine extra schnelle Runde. Wer eine moderne Waschmaschine mit Anzeigefunktion hat, dem wird bei jedem Waschgang eine herunterzählende Wartezeit angezeigt.
Wenn man sich genau nach der angezeigten Wartedauer richtet, kann es allerdings vorkommen, dass man noch ganz schön lange warten muss. Dabei zeigt die Waschmaschine auffällig lange an, dass sie nur noch eine Minute braucht. Dieses Phänomen ist deshalb auch als „letzte Minute“ einer Waschmaschine bekannt.
Dabei handelt es sich nicht etwa um einen technischen Fehler. Stattdessen steckt die grundlegende Funktionsweise der Anzeige dahinter. Denn die zeigt nicht die exakte Dauer an, sondern nur die erwartete Durchlaufzeit. Was bedeutet das im Detail?
Warum der Waschgang fast immer länger braucht
Für die ersten Prozessschritte geht die im Vorfeld für ein Programm festgelegte Zeit noch recht gut auf. Gerade beim finalen Schleudergang kann allerdings noch einiges passieren, auf das die Anzeige dann nicht mehr reagieren kann, zumal eine genaue Berechnung der Verschiebung im Live-Betrieb kaum möglich wäre. Diese Faktoren können darauf Einfluss nehmen:
- Unwucht der Maschine
- Verschmutzung der Wäsche
- Waschmittel
- Verstopftes Flusensieb
- Zustand des Heizstabes und des Wassers
- Menge der Wäsche
Waschmaschine reagiert sensibel auf mehrere Faktoren
Entsteht etwa beim Schleudern ein Wäscheknäuel, kommt es zu einer sogenannten Unwucht in der Waschmaschine. Das bedeutet, dass die Waschtrommel aufgrund von Wäsche, die sich an einer Seite der Trommel festsetzt, nicht mehr gleichgewichtig in der Maschine liegt. Gerade beim Schleudern hat das zur Folge, dass das Gerät dann wackelt und hüpft. Die Waschmaschine wiederum versucht, auf dieses Ungleichgewicht zu reagieren und es auszugleichen. Das nimmt dann zusätzliche Zeit in Anspruch, was den Waschgang verlängert.
Auch der Verschmutzungsgrad der Wäsche kann eine Rolle spielen. Die Maschine ist mit Sensoren ausgestattet, die messen können, wie voll die Trommel und wie schmutzig das Wasser ist. Und auch die Menge sowie die Art des verwendeten Waschmittels können sich auf die Dauer eines Waschgangs und damit auch der „letzten Minute“ auswirken. Denn mehr Schaum bedeutet längeres Warten, weil das Gerät abwartet, bis dieser in sich zusammengefallen ist oder sogar einen weiteren Spülgang startet, um ihn loszuwerden.
Wenn das Flusensieb oder auch die Pumpe verstopft sind, dauert das finale Abpumpen des Wassers in der „letzten Minute“ zudem deutlich länger. Auch Kalk am Heizstab oder sehr kaltes Leitungswasser können die Restlaufzeit durcheinanderbringen, da das Aufheizen länger dauert als von der Software berechnet.

Wie lange dauert die „letzte Minute“ bei der Waschmaschine wirklich?
Wie lange eine Maschine am Ende tatsächlich wäscht, hängt vor allem davon ab, wie voll sie beladen ist. Dabei ist die Herstellerangabe entscheidend. Eine Maschine, die auf 5 kg ausgelegt ist, richtet sich auch in ihrer angegebenen Waschzeit danach.
Ist die Trommel voller, dauert es entsprechend länger. Bei weniger Befüllung kann es sogar schneller gehen als von der Anzeige angegeben. In der Regel handelt es sich allerdings nur um eine Verschiebung von wenigen Minuten in die eine oder in die andere Richtung. Grundsätzlich spricht man deshalb davon, dass die berühmte „letzte Minute“ der Waschmaschine tatsächlich zwischen zwei und sechs Minuten andauert.
Tipps, um die „letzte Minute“ zu verkürzen
Je nach Ursache der verlängerten Zeit kann man diese verkürzen, sodass am Ende tatsächlich ungefähr so lange gewaschen wird, wie angegeben. Wer die Zeit nicht unnötig verlängern möchte, sollte auf Folgendes achten:
- Maschine korrekt befüllen und dabei nicht zu viel Wäsche hineingeben (das verbessert auch die Sauberkeit und verhindert stinkende Wäsche)
- vorgegebene Menge an Waschmittel verwenden und nicht zu viel benutzen
- Flusensieb regelmäßig reinigen, um Verstopfungen zu vermeiden (verlängert zudem die generelle Lebenszeit der Waschmaschine)
- Zusatzfunktionen mit Bedacht einsetzen
Zudem empfiehlt es sich grundsätzlich, parallel zum Waschgang nicht den Geschirrspüler oder die Dusche laufen zu lassen. Das kann nämlich den Wasserdruck in der Waschmaschine reduzieren und damit auch die Waschdauer an einigen Stellen erhöhen, wenn auch nicht die „letzte Minute“ im speziellen, da dabei nur noch Wasser abgepumpt wird.

