10 skurrile Osterbräuche: Warum in diesem Land an Ostern Fische begraben werden

In Deutschland sind Ostereier Pflicht, in anderen Ländern geht es deutlich ausgefallener zu. Ob beim „Flaschentreten“, der Hasenjagd oder dem Fischbegräbnis: Zu Ostern gibt es einige skurrile Traditionen.
10 skurrile Osterbräuche: Warum in diesem Land an Ostern Fische begraben werden
iStock / diephosi

Die Suche nach bunten Eiern, das Essen von Schoko-Osterhasen und das gemeinsame Genießen eines Osterfeuers sind die für Deutschland typischen Traditionen. Was hierzulande zu Ostern völlig normal ist, ist in anderen Ländern aber möglicherweise eher skurril – und das gilt auch umgekehrt. Einige traditionelle Osterbräuche aus aller Welt muten dabei besonders ungewöhnlich an.

Heringsbegräbnis für das Ende der Fastenzeit

In Irland wird der Hering an Ostern im wahrsten Sinne des Wortes „zu Grabe getragen“. Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam scheint, da zu Ostern die Wiederauferstehung von Jesus Christus gefeiert wird, geht das Ganze auf eine christliche Tradition zurück. Dann ist nämlich die Fastenzeit vorbei und es darf wieder Fleisch gegessen werden. Der zuvor erlaubte Fisch, den dann viele langsam satt haben, wird symbolisch begraben.

Ostern mit Wasserschlacht

Wer zu Ostern in Polen unterwegs ist, muss je nach Region vorsichtig sein. Das gilt zumindest dann, wenn man nicht nass werden möchte. Vor allem am Ostermontag ist es dort nämlich Brauch, andere etwa mit Wasserspritzpistolen zu durchnässen. Vermutlich hat der Brauch etwas mit dem christlichen Taufgedanken zu tun. Andere Quellen vermuten dahinter eher in heidnischer Tradition ein Fruchtbarkeitsritual, da Wasser für Reinigung und Wachstum steht.

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Tradition zu Ostern: Geflochtene Weidenruten mit bunten Bändern
IMAGO / CTK Photo

„Schläge“ für die Jugendlichkeit

Ebenfalls in Osteuropa, vor allem in Tschechien, gibt es die Tradition, Frauen mit einer Peitsche zu „schlagen“. Oft dient dafür ein Weidenzweig oder eine geflochtene Weidenrute, die „Pomlázka“ genannt wird. Allerdings geht es nicht darum, den Frauen wirklich Schmerzen zuzufügen. Stattdessen dient ein leichter Schlag mit dem Zweig am Ostermontag in heidnischer Tradition ebenfalls der Fruchtbarkeit. Zudem soll es die Frauen jung halten, indem die Kraft der Weide in sie übergeht. Zum Dank bekommen die Männer anschließend Ostereier, Schokolade und andere Süßigkeiten.

Zigaretten an Bäumen

In einigen Teilen Papua-Neuguineas sollen Bäume zu Ostern mit Zigaretten und anderen teuren Gütern geschmückt werden. Nach dem Gottesdienst werden diese Dinge dann als Zeichen der Gemeinschaft, des Respekts und der Großzügigkeit miteinander geteilt. Die Tradition stammt vermutlich aus der Missionarszeit und hat sich im 20. Jahrhundert verfestigt.

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Echte Kreuzigungen an Ostern

Ungleich brutaler geht es in der Provinz Pampanga auf den Philippinen zu. Dort lassen sich am Karfreitag einige tatsächlich kreuzigen. Das Land ist dafür bekannt, dass dort die katholische Kirche einen besonderen Stellenwert genießt. Es handelt sich allerdings nicht um einen nationalen und somit flächendeckenden Brauch zu Ostern. Die Kirche selbst kritisiert das Vorgehen im Übrigen.

Flaschentreten und Pastetenwerfen

Im Dörfchen Hallaton in Mittelengland ist es an Ostern hingegen Brauch, das sogenannte „bottle kicking“ zu betreiben, auf Deutsch „Flaschentreten“. Dabei handelt es sich um ein Spiel, das in seinen Grundzügen an Rugby erinnert, aber keine festen Regeln hat. Ziel ist es, meist mit Bier gefüllte Fässer in sein Dorf zu bringen, wobei Hallaton gegen das Nachbardorf Medbourne antritt. Traditionellerweise findet zudem eine Parade statt, bei der eine vom Pfarrer gesegnete Hasenpastete in Stücke geschnitten und in die Menge geworfen wird.

Tradition zu Ostern: Bilby aus Schokolade
IMAGO / Depositphotos

Ein Bilby zu Ostern

Was in Deutschland und vielen anderen Nationen der Welt der Osterhase ist, ist für Australierinnen und Australier der Bilby. Dabei handelt es sich um den sogenannten Kaninchennasenbeutler – und genauso sieht er auch aus. Optisch erinnern die Tiere an eine Kreuzung aus Kaninchen und Maus, ihr Verhalten ist ein wenig mit dem von Maulwürfen vergleichbar, da sie Bauten und Tunnel graben, die wichtig für das Ökosystem sind.

Der Ersatz wurde in Australien immer beliebter, da Kaninchen lange Zeit vor allem als Plage galten. Deshalb versteckt dort nun zu Ostern kein Hase die Eier, sondern ein Bilby. Und auch als Dekoration ist das niedliche kleine Beuteltier überall zu finden.

Hasenjagd gegen invasive Art

In Neuseeland wurde der Hase zwar nicht ersetzt. Dafür wird er an Ostern allerdings gejagt. Zur sogenannten „Easter Bunny Hunt“ versammeln sich vorrangig auf der Südinsel in der Region Otago zahlreiche Jägerinnen und Jäger. Diese bilden Teams und es findet ein großer Wettbewerb statt, bei dem die gewinnen, die am Ende die meisten Hasen schießen.

Auch diese Tradition geht auf eine massive Kaninchenplage zurück, die bis heute anhält, weshalb die große Jagd jedes Jahr aufs Neue stattfindet und Tradition mit echtem Nutzen verbindet. Nur in Ausnahmefällen wurde die „Easter Bunny Hunt“ abgesagt, wie etwa im Jahr 2023, weil akute Waldbrandgefahr bestand.

Tradition zu Ostern: Bunte Teppiche aus Blumen, Früchten und Sägemehl in Guatemala
IMAGO / VWPics

Teppiche aus Sägemehl

In Guatemala feiert man zu Ostern Religion und Kultur gleichermaßen. Zu diesem Anlass werden – teilweise sehr aufwendige – Teppiche hergestellt, die vor allem aus Blumen und Früchten, aber auch aus Sägemehl bestehen. Diese werden, auch in Gedenken an die Prozessionsumzüge, auf den Straßen ausgelegt. Am Karfreitag werden die Teppiche dann von den tatsächlichen Umzügen zerstört.

Totentanz mit Tradition

In Verges, einer Kleinstadt in Katalonien, wird immer noch eine alte europäische Tradition zu Ostern gefeiert: der Totentanz (Dansa de la Mort). Die Prozession beginnt bereits am Gründonnerstag. Die Darbietungen sollen dabei an die Passion von Jesus Christus erinnern, wobei die Tradition selbst ihren Ursprung im Mittelalter hat. Jedes Jahr zieht es Tausende in den kleinen Ort, die sich den ungewöhnlichen Brauch aus der Nähe anschauen wollen.