Am 18. Oktober 1974 verschwand die damals 17-jährige Melissa Anne Smith, Tochter des Polizeichefs in Midvale (Utah). Neun Tage später, am 27. Oktober, wurde die nackte Leiche der Teenagerin in einer Schlucht gefunden. Auf den Tag genau 52 Jahre später verkündeten die Behörden nun die Aufklärung des Falls.
Lange wurde vermutet, dass Ted Bundy hinter dem Mord steckt. Der Serienmörder zählt zu den bekanntesten der Geschichte, die genaue Zahl seiner Opfer ist bis heute nicht bekannt. Offiziell gestand er 30 Morde, bevor er 1989 hingerichtet wurde. Angelastet werden ihm allerdings bis zu 60 Taten.
Zumindest einer der Fälle zwischen diesen beiden Zahlen konnte nun mittels DNA-Spuren aufgeklärt werden. Damit steht nun fest, dass tatsächlich Bundy die 17-jährige Melissa damals getötet hat. Wie gelang in diesem Fall der Durchbruch?
Ein früherer Cold Case lieferte entscheidenden Hinweis
Die Aufklärung bei diesem Mord hängt eng mit einem weiteren Fall zusammen, der im April dieses Jahres, ebenfalls nach Jahrzehnten, gelöst werden konnte. Kurz nach Melissa Anne Smith, am 31. Oktober 1974, verschwand damals nämlich auch die ebenfalls 17-jährige Laura Ann Aime. Ihre Leiche fand man am 27. November in einem Gebirge in der Nähe von Salt Lake City.
Nachdem Bundys Täterschaft in diesem Fall aufgrund einiger Übereinstimmungen mit seiner Vorgehensweise nur vermutet werden konnte, gelang es einem Ermittlungsteam Anfang des Jahres, DNA-Spuren im Fall Laura mit Bundys DNA abzugleichen. Die Übereinstimmung überführte den Serienmörder mehr als 50 Jahre nach der eigentlichen Tat.
Aufgrund dieses Erfolgs wurden weitere DNA-Spuren, die in Lauras Fall sichergestellt wurden, mit den DNA-Merkmalen verglichen, die man an Melissas Leiche gefunden hatte. Auch dabei gab es nun einen Treffer. In Kombination mit dem Tatmuster und unter Berücksichtigung aller bekannten Informationen konnten die Behörden den Mord an Melissa Anne Smith nun eindeutig Ted Bundy zuordnen.

Aufklärung im Fall Melissa könnte weitere Cold Cases lösen
Smiths Eltern sind inzwischen verstorben, aber die verbleibende Familie des Opfers wurde bereits vor Veröffentlichung der Ergebnisse über die Aufklärung des Falls informiert. Bei einer Pressekonferenz in Park City erklärte Sheriff Rosie Rivera: „Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, Beweisstücke auch nach Jahrzehnten aufzuheben.“ Bei der forensischen Kriminaltechnik würden ständig neue Fortschritte erzielt.
Deshalb lohne es sich, sich solche Fälle, wie den der 17-jährigen Melissa, immer wieder anzuschauen und mit jedem gelösten Cold Case komme man dem Ziel ein Stück näher. Vielleicht gelingt das mittels der verbesserten Technologie auch beim Fall von Nancy Wilcox. Die 16-Jährige verschwand am 2. Oktober 1974 und Bundy gestand in Verhören, dass er sie getötet hat. Allerdings wurde ihre Leiche nie gefunden, weshalb der Fall bis heute nicht als abgeschlossen gilt.
Die Aufklärung im Fall von Melissa Anne Smith „schließt das Kapitel Ted Bundy nicht ab“, wird der zuständige Detective Ben Pender vom Sheriffbüro des Salt Lake County von „CTV News“ zitiert. „Die Informationen deuten zwar auf Ted Bundy hin, aber wir sind uns im Fall Nancy Wilcox noch nicht sicher. Wir werden die Ermittlungen fortsetzen.“

