Der Herbst ist endgültig in Deutschland eingezogen und rüttelt ordentlich am Wetter. Auf die Bundesrepublik rollt nun der erste waschechte Herbststurm des Jahres zu, der am Freitagnachmittag zahlreiche Regionen treffen dürfte. Expertinnen und Experten rechnen sogar mit einem sogenannten Bombenzyklon, einem extremen Wetterphänomen, das starke Winde und massiven Niederschlag mit sich bringen kann.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb bereits eine amtliche Warnung für nach aktuellem Stand 251 Kreise herausgegeben. Die Warnungen gelten größtenteils für den Westen Deutschlands, aber auch im Harz gilt stellenweise sogar Warnstufe 3.
Diese Regionen in Deutschland sind besonders betroffen
Die Warnung des DWD lautete gegen 11 Uhr am Freitag wie folgt: „Sturmböen auf dem Brocken. In Staulagen einiger westlicher Mittelgebirge Dauerregen. Ab Freitagmittag orkanartige Böen auf dem Brocken (Unwetter) sowie nachmittags verbreitet Sturm- und Windböen in der Westhälfte, an der Küste und in der Mitte.“
Die Karte zeigt zudem, dass von Bremen über Düsseldorf bis nach Saarbrücken Warnstufe 2 gilt. Stellenweise gilt das auch in Baden-Württemberg ab Stuttgart und im Südwesten der Landeshauptstadt. Östlich der genannten Gebiete gilt immerhin noch Warnstufe 1. Ausgenommen von den Warnungen sind bislang nur größere Teile Bayerns und der Nordosten der Bundesrepublik.

Die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes erklärt
Der DWD sieht ein insgesamt vierstufiges Warnsystem bei entsprechender Wetterlage vor. Erst ab Stufe 3 spricht man von einer Unwetterwarnung. Aber auch ab Stufe 2 kann es stellenweise bereits gefährlich werden:
- Wetterwarnungen (Stufe 1): Windgeschwindigkeiten von 50 km/h beziehungsweise 14 m/s in circa 10 Metern Höhe; Gewitter mit elektrischen Entladungen, moderater Schneefall (etwa 5 cm in 6 Stunden usw.), streckenweise Glätte, durch Nebel eingeschränkte Sichtweite auf unter 150 Meter oder auch eine verbreitete Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt in Lagen bis 800 Meter.
- Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2): Windgeschwindigkeiten von 65 bis 85 km/h beziehungsweise 18 bis 24 m/s in circa 10 Metern Höhe, starkes Gewitter in Verbindung mit Sturmböen, Starkregen oder Dauerregen, Schneefall (etwa 5 bis 10 cm in 6 Stunden usw.), Schneeverwehungen, verbreitetes Glatteis, Tauwetter oder auch eine anhaltende Lufttemperatur < - 10 Grad in Lagen bis 800 Meter.
Für die aktuelle Wetterlage sind vor allem die Windgeschwindigkeiten relevant.
Was genau kommt auf Deutschland zu?
Dem DWD zufolge müssen die Bürgerinnen und Bürger in den entsprechenden Regionen mit starken bis stürmischen Böen der Stärke 7 bis 8 rechnen. Das bedeutet Windgeschwindigkeiten von 55 bis 75 Kilometern pro Stunde. In höheren Lagen, vor allem im Gebirge, kann es sogar zu Sturmböen bis zu orkanartigen Böen der Stärke 9 bis 11 kommen. Das entspricht Geschwindigkeiten von 80 bis 110 Kilometern pro Stunde.
Gegen Freitagabend soll sich die Lage dann vor allem an der Nordsee verschärfen. Dort ist mit schweren Sturmböen der Stärke 10 mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde zu rechnen. Vor allem für den Südwesten des Landes werden zudem teils starke Gewitter prognostiziert.
Was ist ein Bombenzyklon?
Der Sturm bringt dabei offenbar einige bemerkenswerte Eigenschaften mit, sodass man sogar von einem Bombenzyklon sprechen kann. Das bedeutet in erster Linie, dass der Luftdruck des Tiefs, das vom Atlantik kommt, enorm fallen wird, was dadurch verursacht wird, dass kalte Luft aus dem Norden auf warme und feuchte Luft aus südlicheren Regionen prallt. Dieser rasante Druckabfall verursacht ein Druckgefälle, das sich wiederum auf mehrere Arten bemerkbar macht:
- Orkanartige Winde mit bis zu 120 km/h Geschwindigkeit
- Massive Niederschläge in Form von Starkregen oder sogar Blizzards
- Großes Sturmsystem mit einer teils enormen Ausdehnung
Nicht nur Deutschland ist von dieser Wetterlage betroffen, sondern weite Teile des europäischen Kontinents, vor allem aber Frankreich und Großbritannien. Der Höhepunkt der Wetterlage in Deutschland wird für Freitagnacht erwartet. Danach baut sich aber von Westen her bereits das nächste Unwetter auf, das erwartungsgemäß am Sonntag in der Bundesrepublik ankommen wird.

