In diesem Jahr häuften sich die Berichte über manipulierte Halloween-Süßigkeiten, die Schrauben, Nägel, Draht und Ähnliches enthielten. Die Polizei warnte in mehreren Bundesländern und auch in Österreich kam es zu Meldungen. Allein in Bayern soll es aktuellen Informationen des Bayerischen Rundfunks zufolge zu 28 Fällen gekommen sein.
Die Warnungen der Polizei wurden innerhalb kürzester Zeit von zahlreichen Medien verbreitet, wobei vor allem darum gebeten wurde, die Halloween-Süßigkeiten vor dem Verzehr gründlich zu überprüfen. Auf Basis dieser Warnungen wurden weitere Funde gemacht. So berichtete ein Vater gegenüber dem WDR, dass er und sein Sohn aufgrund der Aufrufe das Naschzeug mit Magneten untersucht hätten und dabei tatsächlich fündig geworden seien.
Das Verbreiten solcher Warnungen kann also wichtig sein – aber ist es vielleicht auch ein Teil der Ursache? Das vermutet die Polizei inzwischen zumindest in einigen Fällen. So könnte ein fragwürdiger Social-Media-Trend, der bisher vor allem in den USA verbreitet war, inzwischen auch hierzulande Anwendung finden.
Haben Trittbrettfahrer Halloween-Süßigeiten manipuliert?
Wie inzwischen unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, befürchtet die Polizei zumindest in einigen Fällen das Trittbrettfahrerproblem. In einigen Fällen hat sich bereits herausgestellt, dass Kinder die Halloween-Süßigkeiten selbst manipuliert haben, nachdem sie entsprechende Beiträge gesehen haben.
So stellte sich unter anderem bei einer Nähnadel in einem Schokoriegel in Eibelstadt heraus, dass der Junge, der die Nadel gefunden hatte, den Riegel selbst präpariert hatte. Über den Jungen heißt es nur, dass er strafunmündig und entsprechend unter 14 Jahre alt ist. Inzwischen wurde über einige ähnliche Fälle berichtet.
Nach wie vor gehen die Behörden allerdings auch davon aus, dass in einigen Fällen die Süßigkeiten von Fremden manipuliert wurden. Etwa in Essen vermutet die Polizei in diesem Zusammenhang, dass die Süßigkeiten vor allem über vorbereitete Körbe, die unbeaufsichtigt vor Häusern standen, verteilt wurden. Die manipulierten Snacks wurden also nicht persönlich an die Kinder ausgegeben.
In den USA kursieren schon länger Videos über manipulierte Süßigkeiten
Bislang fehlt dazu eine offizielle Bestätigung und es gibt wohl auch keine expliziten Aufrufe im Netz, die zu solchen Taten anstacheln. Was man allerdings finden kann, sind entsprechende Warnungen vor Fremdkörpern in Halloween-Süßigkeiten. Teilweise ist inzwischen sogar von „Halloween Sadism“ die Rede. Denkbar ist, dass dadurch Kinder und Jugendliche angestachelt wurden, ihr gesammeltes Naschzeug zu präparieren. Aber auch echte Täterinnen und Täter könnten so erst auf die Idee gebracht worden sein.
Der österreichische ORF berichtet sogar explizit von einer TikTok-Challenge, deren Ziel es gewesen sei, die Polizei in die Irre zu führen. In Österreich wurde für die Ermittlungen die Sondergruppe „Treat“ ins Leben gerufen, in der das Bundeskriminalamt gemeinsam mit den Landeskriminalämtern ermittelt. Und auch in Deutschland betonen die Behörden, jeden Fall einzeln zu betrachten und zu ermitteln.
Polizei stellt klar: Kein Spaß, sondern eine Straftat
Dabei machen die Ermittlungsbehörden ganz deutlich, dass es sich beim Manipulieren von Halloween-Süßigkeiten nicht um einen Spaß handelt, den man auf die leichte Schulter nehmen sollte. „Das ist eine Straftat, wir reden hier von versuchter gefährlicher Körperverletzung. Dementsprechend tun die ermittelnden Polizeidienststellen alles Mögliche, um die Verantwortlichen zu ermitteln“, erklärt Maximilian Basser vom Polizeipräsidium Unterfranken.
Und auch die Polizei in Österreich betont, dass Personen, die Süßigkeiten auf diese Weise manipulieren – egal, ob nun als Scherz oder um ernsthaft jemanden zu verletzen –, mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssten.

