Kurze Zeit gab es die Modelle E5 Sportback und E7X des chinesischen E-Auto-Herstellers AUDI auch für den deutschen Markt. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte diesbezüglich Gerrit Braun. Der Chef des Miniatur-Wunderlands in Hamburg fährt einen solchen E5 Sportback, den er stolz im „Hamburger Abendblatt“ zeigte.
„Ich interessiere mich schon mein Leben lang für Autos und habe irgendwann den Umstieg auf Elektroautos gewagt. Dann habe ich immer nach China geschaut, dass die dort schneller laden, weiter fahren und ich wollte immer ein chinesisches Auto haben.“ Als Deutscher, immerhin aus dem traditionellen Auto-Land schlechthin, sei ihm der Schritt aber schwergefallen – bis zum AUDI E5 Sportback.
Immerhin ist an dem Modell der deutsche Hersteller Audi beteiligt, dann könnte man das doch mal ausprobieren, schildert Braun seine Überlegungen. Und es stimmt, der bekannte deutsche Autohersteller aus Ingolstadt war massiv an dem Fahrzeug beteiligt. Jetzt sorgt er allerdings dafür, dass die Autos wieder vom deutschen Markt verschwinden.
AUDI ohne Ringe: Wer steckt hinter der Marke?
China hat bekannterweise den umsatzstärksten E-Auto-Markt der Welt. Nirgendwo werde mehr Elektrofahrzeuge hergestellt und verkauft. Auch deutsche Autohersteller sind längst Teil dieses Marktes, teilweise mit deutlich angepasster Strategie. Das ist auch bei Audi der Fall.
Die Ingolstädter Firma verkauft in dem asiatischen Land zwar auch ihre gängigen Fahrzeuge. Speziell für den chinesischen Markt hat man aber mit dem staatlichen chinesischen Automobilkonzern SAIC eigene Modelle entwickelt, die unter dem Namen AUDI starten – also dem Herstellernamen in Versalien und ohne das bekannte Logo mit den vier ineinandergreifenden Ringen. Damit will man sich sowohl den bekannten Namen zunutze machen als auch dem Ganzen einen eigenen, etwas moderneren Anstrich verleihen.
E5 Sportback und E7X
Die dafür entwickelten Fahrzeuge sind speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten. Dabei handelt es sich bei dem E5 Sportback um einen flachen Kombi mit einer Leistung von bis zu 787 PS. Die Batterie bietet zwischen 76 und 100 Kilowattstunden, womit das E-Auto bis zu 773 Kilometer weit fahren kann. Der E7X ist hingegen der SUV der Modellreihe, der – je nach Ausstattung – eine bis zu 109-Kilowattstunden-Batterie bietet und auf eine Reichweite von gut 700 Kilometern kommt.
Vor allem bei der Bedienung und der technischen Ausstattung merkt man Berichten zufolge die Ausrichtung auf den chinesischen Markt. Dazu kommt, dass die Fahrzeuge einer Audi-Sprecherin zufolge auch gar keine EU-Typzulassung besäßen, wie die „Automobilwoche“ schreibt. Aber wie sind die Autos dann überhaupt auf dem hiesigen Markt gelandet?

E-Autos für chinesischen Markt hierzulande nicht mehr erhältlich
Offenbar war für den Import das Unternehmen „Auto China“ verantwortlich, wie „Auto Bild“ erklärt. Der Konzern importiert die Modelle zahlreicher großer Marken, darunter auch Xiaomi und Huawei und ist entsprechend für den Vertrieb in Deutschland zuständig. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Fahrzeuge auf dem chinesischen Markt kauft und hierzulande wieder verkauft.
Für kurze Zeit war das auch bei dem E5 Sportback und E7X der Fall. Nachdem Audi nun allerdings rechtliche Schritte eingeleitet hat, wurden die beiden Modelle wieder von der Website von „Auto China“ entfernt. Zuvor wurden aber offensichtlich bereits einige Autos verkauft, die inzwischen auf deutschen Straßen unterwegs sind.
Warum Audi die E-Autos hierzulande nicht möchte
Das könnte für die Käuferinnen und Käufer vor allem mittelfristig zu Problemen führen. „Die Audi AG und autorisierte Audi-Händler außerhalb Chinas können keine Wartungsarbeiten übernehmen, da AUDI-Modelle in Ländern außerhalb Chinas als Fremdfabrikate gelten“, erklärt die Unternehmenssprecherin. Wer also Service und Ersatzteile benötigt, muss dafür unter Umständen einige Umwege in Kauf nehmen.
Dazu kommt auch die Ladeinfrastruktur. In China ist der GB/T-Standard für Wechsel- und Gleichstrom üblich, in Europa hingegen Typ 2 und CCS2. Nutzerinnen und Nutzer sind entsprechend auf einen Adapter angewiesen. Darüber hinaus hat Audi bereits schlechte Erfahrungen mit Parallelimporten gemacht und möchte wahrscheinlich ein Rechtechaos hierzulande verhindern.

