Streaming-Riese Netflix ist im True-Crime-Bereich stark aufgestellt. Man findet zahlreiche Formate, die sich mit echten Verbrechen beschäftigen und dafür teilweise sehr unterschiedliche Ansätze wählen. Eine der bekanntesten Serien ist dabei fraglos „Monster“, die sich in jeder Staffel mit einem anderen Serienmörder beschäftigt.
Nun ist die vierte Staffel frisch bei Netflix gestartet – und rückt erstmals eine Serienmörderin ins Zentrum der Handlung. Zudem geht die Serie so weit in der Geschichte zurück wie noch nie und zeigt dabei auch einige historische Persönlichkeiten.
Darum geht es in „Monster“ Staffel 4 bei Netflix
Die vierte Staffel der Netflix-Serie trägt auch den Untertitel „Die Geschichte von Lizzie Borden“ und somit, genau wie die vorherigen Seasons, ihre Protagonistin im Titel. Im Jahr 1892 werden Andrew Borden (Charlie Hunnam) und seine Frau Abby (Rebecca Hall) tot aufgefunden; beide wurden augenscheinlich mit einer Axt ermordet. Schnell fällt der Verdacht auf eine von Andrews Töchtern aus erster Ehe: Lizzie (Ella Beatty).
Die junge Frau wird vor Gericht gestellt, am Ende trotz belastender Indizien freigesprochen. Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob Lizzie Borden für die Morde verantwortlich ist oder nicht und auch sonst bleiben einige Fragen in dem Fall aus dem 19. Jahrhundert offen. Genau an dieser Stelle setzt die Serie „Monster“ an. Wie schon in den vorherigen Staffeln wird eine fiktive Perspektive gewählt, um vor allem den Alltag und das Innenleben seiner Hauptfigur in den Fokus zu rücken.
Darüber hinaus spielen auch Themen wie weibliche Wut und die Stigmata dieser Zeit eine Rolle. Bis heute wird unter anderem vermutet, dass Lizzie Borden vor allem deshalb freigesprochen wurde, weil niemand einer Frau einen Axtmord zutraute.

Krimiserie war von Anfang an umstritten
Netflix und seine Serie standen bereits vor der Veröffentlichung der ersten Staffel in der Kritik. Diese drehte sich um den Serienmörder Jeffrey Dahmer (gespielt von Evan Peters) und setzte dabei auf eine teilweise sehr realistische Nachstellung der Taten. Einige Angehörige von Dahmers Opfern litten anschließend unter Flashbacks und gaben zudem an, von Netflix nicht wegen der Serie kontaktiert worden zu sein.
Zudem wird über alle Staffeln hinweg kritisiert, wie sehr die Serie „Monster“ die Perspektive der Täter einnehme. Dabei werde das Böse ästhetisiert und Serienmörder zu faszinierenden Figuren gemacht. Mehrfach kann man zudem den Vorwurf lesen, dass das Format primär den Voyeurismus des Publikums bediene, anstatt sich wirklich mit den grausamen Taten auseinanderzusetzen.
Ein weiteres Problem stellt in der Argumentation vieler Kritikerinnen und Kritiker zudem die Tatsache dar, dass nicht klar werde, was auf wahren Begebenheiten beruhe und was frei erfunden sei. So setzt Netflix vor allem ab der zweiten Staffel, die sich um die Brüder Lyle und Erik Menendez dreht, zunehmend auch auf erfundene Handlungsstränge, wobei Fakten und Fiktion teilweise nahtlos ineinander übergehen.
Bewertungen zu „Monster“ Staffel 4 sind bislang gemischt
Die kritische Debatte um „Monster“ hat der Serie allerdings in weiten Teilen nicht geschadet – ganz im Gegenteil. Die erste Staffel zählt zu den erfolgreichsten Formaten des Streaming-Dienstes und auch die nachfolgenden Staffeln konnten noch einiges an Aufmerksamkeit generieren.
Die ersten Kritiken zu „Monster“ Staffel 4 – „Die Geschichte von Lizzie Borden“ – fallen im Übrigen durchwachsen aus. Bei Rotten Tomatoes kommen die neuen Folgen auf eine professionelle Wertung von 42 Prozent. Das Publikum bewertete mit 63 Prozent im Schnitt besser.

