„Gedächtnis wie ein Goldfisch“: Der grausame Grund hinter diesem Mythos

Wenn jemand ein „Gedächtnis wie ein Goldfisch“ hat, dann ist gemeint, dass er sehr vergesslich ist. Damit wird man den Tieren allerdings nicht gerecht, die tatsächlich viel schlauer sind, als man lange Zeit angenommen hat.
„Gedächtnis wie ein Goldfisch“: Der grausame Grund hinter diesem Mythos
iStock / balhash

Goldfische sind für orange-rote Färbung bekannt und gelten als pflegeleichte Einstiegshaustiere. Tatsächlich gehören sie zu den am längsten vom Menschen gezüchteten Haustieren der Welt. Ihre Zucht begann vor mehr als 1.000 Jahren in China, wo sie bis heute als Statussymbol und Glücksbringer gelten.

Allerdings hält sich bis heute ein hartnäckiger Mythos: dass Goldfische dumm seien. So wird immer noch von vielen angenommen, dass die Fische nur ein Gedächtnis von etwa drei Sekunden haben. Das stimmt allerdings nicht – ganz im Gegenteil. Aber woher kommt der Mythos überhaupt?

Warum Goldfische bis heute als dumm gelten

Tatsächlich steckt hinter der Annahme, dass Goldfische dumm sind und ein extrem schlechtes Gedächtnis haben, ein grausamer Grund. Goldfische wurde nämlich, genau wie andere Fische, lange Zeit in viel zu kleinen Gläsern gehalten, die sogar nach den Tieren benannt wurden. Dort hatten die Fische nicht nur viel zu wenig Platz, sondern auch keinerlei Beschäftigung.

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Den Tieren blieb also nichts anderes übrig, als im Glas hin und her zu schwimmen. Davon wurde jahrhundertelang abgeleitet, dass Goldfische dumm und extrem vergesslich sein müssen. Dieser Mythos wurde lange Zeit gepflegt und hielt sogar Einzug in die Popkultur. Zudem wurde es als Ausrede für die schlechte Haltung genutzt, frei nach dem Motto: „Die brauchen ja gar nichts anderes“.

Dafür sorgte auch das kleine Gehirn der Tiere, von dem man schloss, dass sie nicht besonders intelligent sein können. Tatsächlich zeigen die Fische kognitive Fähigkeiten, die manchen Säugetieren in nichts nachstehen.

Beliebter Fisch ist schlauer als viele denken

Wissenschaftliche Studien haben sich inzwischen genauer mit dem Gedächtnis von Goldfischen auseinandergesetzt. So ist inzwischen unter anderem bekannt, dass sich die Tiere bis zu elf Monate lang Wege durch Aquarien oder sogar Labyrinthe merken können. Außerdem sind sie in der Lage, ihre Artgenossen zu erkennen und sogar mit ihnen zu kooperieren.

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Man konnte Goldfische auch auf ein bestimmtes Futtergeräusch trainieren und sie waren sogar in der Lage, einen Hebel zu betätigen, um an Futter zu gelangen. Zudem können sie generell einige Werkzeuge nutzen und sich gegenseitig chemische Alarmsignale zusenden.

Im Rahmen einer 2022 veröffentlichten Studie wurde bekannt, dass Goldfische sogar in der Lage sind, ein speziell gefertigtes Unterwasserfahrzeug zu steuern. Darüber hinaus bilden die Fische komplexe Traditionen aus und können sogar anhand ihrer Erfahrungen die kürzesten und effektivsten Wege planen, ohne diese bereits geschwommen zu sein.