„Polyworking“: Deshalb feiern Millennials den beliebten Arbeitstrend

Der klassische Vollzeitjob verliert für viele Millennials an Reiz. Stattdessen gewinnt ein Modell an Bedeutung, das Flexibilität verspricht, aber auch Grenzen aufzeigt. Was hinter Polyworking steckt.
„Polyworking“: Deshalb feiern Millennials den beliebten Arbeitstrend
Quality Stock Arts/Shutterstock

Unter Millennials macht sich ein Arbeitstrend breit, der allgemein immer beliebter wird. Zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich mehr Flexibilität und Selbstbestimmung im Alltag. Deshalb nehmen sie nicht nur einen, sondern gleich zwei Jobs an oder arbeiten nebenbei noch an freiberuflichen Projekten.

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Dieser Trend wird mittlerweile „Polyworking“ genannt, obwohl das Modell allgemein schon länger existiert. Wer sich der Bewegung anschließt, konzentriert sich nicht mehr nur auf einen Vollzeitjob, sondern kombiniert beispielsweise zwei Teilzeitstellen miteinander oder versucht sich anderweitig weiterzuentwickeln, während die Hauptarbeit erledigt wird. Es handelt sich aber keinesfalls um eine kurzfristige Übergangszeit, sondern um ein langfristiges Arbeitsmodell.

Symbolbild Polyworking: Frau sitzt verzweifelt vor dem Computer
Pheelings Media/Shutterstock

Deshalb ist „Polyworking“ 2026 so gefragt

Wer mehrere Jobs ausübt, muss alle Arbeitsstunden zusammenrechnen. Da man in Deutschland maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten darf, muss man sich beim „Polyworking“ an gewisse Regeln halten. Außerdem muss der Arbeitgeber über die Nebentätigkeit informiert werden und man darf nicht bei einem Konkurrenzunternehmen tätig werden. Hält man sich an diese Vorgaben, steht der neuen Work-Life-Balance, die auch in Deutschland beliebt ist, jedoch nichts mehr im Wege.

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Gut für das Konto und schlecht für die Gesundheit?

Allerdings hat dieses Modell nicht nur Vorteile. Viele Polyworker sind auf zusätzliches Geld angewiesen und müssen deshalb mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, was langfristig zur Belastung werden kann. Die Gesundheit leidet, Erschöpfungszustände stellen sich ein und Aufgaben wachsen einem über den Kopf. Der Trend scheint zwar gut für das Konto zu sein, aber nicht zwingend gut für die Gesundheit. Eine weltweite Umfrage der Plattform Academized.com von März 2025 hat ergeben, dass 52 Prozent der 2.500 Millennials, die an der Befragung teilgenommen haben, einer Nebenbeschäftigung nachgehen. Aber auch die Generation Z schließt sich der Bewegung an.

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„Schon seit Jahren sprechen wir von einer Flexibilisierung der Arbeitswelt in Bezug auf Arbeitsort, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Handlungsfreiräume. Polyworking fügt sich konsequent in diesen Wandel ein“, erklärte auch Sascha Stowasser vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft gegenüber der Frankfurter Rundschau. Da auch in Deutschland immer häufiger in Teilzeit gearbeitet wird, scheint die Entwicklung bestens in den aktuellen Arbeitsmarkt zu passen.