Verstecktes Krebsrisiko in vielen Lebensmitteln: Forscher entdecken Zusammenhang

Bei bestimmten Inhaltsstoffen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen, wurde jetzt in einer Studie ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt.
Verstecktes Krebsrisiko in vielen Lebensmitteln: Forscher entdecken Zusammenhang
Shutterstock /Nemes Laszlo

Statistisch gesehen erkrankt nahezu jede zweite Person in ihrem Leben an Krebs. Allein in Deutschland gibt es jedes Jahr fast 500.000 Neuerkrankungen. Dabei gibt es verschiedene Arten und Verläufe; der Oberbegriff vereint Krankheiten, bei denen sich das körpereigene Gewebe unkontrolliert teilt und dabei bösartig und schädlich für den Körper wird. Dafür gibt es diverse Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen können. Zu den wesentlichen Dingen gehören die Gene, vor allem auch der Lebensstil. So können sich Tabak- und Alkoholkonsum negativ auswirken, genauso wie UV-Strahlung. Aber auch der Ernährung kommt eine wichtige Rolle zu. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass man vermeintlich so gesund essen kann, wie man möchte: Bestimmten Inhaltsstoffen, die ein erhöhtes Krebsrisiko darstellen, kann man nur schwer aus dem Weg gehen.

Zu diesen gehören der Studie zufolge auch einige Konservierungsstoffe. Diese erfüllen in Lebensmitteln einen nützlichen Zweck und kommen deshalb auch vielfach zum Einsatz. Sie machen sie nämlich länger haltbar und vermeiden so nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern hemmen auch das Wachstum von Bakterien, Schimmelpilzen und Hefen. Wer einige solcher Konservierungsstoffe regelmäßig und in zu großen Mengen konsumiert, könnte jedoch mit höherer Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs oder Brustkrebs erkranken. Auch zu Diabetes konnte ein Zusammenhang festgestellt werden. Worauf muss man also achten?

Krebsrisiko durch Konservierungsstoffe: Frau packt Salami in ihren Einkaufswagen
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Studie entdeckt Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und bestimmten Konservierungsstoffen

Die unter anderem im „British Medical Journal“ veröffentlichte französische Kohortenstudie, in deren Rahmen die Daten von mehr als 100.000 Personen über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgewertet wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem bei Sorbaten, Sulfiten und Nitriten Vorsicht geboten ist. Natriumnitrit wird oft für die Konservierung von Fleischprodukten genutzt; dabei konnte die Studie einen Zusammenhang mit Prostatakrebs herstellen. Das liegt unter anderem am sogenannten ADI-Wert (Acceptable Daily Intake), also dem Wert, der anzeigt, in welcher Menge man einen Stoff zu sich nehmen sollte.

Bei Natriumnitrit liegt dieser Wert bei 0,07 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das Problem ist, dass man diese Menge aufgrund vergleichsweise hoher Konzentration in Fleisch- und Wurstprodukten bereits recht schnell erreicht; bei erwachsenen Personen mit etwa 100 Gramm Salami. Darüber hinaus kann sich Nitrit beim Erhitzen in sogenannte Nitrosamine umwandeln, die ebenfalls stark krebserregend sein sollen.

Das bedeutet für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht, dass man bestimmte Lebensmittel komplett verteufeln sollte, zumal auch im Rahmen der Studie darauf hingewiesen wird, dass zur Überprüfung der Ergebnisse weitere Untersuchungen notwendig wären. Man sollte allerdings darauf achten, Lebensmittel mit entsprechenden Konservierungsstoffen nur in Maßen zu sich zu nehmen. Zudem fasst die Studie zusammen: „Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, erfordern sie eine Überprüfung der Vorschriften für die Verwendung dieser Zusatzstoffe in der Lebensmittelindustrie, um den Verbraucherschutz zu verbessern. Bis dahin bekräftigen die Ergebnisse die Empfehlung an Verbraucher, frisch zubereitete und minimal verarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen.“