Der Technische Überwachungsverein, kurz TÜV, ist eine unabhängige technische Prüforganisation, die vor allem für die sogenannte Hauptuntersuchung (HU) von Fahrzeugen bekannt ist. Wer ein Fahrzeug hat, muss dieses in regelmäßigen Abständen prüfen lassen. Werden dabei alle Voraussetzungen erfüllt, wird eine entsprechende Plakette vergeben, weshalb umgangssprachlich auch von einer TÜV-Plakette die Rede ist, obwohl es korrekterweise HU-Plakette heißen müsste.
Diese ist bunt, kreisrund und wird anschließend auf dem hinteren Nummernschild angebracht, damit andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer und auch die Polizei auf einen Blick sehen können, dass es sich um ein fahrtaugliches Gefährt handelt und auch, wann die nächste HU ansteht. Dabei sind sowohl die Ziffern auf der Plakette als auch die Farbe wichtig.
So sieht eine HU-Plakette aus
TÜV-Plaketten gelten grundsätzlich für 24 Monate und sind folgendermaßen aufgebaut: In der Mitte steht eine zweistellige Zahl, darum herum sind die Ziffern 1 bis 12 ringförmig angeordnet. Am Rand befinden sich zudem an ein einer Stelle zwei schwarze Balken, die an einer Stelle aufeinandertreffen. Keine dieser Komponenten ist Zufall, gleiches gilt für die Farbe.
Eine TÜV-Plakette gibt es aktuell in insgesamt sechs Farben: Blau, Gelb, Braun, Rosa, Grün und Orange. Doch was bedeuten diese Komponenten nun?
TÜV-Plakette lesen: Zahlen und Balken einfach erklärt
Die Plaketten sollen in möglichst kurzer Zeit alle relevanten Informationen vermitteln, also ob das Auto zum aktuellen Zeitpunkt eine gültige TÜV-Prüfung hat und wann die nächste Hauptuntersuchung fällig ist. So muss man die Plakette entsprechend lesen:
- Farbe: Zeigt direkt auf den ersten Blick das Jahr der Fälligkeit.
- Zahl in der Mitte: Nennt das konkrete Jahr als zweistellige Zahl (also „26“ für 2026 usw.).
- Zahl ganz oben (12-Uhr-Position): Verweist auf den fälligen Monat.
- Schwarzer Balken: Ist immer bei den Monaten November, Dezember und Januar angebracht, wobei sich die Balken bei der 12 (also beim Dezember) treffen. Das hilft, um auch von Weitem zu erkennen, welcher Monat oben ist, auch wenn man die Zahl selbst nicht lesen kann.
Blau, Gelb oder Grün? Dafür stehen die Plaketten-Farben
Die Farben stehen also auch jeweils für eine bestimmte Jahreszahl und sollen dabei helfen, abgelaufene und gültige Plaketten auf einen Blick auseinanderhalten zu können. Dabei rotieren die Farben immer wieder durch, sodass alle sechs Jahre wieder von vorne angefangen wird. In diesem Rhythmus gilt folgende Reihenfolge:
- 2026: Blau
- 2027: Gelb
- 2028: Braun
- 2029: Rosa
- 2030: Grün
- 2031: Orange
Wer also eine blaue Plakette hat, muss noch 2026 zum TÜV (oder ist sechs Jahre zu spät dran, weil Blau zuletzt das Jahr 2020 repräsentiert hat). Steht dabei die Zahl 12 oben (so wie im folgenden Beispielbild), dann ist die Hauptuntersuchung im Dezember fällig.
Dabei ist eine Untersuchung beziehungsweise eine Plakette immer nur für exakt zwei Jahre gültig. Wer bereits vor Ablauf der zwei Jahre wieder zur HU geht, löst eine neue Gültigkeit ab diesem Monat aus. Um beim geschilderten Beispiel zu bleiben: Wenn man bereits im November 2026 zum TÜV gehen würde, obwohl man noch Zeit bis Dezember hätte, müsste man das nächste Mal spätestens im November 2028 zur Untersuchung.

Darum sind TÜV-Plaketten so wichtig
Grundsätzlich müssen alle Fahrzeuge jedes zweite Jahr zur Hauptuntersuchung, wobei seit 2010 auch die Abgasuntersuchung jedes Mal fällig ist. Ausnahmen gelten lediglich für Neuwagen (erst nach 36 Monaten) und Wohnmobile über 3,5 Tonnen (alle 12 Monate), wie der ADAC erklärt.
Bei einer HU wird dann untersucht, ob sich das Fahrzeug in einwandfreiem Zustand befindet und zudem alle Auflagen erfüllt. Die Untersuchung gilt also sowohl der Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer als auch aller Menschen darum herum. Die Plakette dient anschließend als Nachweis für eine bestandene Untersuchung.
Außer dem TÜV führt übrigens beispielsweise auch der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) die Untersuchung durch. Lange hatte der Technische Überwachungsverein aber das alleinige Monopol, weshalb sich umgangssprachlich die Redensart durchgesetzt hat, dass man „zum TÜV geht“, wenn man eigentlich die Hauptuntersuchung meint.

