„Gilmore Girls“ ist für viele die perfekte Herbst-Serie – vor allem wegen des urigen Städtchens Stars Hollow, in dem ein wesentlicher Teil der Handlung spielt. Die malerische US-amerikanische Kleinstadt und ihre schrulligen Bewohnerinnen und Bewohner sind vielen Fans im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen. Ein ganz besonderer Publikumsliebling sorgt dabei aber auch immer wieder aufs Neue für Kopfschütteln.
Denn ausgerechnet die Geschichte der beliebten Figur Lane Kim (gespielt von Keiko Agena) gilt als der wahrscheinlich größte Fehler in „Gilmore Girls“. Dabei war für Lane ursprünglich ein ganz anderes Schicksal geplant, als man es am Ende in der Serie gesehen hat.
Lanes Schicksal ist bei „Gilmore Girls“-Fans bis heute unbeliebt
Lane ist die beste Freundin von Lorelai „Rory“ Gilmore (Alexis Bledel). Die beiden kennen sich seit dem Kindergarten und Rory und ihre Mutter Lorelai (Lauren Graham) unterstützen die koreanischstämmige Lane oft dabei, ihre heimliche Leidenschaft für Rockmusik vor ihrer streng gläubigen und traditionsbewussten Mutter (Emily Kuroda) zu verstecken, die den Antiquitätenladen in Stars Hollow betreibt.
Ohne das Wissen ihrer Mutter sucht Lane in der 3. Folge der 3. Staffel von „Gilmore Girls“ (deutscher Titel: „College-Fieber“, englischer Titel „Application Anxiety“) per Anzeige nach einer Band, in der sie Schlagzeug spielen kann. Dabei lernt sie Dave Rygalski (Adam Brody) kennen, mit dem sie später zusammenkommt.
Dave schafft es durch seine aufrichtige Beharrlichkeit sogar, Mrs. Kim von sich zu überzeugen. Die Beziehung zwischen ihm und Lane war bei den Fans ausgesprochen beliebt, bis Dave dann recht plötzlich nach Kalifornien zog, um dort zu studieren. Und was danach mit Lane in der Show passiert, sorgt bis heute für Kritik.

Warum viele die Entwicklung von Lane in „Gilmore Girls“ nicht mögen
Denn nachdem Dave weg ist, landet Lane dann bei Bandkollege Zack van Gerbig (Todd Lowe), den sie schließlich heiratet und mit dem sie in Staffel 7 von „Gilmore Girls“ Zwillinge bekommt. Damit haben sich dann auch ihre Träume von einer Musikkarriere erledigt. In „Gilmore Girls: Ein neues Jahr“ gibt es die Band zwar noch, vom großen Erfolg sind sie allerdings weit entfernt und Lane arbeitet im Antiquitätenladen ihrer Mutter.
Abseits der Beziehung selbst gefällt vor allem vielen Fans der Serie nicht, dass ausgerechnet die freigeistige Lane am Ende überstürzt schwanger wird und ihre Ambitionen aufgibt. Immer wieder wird diese Charakterentwicklung als unrealistisch kritisiert, zumal Lane immer mehr wie eine jüngere Version ihrer Mutter wirkt. Das liegt auch daran, dass ihr Ehemann Zack zwar gutmütig, aber auch wenig selbstständig ist. Dadurch wird Lane am Ende der Serie und auch im Revival auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau reduziert.
Darsteller bedauern die Entwicklung der Figuren
Dabei ist inzwischen bekannt, dass eigentlich ein anderes Ende für die beliebte Figur vorgesehen war. Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino konzipierte die Rolle nämlich nach dem Vorbild ihrer besten Freundin Helen Pai, die ebenfalls als Produzentin an „Gilmore Girls“ beteiligt war. Pai wiederum ist seit dem Jahr 2000 mit David „Dave“ Rygalski kennen – der definitiv Pate für die gleichnamige Figur in „Gilmore Girls“ stand.
Es war also eigentlich tatsächlich vorgesehen, dass Lane und Dave ein Paar bleiben. Dass es dazu in der Serie nicht kam, hatte einen simplen Grund: Adam Brody erhielt damals die Hauptrolle des Seth Cohen in der Serie „O.C. California“. Beruflich zahlte sich die Entscheidung, die Rolle anzunehmen, für Brody absolut aus. Allerdings gab er 2020 in einem Video mit Lane-Darstellerin Keiko Agena zu, dass er bis heute traurig ist, dass deshalb Lane und Dave nicht zusammenbleiben konnten.
„Ich habe selbst miterlebt, dass sich manche Leute gewünscht haben, dass unsere Figuren am Ende zusammenkommen, was aber nicht der Fall war. So schade“, sagte er in dem Gespräch. „Nun ja, in einem anderen Universum“, merkt seine Schauspielkollegin Agena daraufhin an. Das ist in jedem Fall das Ende, das sich viele Fans bis heute wünschen.

