Der neue Matcha? Warum man bei diesem Kaffeetrend vorsichtig sein sollte

Lila ist das neue Grün – zumindest mit Blick auf neue Kaffeetrends. Denn um den lilafarbenen Ube-Kaffee ist ein regelrechter Hype ausgebrochen. Das Getränk soll nicht nur auffällig aussehen, sondern auch gesundheitliche Vorteile bieten. Allerdings gibt es auch einige Risiken zu beachten.
Der neue Matcha? Warum man bei diesem Kaffeetrend vorsichtig sein sollte
Shutterstock / Klemenceau

Matcha hat längst Einzug in die Lebensmittel- und Lifestyle-Industrie gehalten. Ob als Aufstrich, Eis oder natürlich im Kaffee – das grüne Pulver ist in einigen Bereichen omnipräsent. Jetzt könnte es allerdings ernsthafte Konkurrenz bekommen. Denn unter anderem auf Social Media ist immer öfter auch von Ube-Kaffee die Rede.

Was hinter Ube-Kaffee steckt

Bei Ube handelt es sich um die violette Yamswurzel, die vor allem in den asiatischen Tropen verbreitet ist und auf den Philippinen als Grundnahrungsmittel gilt. Dort ist sie auch Teil vieler traditioneller Speisen und Desserts; bekannt ist etwa Ube Halaya, ein süßlicher Aufstrich.

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Die Wirkung der Knolle ist vielfältig, weshalb sie auch in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt wird. So enthält sie etwa hochwertige komplexe Kohlenhydrate, viele Ballaststoffe, Kalium, Vitamin C und Zink. Unter anderem aufgrund enthaltener Antioxidantien wird der Yamswurzel eine krebsschützende Wirkung nachgesagt, die wissenschaftlich allerdings nicht zweifelsfrei belegt ist, und sie soll sowohl gegen Stress als auch gegen Alterungsprozesse der Haut sowie der Knochen helfen.

Kurz: Die Yamswurzel ist in vielen Punkten ein echtes Superfood. Dazu kommt ihre violette Färbung, die sie zum perfekten Lifestyle-Produkt macht. Aber bedeutet das automatisch, dass Ube-Kaffee gesund und frei von Risiken ist?

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Violetter Ube-Kaffee steht neben einem ebenfalls violetten Stück Kuchen
Shutterstock / Klemenceau

Ube-Kaffee ist meistens viel zu süß

Beworben wird die Ube oft als Produkt, das Wellness und Gesundheit vereint, und man kann sie längst vor allem als Pulver oder Sirup kaufen. In Kombination mit Milch und Kaffee ergibt das ein Getränk mit einem süßlich-nussigen Geschmack. Viele beschreiben diesen als eine Kombination aus Vanille, Haselnuss und Pistazie, teilweise ist auch von weißer Schokolade und Kokosnuss die Rede.

Das Süßliche rührt allerdings teilweise auch daher, dass dem Ube-Kaffee kräftig Zucker beigemischt wird, weil die Wurzel eben nicht pur, sondern als Sirup oder Paste verwendet wird. Dadurch handelt es sich bei vielen Kaffeegetränken, die man in den gängigen Coffeeshops kaufen kann, eher um flüssige Desserts.

Zwar hat die Yamswurzel grundsätzlich auch eine den Blutzucker kontrollierende Wirkung, weil Ube einen niedrigen glykämischen Index hat. Das nützt allerdings nichts, wenn die Knolle zusammen mit jeder Menge raffiniertem Zucker konsumiert wird. Die meisten Ube-Kaffees sind somit nicht einfach nur hübsch anzuschauende Wachmacher, sondern echte Kalorienbomben.

Wird Ube der neue Matcha?

Das birgt gleich mehrere Risiken. Die negativen Auswirkungen von zu hohem Zuckerkonsum sind allgemein bekannt. Die WHO empfiehlt allgemein – abhängig von der Gesamtenergiezufuhr – maximal fünf bis zehn Teelöffel freien Zucker pro Tag. Als Richtwert gelten dafür etwa 50 Gramm pro Tag. Je nach Zubereitungsart kann ein Becher des Trendgetränks allerdings bereits knapp 30 Gramm Zucker enthalten. Das ist mehr als die Hälfte der empfohlenen Maximalmenge.

Versteckter Zucker unter dem Deckmantel einer gesunden Zutat ist bei vielen Trendgetränken ein Problem. Umgekehrt verdeckt das Süße den Kaffee, was potenziell dazu führen kann, dass man mehr Koffein zu sich nimmt, als gesund wäre. Am besten sollte man sich beim Kauf informieren, ob echtes Ube-Pulver oder vielleicht sogar nur ein aromatisierter Sirup verwendet wurde. Zudem sollte man auf zusätzliche Süßung verzichten.

Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass Allergien gegen Yamswurzeln zwar selten vorkommen, aber nicht ausgeschlossen sind. Grundsätzlich gehen Expertinnen und Experten übrigens nicht davon aus, dass Ube tatsächlich Matcha den Rang ablaufen kann. Aber möglicherweise kann sich die Wurzel in einem ähnlichen Ausmaß auf dem Markt etablieren.