Im Oktober gab es mehrfach Hackerangriffe auf Supermärkte in mehreren europäischen Ländern. Betroffen waren bisher unter anderem Märkte in Belgien, Estland, Frankreich, Luxemburg und Schweden. Nun gab es auch in Deutschland entsprechende Attacken, wie Medien übereinstimmend berichten.
So meldete ein Edeka-Markt in Reisbach im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau einen entsprechenden Eingriff. In Wuppertal hat es wiederum einen CAP-Markt getroffen. In beiden Fällen wurde das Kühlsystem der Supermärkte gestört, sodass zahlreiche Lebensmittel vernichtet werden mussten.
Gezielte Sabotage der Kühlsysteme durch Hackerangriffe
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Hackerangriffen auf Supermärkte ein. Dabei werden die Kühlsysteme der Läden aus der Ferne so manipuliert, dass sie entweder ausfallen oder sogar aktiv hochheizen. Berichten zufolge wurde bei den Fällen hierzulande dafür das Abtausystem der Kühlanlagen gestartet.
Teilweise wurden die Temperaturen so auf bis zu 50 Grad erhöht; viele Lebensmittel sind dabei verdorben. Den betroffenen Einrichtungen bleibt oft nur noch, die Waren dann zu entsorgen. „Foodsharing hat kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war“, erklärte der betroffene Edeka-Markt in Niederbayern auf Anfrage. „Doch ein Großteil der Ware musste leider entsorgt werden. Das macht uns einfach nur wütend.“
EU beobachtet Cyberangriff-Serie mit Sorge
Bei einer größeren Angriffswelle in Frankreich Anfang Oktober auf mehr als hundert Märkte sind auf diese Weise Schäden in Millionenhöhe entstanden. Teilweise soll es auch zu Bränden gekommen sein. In Deutschland wurde der bislang entstandene Schaden noch nicht genauer beziffert.
Die Hintergründe der Taten sind noch unklar; das gilt sowohl für die Identität der Hackerinnen und Hacker als auch für die Motive. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen äußerte sich am gestrigen Montag zu den Fällen und sprach von einem „bewussten Versuch, unsere Lebensmittelkette zu unterbrechen und das Vertrauen der Verbraucher in sie zu untergraben“.

