Wegen Spritmangel: Schweiz diskutiert über Tempolimit 80

Um den Spritmangel abzufedern, möchte die Schweiz ihre Bürger zum Sparen von Kraftstoff animieren. In diesem Zusammenhang steht auch ein Tempolimit bei 80 km/h zur Debatte.
Wegen Spritmangel: Schweiz diskutiert über Tempolimit 80
picture alliance

Die weltweite Lage auf dem Kraftstoffmarkt ist aufgrund mehrerer Faktoren angespannt. Ein wesentlicher Grund ist der anhaltende Krieg im Nahen Osten. Aber auch Niedrigwasser, das den Transport noch weiter erschwert, und die geringere Diesel-Produktion in Russland aufgrund des Ukraine-Kriegs führen zu einem knappen Angebot und steigenden Preisen.

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Das bekommen Länder überall auf der Welt zu spüren und die Schweiz ist keine Ausnahme. Inzwischen wird in Deutschlands Nachbarstaat sogar vor einem potenziellen Kraftstoffmangel gewarnt. Dieser wäre für viele Sektoren ein enormes Problem. Die Schweiz bereitet deshalb Notfallpläne für den Ernstfall vor. Und einer dieser Pläne beinhaltet auch ein Tempolimit bei 80 Stundenkilometern.

Was ein geringeres Tempolimit bringen würde

Der Sinn einer solch extremen Maßnahme wäre das Sparen von Sprit. Denn je langsamer ein Fahrzeug fährt, desto weniger Sprit verbraucht es beim Fahren. Das ist im Übrigen auch einer der Hauptkritikpunkte vieler Wirtschaftsexpertinnen und -experten am deutschen Tankrabatt. Dieser entlaste die Autofahrerinnen und Autofahrer zwar kurzfristig, ändere aber nichts an der knappen Ressourcenlage, die eigentlich eher dazu anhalten sollte, zu sparen – vor allem angesichts einer ohnehin angespannten Haushaltslage.

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In der Schweiz gilt bereits ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern. Eine temporäre Senkung auf 80 km/h könnte viel Sprit und entsprechend auch Geld einsparen. Viel viel genau ist allerdings nicht ganz klar. Nicht bekannt ist außerdem, welche Strecken und Fahrzeuge betroffen wären und wie lange eine entsprechende Verordnung gelten könnte.

In der Schweiz wurde ein solches Instrument übrigens bereits während der Ölkrise 1973 angewendet.Damals ordnete der Bundesrat eine Reduzierung auf 100 Stundenkilometer an. Die Maßnahme wurde im März 1974 wieder aufgehoben. Auch in der Bundesrepublik gab es damals Maßnahmen wie ein Tempolimit und zudem vier autofreie Sonntage.

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Wie wahrscheinlich ist ein Tempolimit 80 in der Schweiz?

Parallel zu dieser aktuell nur zur Diskussion stehenden Option hat der Bund sowohl Diesel als auch Flugpetrol (Kerosin) aus den staatlich vorgeschriebenen Pflichtlagern freigegeben. Bei dem Tempolimit handelt es sich nur um eine von mehreren Maßnahmen, die zudem nur in einer noch ernsteren Lage greifen würde. Grundsätzlich ist von einer verwaltungsinternen Ämterkonsultation durch das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) die Rede.

Zum jetzigen Zeitpunkt gilt die grundlegende Versorgung in der Schweiz allerdings als gesichert; Gleiches gilt auch für Deutschland. Allerdings könnte einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) vom 14. Oktober zufolge die Versorgungslage „bis weit ins Jahr 2027 hinein“ angespannt bleiben.