Spanier kämpften gegen Zwangsräumung von Rentnerin – jetzt gibt es gute Nachrichten

In Spanien sorgte der Fall der 87-jährigen Maricarmen Abascal, die aus ihrer Wohnung ausziehen sollte, für eine riesigen Protestwelle – offenbar mit Erfolg. Es wurde eine Einigung erzielt.
Spanier kämpften gegen Zwangsräumung von Rentnerin – jetzt gibt es gute Nachrichten
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Auch in Spanien ächzen die Großstädte unter steigenden Mieten, in vielen Regionen führt zudem die Wohnungsnot zu einer Verschärfung der Lage. Die 87-jährige Maricarmen Abascal wurde dabei zu einem Gesicht, das sinnbildlich für die Notlage vieler Menschen steht. Die Rentnerin konnte nach einer drastischen Mieterhöhung nicht mehr bezahlen und sollte daraufhin ihre Wohnung verlassen.

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Die Geschichte sorgte nicht nur für landesweite Empörung, nach der Zehntausende auf die Straße gingen. Medien überall auf der Welt berichteten daraufhin über den Fall. Und offenbar haben die Proteste Wirkung gezeigt. Wie nun bekannt wurde, gab es eine Einigung in dem Fall.

Maricarmen wohnt seit 70 Jahren in ihrer Wohnung

Der Fall spielte sich in an spanischen Hauptstadt Madrid ab. Dort kostet ein Quadratmeter Wohnraum inzwischen im Schnitt mehr als 23 Euro. Von diesen Preisen war man noch weit entfernt, als Maricarmen Abascal im Jahr 1956 zusammen mit ihren Eltern in eine Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro einzog. Später übernahm sie den Mietvertrag ihrer Eltern und lebte mehr als 70 Jahre in der Wohnung – auch dank einer gleichbleibend geringen Miete.

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Dann allerdings wurde das Gebäude, in dem sich die Wohnung befindet, von von einem Immobilienunternehmen aufgekauft. Medien berichteten anschließend übereinstimmend, dass die Miete der inzwischen 87-jährigen Maricarmen daraufhin erhöht wurde, und zwar um satte 275 Prozent. Zuvor zahlte die Rentnerin 440 Euro. Auf einen Schlag sollte sie jedoch 1.650 Euro pro Monat bezahlen, eine Summe, die sich die Rentnerin nicht leisten konnte.

Die 87-jährige Maricarmen Abascal in einem Rollstuhl
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Landesweite Protestwelle in Spanien sorgt für Aufmerksamkeit

Es folgten rechtliche Auseinandersetzungen und mehrere Räumungsversuche, bis die 87-jährige dann am vergangenen Mittwoch bei einer Zwangsräumung gezwungen wurde, die Wohnung zu verlassen. Sie wurde anschließend ins Krankenhaus eingeliefert und die Bilder der Rentnerin, die auf einer Trage liegt, gingen um die Welt. Dafür sorgte auch die Rentnerin selbst, die gemeinsam mit ihrer Anwältin Beatriz Duro vom Mieterschutzbund unter anderem per Videobotschaft zu Protesten aufgerufen hatte.

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Diesem Aufruf folgten am Ende Zehntausende Menschen, wobei die Angaben stark auseinandergehen.Die Behörden sprechen von rund 25.000, die Organisatoren vom Verband „Sindicato de Inquilinas“ erwähnen jedoch mehr als 300.000. Die Proteste laufen unter dem Motto „Ni una Maricarmen más“, was übersetzt „Keine weitere Maricarmen“ bedeutet.

Maricarmen darf wohl in ihrer Wohnung bleiben

Nach der aufmerksamkeitserregenden Zwangsräumung ist es nun allerdings offenbar zu einer Einigung gekommen. Anwältin Duro sprach von einem für alle besseren und erfreulicheren Ergebnis, das es ermöglicht, dass die 87-Jährige in ihre Wohnung zurückkehren kann. Der Fall hat allerdings inzwischen auch politische Dimensionen angenommen.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten fordern unter anderem die automatische Verlängerung von Mietverträgen auf unbestimmte Zeit, einen besseren Schutz vor Zwangsräumungen sowie einen Stopp von Mieterhöhungen. Dadurch geraten sowohl die linke Minderheitenregierung von Pedro Sánchez, die erst vor Kurzem mit einem Maßnahmenpaket zu Mieten im Parlament gescheitert ist, als auch die konservativen Regionalregierungen unter Druck.