Aphthen sind schmerzhafte kleine Stellen im Mund, die nicht nur beim Essen und Trinken stören, sondern auch abseits davon Schmerzen verursachen. In den allermeisten Fällen treten diese Stellen, die wohl alle kennen, im Mundraum auf – auf der Zunge, im Rachen, am Zahnfleisch, am Gaumen und an der Innenseite der Lippe oder Wange. In seltenen Fällen bilden sich Aphten aber auch an anderen Stellen des Körpers.
Häufig sind die Ursachen für diese Stellen harmlos, was Aphthen zwar unangenehm, aber nicht gefährlich macht. In einigen Fällen kann hinter den Stellen aber auch eine ernsthafte Erkrankung wie Morbus Crohn, Zöliakie, eine HIV-Infektion oder sogar Krebs stecken. Worauf muss man achten?
Die häufigsten Ursachen für Aphthen
Bislang ist noch nicht vollständig geklärt, warum die kleinen, schmerzhaften Stellen entstehen. Vermutlich spielen aber mehrere Faktoren eine Rolle.
- mechanische Reize
- Stress
- geschwächtes Immunsystem
- Hormonschwankungen
- Nährstoffmangel
- Lebensmittelunverträglichkeit
Darüber hinaus vermuten Expertinnen und Experten auch eine erbliche Veranlagung. Wer also häufig Aphthen hat, kann zwar einige Ursachen bekämpfen, möglicherweise hat aber auch das Erbgut einen wesentlichen Anteil, was nicht beeinflusst werden kann.

Ab wann man die Stellen im Mund unbedingt ernst nehmen sollte
In der Regel verschwinden Aphthen nach einer Weile von alleine, meistens nach etwa einer Woche. Sollte diese Zeit deutlich überschritten werden und eine entzündete Stelle im Mund partout nicht abheilen wollen, dann ist das ein erstes Warnsignal. Darüber hinaus gibt es weitere Zeichen, dass man die Entzündung ernst nehmen sollte.
- besonders groß
- besonders schmerzhaft
- Stellen kommen immer wieder
- verdächtige Begleiterscheinungen (Fieber, geschwollene Lymphknoten etc.)
- generelles Krankheitsgefühl
Sollte man eines oder mehrere dieser Merkmale bemerken, empfiehlt unter anderem die DAK unbedingt den Gang zur Hausärztin oder zum Hausarzt, um die Stelle medizinisch untersuchen zu lassen. In einigen Fällen kann dahinter, wie eingangs genannt, beispielsweise ein Nährstoffmangel stecken. Dieser kann zwar ebenfalls gefährlich sein, ist aber vergleichsweise einfach zu beheben. Teilweise deuten Aphthen aber auch auf weit ernstere Erkrankungen hin.
Welche Erkrankungen können hinter den Schmerzen stecken?
Vor allem, wenn Aphthen regelmäßig und in großer Zahl auftreten, kann das ein Hinweis auf chronische Darmerkrankungen sein. Dazu gehören beispielsweise Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Das liegt daran, dass bei chronischen Darmerkrankungen oft entzündliche Prozesse im Körper aktiv sind, die dann auch die Schleimhäute im Mund betreffen können. Diese Erkrankungen haben aber in der Regel deutliche andere Symptome wie Durchfall und Übelkeit. Auch die chronische Entzündung der Blutgefäße Morbus Behçet kann Aphthen verursachen.
Diese können zudem ein Hinweis auf eine HIV-Infektion sein. Dabei wird das Immunsystem beeinträchtigt, was die generelle Anfälligkeit für Entzündungen und Infektionen erhöht, auch im Mundbereich. Wunde Stellen im Mund, die schlecht abheilen, können darüber hinaus auch mit einigen Krebserkrankungen wie beispielsweise Mundhöhlenkrebs in Verbindung gebracht werden.
Was hilft gegen Aphthen?
Am besten lässt man die Entzündungen einfach in Ruhe abheilen. Wer jedoch unter den Schmerzen leidet, kann die Stellen auch mit Salben oder anderen Wirkstoffen behandeln, die eine lokale betäubende Wirkung haben. Darüber hinaus gibt es Mundspüllösungen, die zum einen das Ausbreiten von Keimen verhindern und zum anderen den Heilungsprozess der Schleimhaut beschleunigen.
Am besten hilft aber gute Mundhygiene, sowohl bei der Behandlung als auch bei der Vorbeugung. Darüber hinaus sollte man beispielsweise auch seine Zahnbürste mit Bedacht wählen. Vor allem, wer anfällig für Aphthen ist, sollte eher zu einem weichen Modell greifen, um die Schleimhaut nicht unnötig zu reizen. Kühle und weiche Speisen helfen ebenfalls, im Gegensatz zu harten und krümeligen Nahrungsmitteln.

