„Okay Boomer“ ist inzwischen zum geflügelten Begriff vor allem im Online-Kontext geworden, der die Personen der zunehmend älter gewordenen Generation der Babyboomer augenzwinkernd ein wenig abwerten beziehungsweise darauf hinweisen soll, dass ihre Ansichten veraltet sind. Der Gen Alpha wird hingegen unter anderem nachgesagt, dass sie nur aus iPad-Kindern besteht, die verwöhnt und undiszipliniert seien, während andere schon mit den Augen rollen, wenn die Begriffe „Gen Z“ und „Work-Life-Balance“ nur in einem Satz fallen.
Generationen und ihre jeweiligen Zuschreibungen hat es schon immer gegeben und das erfüllt rein gesellschaftlich auch einen wichtigen Zweck. Doch welche Altersgruppen gibt es dabei überhaupt und wofür stehen sie jeweils?
Generationen im Überblick
Ein kurzer Blick auf die Liste der aktuell lebenden Generationen zeigt, dass es noch nie so viele gleichzeitig gab. Die aktuell älteste Kohorte besteht aus den größtenteils im Zweiten Weltkrieg Geborenen, die als „Silent Generation“ bezeichnet werden, die jüngste wiederum ist die gerade erst angestoßene Gen Beta. Insgesamt gibt es momentan diese acht Generationen:
- 1928–1945: Silent Generation
- 1946–1964: Babyboomer
- 1965–1979: Generation X
- 1980–1995: Millenials (Gen Y)
- 1996–2010: Gen Z
- 2010–2024: Gen Alpha
- seit 2025: Gen Beta
Die jeweiligen Jahreszahlen variieren je nach Quelle leicht. So beginnt die Gen Z einigen Definitionen zufolge im Jahr 1995, andere sprechen erst von 1997. Das zeigt, wie fließend die Grenzen teilweise verlaufen können und dass es sich nicht um ein starres Konzept handelt, in das alle hineinpassen.

Silent Generation
Bei der Silent Generation handelt es sich um die erste klar definierte Vertreterin ihrer Art. Wer zu dieser Altersgruppe gehört, ist zwischen 1928 und 1945 geboren und ist dementsprechend in einer völlig anderen Lebensrealität aufgewachsen als alle späteren Generationen.
Angehörigen sagt man deshalb nach, dass sie besonders pflichtbewusst, loyal und pünktlich seien sowie klare Hierarchien schätzen. Damit geht Respekt vor Autoritäten und eine gewissen Skepsis gegenüber Wandel einher.
Babyboomer
Eine der präsentesten, weil zahlenmäßig stärksten Gruppen stellen die sogenannten Babyboomer dar, die das bereits im Namen tragen. Dabei handelt es sich um die geburtenstarken Jahrgänge von 1946 bis 1964. Diese Generation steht für den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg, weshalb ihnen auch eine große Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft nachgesagt wird, aber auch Treue und Loyalität.
Status und Anerkennung sind wichtige Themen in dieser Altersgruppe, genauso wie Leistung. Die Jugend dieser Generation wurde vom rasanten Wirtschaftswachstum, aber auch von der Zeitenwende geprägt. Da aktuell zunehmend größere Teile dieser Kohorte in Rente gehen, stellt das die Sozialsysteme vor große Herausforderungen, zumal viele Vertreterinnen und Vertreter wichtige und gut bezahlte Positionen bekleiden.
Auch interessant: Ab wann ist man „alt“? Studie erklärt, wovon Alter wirklich abhängt
Generation X
Die Gen X (1965–1979) wird auch oft als Brückengeneration bezeichnet. Dieser Status rührt vor allem davon, dass die Angehörigen den Wechsel von der analogen in die digitale Arbeitswelt eindrücklich erlebt haben. Daher kommt auch der Ruf von Pragmatismus, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, wobei Expertinnen und Experten das auch damit zusammenführen, dass zunehmend mehr Kinder dieser Altersgruppe mit zwei arbeitenden Elternteilen aufwuchsen.
Gleichzeitig erlebten viele Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe in ihrer Jugend den Kalten Krieg, Tschernobyl und den Fall der Mauer. Daraus ergibt sich ein Wunsch nach Stabilität und Effizienz. Zudem sagt man der Kohorte nach, dass ihre Angehörigen eine strikte Trennung von Privat- und Berufsleben bevorzugen
Millenials
Die Vertreterinnen und Vertreter der Gen Y (ausgesprochen „Gen Why“) werden oft auch als Millenials bezeichnet, weil sie in ihrer Jugend den Jahrtausendwechsel miterlebten. Die zwischen 1980 und 1995 Geborenen sind zudem die Ersten, die schon in Teenagerjahren mit der Digitalisierung in Kontakt kamen.
Mit dieser Generation gewann zunehmend die Flexibilität im Job an Bedeutung. Die Vertreterinnen und Vertreter gelten als selbstbewusst, tolerant, weltoffen und kritisch gegenüber althergebrachten Strukturen. Teilweise werden sie auch als erste „Digital Natives“ bezeichnet.
Gen Z
Die neben den Babyboomern wahrscheinlich präsenteste Generation ist die Gen Z mit den Jahrgängen 1996 bis 2010. Dieser Gruppe wird nachgesagt, dass sie Work-Life-Balance priorisiert und den Lebenssinn eher abseits des Berufes sucht. Es handelt sich zudem um die erste Altersgruppe, die mit Social Media aufgewachsen ist, und um die letzte, die noch eine Kindheit ohne Smartphone hatte.
Enge soziale Bindungen haben in dieser Generation oft einen hohen Stellenwert und die Vertreterinnen und Vertreter gelten als echte „Digital Natives“, die sich gut in der wachsenden Informationsflut des Internets zurechtfinden können. Es handelt sich aber auch um eine Kohorte, die – auch aufgrund der Digitalisierung – als Jugendliche diverse Krisen miterlebt haben, weshalb viele nach Stabilität und Absicherung streben und zudem einen hohen Leistungsdruck verspüren.
Gen Alpha
Die nachfolgende Generation wird teilweise auch als „Digital Natives 2.0“ bezeichnet, weil sie mit Smartphones, Tablets und Co. aufgewachsen ist. Zudem war die Jugend geprägt von der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz. Vertreterinnen und Vertreter der Gen Alpha (2010–2025) sind seit frühester Kindheit ständig online und vernetzt, weshalb sie als besonders vielseitig und tolerant gelten.
Eines der zentralen Themen dieser Gruppe ist der Klimaschutz, weshalb zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz gelegt wird. Gleichzeitig besteht ein gewisses Risiko der Überlastung und Abhängigkeit durch und von sozialen oder anderen digitalen Medien. Auch die Corona-Pandemie war für viele in ihrer Jugend ein einschneidendes Erlebnis.
Gen Beta
Die Gen Beta beginnt im Jahr 2025 und endet vermutlich ca. im Jahr 2039. Es wird die erste Generation sein, die direkt mit Künstlicher Intelligenz aufwächst, weshalb Expertinnen und Experten davon ausgehen, dass für diese Gruppe die Grenzen zwischen echter und digitaler Welt am meisten verschwimmen werden. Gleichzeitig werden viele vermutlich mit einem kontrollierten Medienkonsum aufwachsen als noch die Gen Alpha, da die Eltern oft aus der Gen Y und Z stammen.
Viele vermuten deshalb, dass zentrale Themen der Gen Beta Achtsamkeit und auch eine gewissen Analogität sein könnten. Die Vertreterinnen und Vertreter wachsen zudem in einer zunehmend alternden Gesellschaft auf, in der es ein klares Missverhältnis zwischen Jung und Alt geben wird. Zudem werden sie von frühester Kindheit an mit globalen Krisen konfrontiert.

Was ist überhaupt eine Generation?
Das Generationenkonzept gibt es tatsächlich in ganz verschiedenen Bereichen wie der Biologie, Soziologie und Gesellschaft. Die genannten Altersgruppen stammen vor allem aus dem gesellschaftlichen Zusammenhang, wobei eine Generation per Definition eine Gruppe von Menschen umfasst, die im selben Zeitraum geboren wurden und die vor allem durch gemeinsame historische oder technische Ereignisse geprägt wurde.
Oft leiten sich daraus ähnliche Werte und Einstellungen zu bestimmten Themen ab, wobei die jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter natürlich dennoch sehr verschieden sind. Deshalb kann man die genaue Zeitspanne, die eine Generation abdeckt, auch nicht einfach im Vorfeld bestimmen, indem man einfach festlegt, dass die Dauer immer bei beispielsweise 25 Jahren liegt. Das galt zwar lange als Standard, wurde aber längst durch den beschleunigten Fortschritt überholt.

