Obwohl Spinnen etwa die nützliche Funktion erfüllen, andere Insekten fernzuhalten, reagieren die meisten nicht begeistert, wenn sie das Tier in ihrem Zuhause entdecken. Eine oft angewandte Methode, sie dann loszuwerden, ist der Staubsauger. Allerdings sollte man eher zu anderen Mitteln greifen – aus Gründen des Tierwohls, aber auch aus hygienischer Sicht.
Deshalb ist der Staubsauger keine gute Idee
Ein stichhaltiger Grund, der gegen den Staubsauger spricht, ist der, dass die Tiere dadurch einen grausamen Tod sterben. Sie werden mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde eingesaugt, im Schlauch hin und her geschleudert und sollten sie das überleben, sterben die Spinnen nach spätestens einer Woche im Inneren des Staubsaugers.
Darüber hinaus ist es auch aus hygienischer Sicht nicht ratsam. Tote Spinnen verwesen im Inneren der Geräte, wie im Übrigen auch andere eingesaugte Insekten und organisches Material. In Kombination mit Feuchtigkeit und Staub kann das zu einem starken und unangenehmen Geruch aus der Abluft des Saugers führen.
Können Spinnen wieder aus dem Staubsauger herauskrabbeln?
Eine große Angst von vielen, die eine Abneigung gegen die Tiere haben, ist, dass Spinnen wieder aus dem Staubsauger herauskrabbeln, nachdem man sie eingesaugt hat. Das ist jedoch ein Mythos. Selbst wenn die Tiere die Prozedur überleben sollten, verhindern moderne Staubsauger durch ein Hygieneventil (Rückschlagklappe), dass die Arachniden oder auch Staub herausfallen. Bei sehr alten Modellen oder Akkusaugern ohne Klappe könnten große und robuste Exemplare theoretisch herauskrabbeln, wenn sie den Aufprall überlebt haben. Das iat aber ausgesprochen selten.
Ein weiterer Mythos, der in dieselbe Richtung abzielt, bezieht sich auf das Legen von Eiern im Inneren des Staubsaugers. Dort herrschen für die Tiere überlebensfeindliche Bedingungen durch Sauerstoffmangel. Zudem können Spinnen unter Stress nicht einfach so Eier legen und die nötigen Kokons bauen.

Wie man Spinnen schonend loswerden kann
Der Staubsauger mag teilweise wie die einfachste Methode wirken, um die ungeliebten Arachniden loszuwerden. Es gibt aber auch schonende Alternativen, die keinen großen Aufwand bedeuten. So kann man stattdessen einfach auf die bewährte Glas-Methode zurückgreifen, bei der man die Spinne fängt und sie anschließend im Freien aussetzt.
Wer den Tieren zudem im Freien geschützte Verstecke bietet, hält sie davon ab, nach drinnen zu kommen. Die Tiere mögen es dunkel und geschützt und am besten setzt man auf natürliche Materialien. Hilfreich sind zum Beispiel eine alte Holzkiste, ein Tontopf oder Äste, um einen stabilen Rahmen zu bieten. Totholz und Rindenstücke können zum Auffüllen dienen, aber auch trockenes Laub, Moos und ein paar Tannenzapfen sind bei den Tieren beliebt. Wer ein paar verzweigte, dünne Äste geschickt einsetzt, kann zudem eine Web-Hilfe einbauen. Aber schon ein kleiner Holzstapel oder ein Steinhaufen sind für viele Spinnen ein schönes Versteck, wenn man es ganz einfach handhaben möchte.
Wer die Tiere gezielt aus seinem Zuhause vertreiben möchte, kann beispielsweise auf Pfefferminzöl setzen, wie „Öko Test“ berichtet. Auch Kastanien können einige Arten vertreiben. Dass Düfte wie Lavendel oder Eukalyptus helfen, ist hingegen nicht belegt.
Warum mögen Menschen Spinnen oft nicht?
Spinnen genießen allgemein nicht den besten Ruf. Es gibt sogar einen Fachbegriff für die Angst vor den Tieren: Arachnophobie. Diese hat oft keine spezielle Ursache, sondern ist eine Kombination aus mehreren Faktoren. Zum einen handelt es sich um ein potenziell gefährliches Tier, von dem es immerhin einige giftige Exemplare gibt. Die schnelle und unberechenbare Art, mit der sich die Arachniden bewegen, kann zum anderen ebenfalls Angst auslösen.
Ein wichtiger Punkt ist aber auch das sogenannte Modelllernen. Es bezeichnet das Lernen von einem unmittelbaren Vorbild. Es bedeutet also, dass die allgemeine Abneigung bis Angst in der Gesellschaft vor Spinnen zu weiterer Abneigung führt.

