Gegen Einsamkeit im Alter: Senioren-Paar gründet besonderen Freundeskreis

Einsamkeit betrifft immer mehr Menschen. Doch Jeanne (76) und Alphons (79) haben beschlossen, etwas dagegen zu tun und gehen mit gutem Beispiel voran.
Gegen Einsamkeit im Alter: Senioren-Paar gründet besonderen Freundeskreis
iStock / Mladen Zivkovic

Einsamkeit im Alter betrifft potenziell immer mehr Menschen. Nicht nur, dass es in vielen Gesellschaften schlicht mehr Seniorinnen und Senioren gibt, auch der Anteil derer, die sich einsam fühlen, steigt innerhalb dieser Gruppe. Alphons Bogers (79) und Jeanne Hendriks (76) haben beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.

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Die beiden kommen aus den Niederlanden. Auch dort ist eine wachsende Einsamkeit bei Personen älterer Jahrgänge zu beobachten. Deshalb haben sie den Freundeskreis „Hollands Glorie Albir“ gegründet, damit sich ältere Menschen besser vernetzen können.

Mit einem Freundeskreis gemeinsam gegen die Isolation

Die Gruppe wurde bereits im Mai 2025 gegründet und hat schon 700 Mitglieder. Dabei geht ein Beitritt nicht mit Verpflichtungen einher; es geht vielmehr um ein mögliches Angebot. „Ein Mensch ist ein Herdentier, aber es ist nicht immer einfach, später im Leben neue Kontakte zu finden“, erklärt Jeanne Hendriks im Gespräch mit der niederländischen Regionalzeitung „BN DeStem“.

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Dieses Angebot besteht unter anderem aus der Organisation gemeinsamer Treffen, bei denen gemeinsam geredet, getanzt oder Karten gespielt wird. Bogers und Hendriks sind beide verwitwet und lernten sich dann auf einer Dating-Plattform kennen.

Inzwischen leben sie für einen Großteil des Jahres an der spanischen Costa Blanca in Albir – darauf nimmt auch der Name des Freundeskreises Bezug, wobei „Hollands Glorie“ so viel wie „Holländischer Ruhm“ bedeutet. Die Costa Blanca gilt als absoluter Hotspot für niederländische Rentnerinnen und Rentner, die dort als „Pensionados“ bekannt sind.

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Gegen Einsamkeit im Alter Symbolbild: Eine Gruppe Rentner spielt Karten
iStock / Mladen Zivkovic

Vor allem seit Corona fühlen sich viele Menschen einsam

Das Thema Einsamkeit beschäftigt zwar immer mehr ältere Menschen. Aber auch jüngere Generationen sind davon betroffen. So warnt etwa das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in seinem Einsamkeitsbarometer von 2024, dass gerade auch bei jungen Erwachsenen das Einsamkeitsgefühl steige, speziell seit Corona.

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) beziffert wiederum den Anteil der Menschen in Deutschland, die sich manchmal oder häufig einsam fühlen, auf ungefähr 19 Prozent. Besonders gefährdet seien dabei Menschen mit niedrigem Einkommen, da sich für die Gruppe oft weniger Gelegenheiten zur sozialen Teilhabe ergeben.

Einsamkeit kann schwere Folgen haben

Global gesehen geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass etwa 16 Prozent der Menschen einsam sind. Das hat psychische und auch physische Auswirkungen auf die Betroffenen. So werden beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt, körperlicher und seelischer Stress verursacht und auch die Schlafqualität leidet, was zahlreiche weitere Folgen hat.

Menschen mit wenig oder gar keinen sozialen Kontakten achten zudem grundsätzlich weniger auf sich. Auch hier gibt es einen Zusammenhang mit einem niedrigen Bildungsstand, da damit auch oft eine ungesündere Lebensart einhergeht. Eine Studienauswertung der Brigham Young University hat zudem ergeben, dass Menschen mit einem aktiven Sozialleben beziehungsweise einem funktionierenden Freundeskreis ein bis zu 50 Prozent geringeres Sterberisiko aufweisen – vor allem im Alter.