Laut Studie: Vegetarier senken ihr Risiko für 5 Krebsarten

Wer sich vegetarisch ernährt, schützt sich einer Studie zufolge gleich gegen mehrere Krebsarten. Woran liegt das genau?
Laut Studie: Vegetarier senken ihr Risiko für 5 Krebsarten
iStock / Christoph Burgstedt

Das Zitat „Du bist, was du isst“ hat bereits vielfach bewiesen, auf wie viele Bereiche es anwendbar ist. So haben bereits zahlreiche Studien einen Zusammenhang zwischen Gesundheit, dem allgemeinen Zustand, der Leistungsfähigkeit und auch der Psyche mit der Ernährung hergestellt. Eine neue, großangelegte Studie der Oxford-Universität hat nun einen Zusammenhang hergestellt und nachgewiesen, dass sich die Ernährung auch maßgeblich auf das Krebsrisiko auswirken kann.

Die Studie ist im „British Journal of Cancer“ erschienen und beleuchtet dabei die Datenlage von 1,8 Millionen Menschen aus Nordamerika, Europa und Indien in einem Zeitraum von 16 Jahren. Dabei wurde der generellen Ernährungsform besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wobei sich zeigte, dass Personen, die auf Fleisch in ihrer Ernährung verzichten, ihr Risiko für insgesamt fünf Krebsarten teilweise deutlich senken konnten und entsprechend seltener erkrankten.

In der untersuchten Gruppe waren die meisten Personen (1,6 Millionen) Fleischesser. Darunter fallen alle, die regelmäßig rotes Fleisch und auch Wurstwaren essen. Ansonsten wurde nach Geflügel- (57.000) und Fischessern (42.000) aufgeteilt sowie in Vegetarier (63.000) und Veganer (8000). Die Gruppe derer, die überhaupt kein Fleisch essen, umfasste also insgesamt 71.000 Personen. Insgesamt erkrankten im Zeitraum der Studie 220.000 Studienteilnehmer an insgesamt 17 verschiedenen Krebsarten.

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Frau mit Krebs nimmt ihre Medikamente
iStock / MTStock Studio

Bekommen Vegetarier seltener Krebs?

Am häufigsten vertreten war dabei Mund- und Rachenkrebs. Auf den weiteren Plätzen folgen die Speiseröhre, der Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Brust, Gebärmutter, Eierstöcke, Prostata, Nieren und die Blase, wenn man rein auf die Organe schaut. Aber auch das Non-Hodgkin-Lymphom (lymphatisches System betroffen), Multiple Myelom (ein Befall des Knochenmarks) und Blutkrebs sind gelistet.

Die Studie hat ergeben, dass Vegetarier bei vier Organen ein teilweise signifikant geringeres Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Dazu gehören die Brust (-8 Prozent), die Prostata (-12 Prozent), Bauchspeicheldrüse (-21 Prozent) und die Nieren (-28 Prozent). Darüber hinaus war auch das Risiko, an einem multiplen Myelom zu erkranken, um insgesamt 31 Prozent reduziert. Auf der anderen Seite zeigte sich, dass die Personen deutlich häufiger Plattenepithelkarzinome in der Speiseröhre bekamen (93 Prozent). Diese Krebsart wird in Zusammenhang mit starkem Alkohol- und Nikotin-Konsum gebracht. Die Prozentzahlen beziehen sich immer auf den Vergleich mit Fleischessern.

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Darüber hinaus zeigte sich, dass Geflügelesser ein geringeres Risiko für Prostatakrebs haben (-7 Prozent). Bei Fischessern ist das Darm- (-15 Prozent), Brust- (-7 Prozent) und Nierenkrebs (-27 Prozent) gesenkt. Bei Veganern wiederum trat Darmkrebs häufiger auf (40 Prozent). In diesem Zusammenhang weisen die Forscher allerdings auch einordnend darauf hin, dass die Ergebnisse nicht unbedingt zu den sonstigen Prognosen passen würden, zumal Veganer im Schnitt weitere Risikofaktoren für Darmkrebs wie etwa Alkohol eher meiden würden. Die Zahl könnte sich unter anderem aus der vergleichsweise kleineren Gruppe erklären. Es könne allerdings auch Zusammenhang mit einem Kalziummangel bestehen; das gehe aus der Datenlage nicht eindeutig hervor.

3D Abbildung von Krebszellen
iStock / peterschreiber.media

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährungsart

Die Autoren der Studie vermuten, dass die vegetarische Ernährung in diesem Zusammenhang einige gesundheitliche Vorteile bietet. So nehmen Vegetarier oft mehr Ballaststoffe und dafür weniger gesättigte Fettsäuren zu sich. Dazu kommt, dass mit Vegetarismus oft auch ein generell etwas gesünderer und bewusster Lebensstil einhergeht. So haben Vegetarier etwa im Schnitt einen geringeren BMI, was sich nachweislich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

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Das erhöhte Risiko für Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre könne den Forschern zufolge an einer geringeren Aufnahme von tierischem Protein liegen. Zudem komme es bei Vegetariern öfter zu einem Mangel an Vitamin B2, das vermehrt in Innereien und auch in Fisch vorkommt, und Zink, das wiederum oft über Rind- und Schweinefleisch aufgenommen wird.

Generell wird darauf verwiesen, dass grundsätzlich weitere Studien nötig seien, um direkte Zusammenhänge zwischen Nährstoffmangel und Stoffwechsel auf Krebserkrankungen zu untersuchen. „Die Verallgemeinerung dieser Ergebnisse sollte vorsichtig betrachtet werden, da die Ernährungsweisen und Nährstoffzufuhren von Vegetariern und Nicht-Vegetariern substanziell innerhalb und zwischen Bevölkerungsgruppen variieren kann“, heißt es in dem Text.

Frau hält einen Teller mit vegetarischen Zutaten
iStock / Daria Kulkova

Am wichtigsten ist eine ausgewogene Ernährung

Fakt ist allerdings, dass man sein persönliches Krebsrisiko durch eine gesunde Ernährung teilweise deutlich senken kann. Das legen diese und auch andere Studien nahe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in diesem Zusammenhang eine möglichst ausgewogene Ernährung. Dabei sollte man auf verschiedene Faktoren achten:

  1. Ausreichend Obst und Gemüse
  2. Vollkornprodukte
  3. Gesundheitsfördernde Fette (zum Beispiel Raps-, Oliven- und Leinöl)
  4. Möglichst wenig freie Zucker (WHO empfiehlt max. 50 Gramm am Tag, besser max. 25 Gramm)
  5. Ausreichend Wasser

Natürlich spielen auch weitere Faktoren wie der generelle Lebensstil und auch die Gene beim Krebsrisiko eine Rolle. Wer auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtet, legt allerdings einen guten Grundstein, um das Risiko für Krebs, Diabetes oder auch Demenz erheblich zu senken und dadurch seine Lebenszeit und auch die Lebensqualität zu erhöhen.