Der Sommer verabschiedet sich langsam aber sicher und damit steht der Herbst vor der Tür. Mit im Englischen auch als „Ember-Months“ bezeichneten Monate, die ab September beginnen, bringen auch zunehmend kalte Nächte und des ersten Frost mit sich. Wann genau dieser Einzug halten könnte, verrät der 100-jährige Kalender.
Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Wettervorhersagen, die im im 17. Jahrhundert von Abt Mauritius Knauer als Buch herausgebracht wurden. Die Vorhersagen beziehen sich dabei auf einen siebenjährigen Turnus von Wetterbeobachtungen. Was prognostiziert der Kalender für den ersten Frost im Jahr 2026?
Erster Frost 2026 könnte im November kommen
Der erste Frost bezeichnet den ersten Tag im Herbst oder Winter, an dem die Temperatur an einem Ort unter 0 Grad Celsius fällt. Rein fachlich unterscheidet man zwischen Bodenfrost und Luftfrost, wobei ersteres meint, dass die Temperatur in einer 5 Zentimetern über dem Boden unter die 0 Grad sinkt. Letzteres bezieht sich hingegen auf die Temperatur in der offiziellen Wetterhütte in zwei Metern Höhe.
Geht man nach dem 100-jährigen Kalender, dann kommt der erste Frost in diesem Jahr im November, und zwar am 16. November 2026. Um zu beurteilen, wie realistisch das ist, lohnt ein Blick auf die generelle Funktionsweise des Kalenders.

So funktioniert der 100-jährige Kalender
Wie eingangs erwähnt, orientiert sich der 100-jährige Kalender an einem siebenjährigen Rhythmus, der sich ständig wiederholt. Im Kern geht es dabei um eine Mischung aus historischen Wetterbeobachtungen und mittelalterlicher Astrologie, wobei sich der Begründer Mauritius Knauer auf die damalige astrologische Lehre der Chaldäer stützte.
Diese besagt, dass das Wetter maßgeblich von den sieben damals bekannten Planeten beeinflusst wird. Jedem Jahr wird ein Planet zugeordnet, der den Grundcharakter des Wetters in dem jeweiligen Jahr bestimmen soll.
- Saturn: Kalt, feucht, trübe, eher schlechte Ernten.
- Jupiter: Warm, feucht, milde Winter, sehr fruchtbar.
- Mars: Sehr heiß und trocken, Gewitterneigung.
- Sonne: Heiß, trocken, gute Wein- und Getreideernte.
- Venus: Warm, feucht, wechselhaft, oft Unwetter.
- Merkur: Kühl, trocken, extrem unbeständig.
- Mond: Kalt, feucht, neblig, wechselhaft.
2026 ist ein Jahr des Merkur, wobei das Jahr vom 22. März 2026 bis zum 21. März 2027 läuft. Merkurjahre gelten als kalt und feucht, dabei aber regenarm.
Wie verlässlich sind die Vorhersagen?
Schaut man sich die Geschichte des Kalenders an, dann fällt auf, dass sich die Datenlage seit der Begründung massiv verändert hat. Entsprechend gilt der 100-jährige Kalender auch als veraltet und in weiten Teilen überholt. Einige Expertinnen und Experten zweifeln auch die generelle Vorhersagekraft zu jedem Zeitpunkt an. Vor allem die zugrundeliegende Idee, dass Himmelskörper das Wetter auf der Erde in festen Zyklen beeinflusst, ist aus Sicht der modernen Meteorologie schwer haltbar.
Es kommt zwar immer wieder zu Übereinstimmungen zwischen den Vorhersagen des Kalenders und dem tatsächlichen Wetter. Diese werden allerdings Meteorologinnen und Meteorologen als Zufälle gewertet. Ob am 16. November also tatsächlich der erste Frost des Jahres ansteht, bleibt abzuwarten.
Ein Blick auf die Daten der vergangenen Jahre (beispielsweise von der Wetterstation in Hürtgenwald Brandenberg) zeigt, dass der erste Frost wohl zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember zu erwarten ist. So wurde das früheste Datum im Jahr 2009 verzeichnet; damals gab es bereits am 14. Oktober Frost. 2022 kamen die Minusgrade hingegen erst am 2. Dezember.

