Nach 24 Stunden im Sarg wacht „tote“ Frau wieder auf: Wie kann sowas passieren?

In China wurde eine 70-Jährige für tot erklärt und lag bereits für Stunden in ihrem Sarg, als sie plötzlich Lebenszeichen von sich gab. So etwas passiert immer wieder.
Nach 24 Stunden im Sarg wacht „tote“ Frau wieder auf: Wie kann sowas passieren?
Shutterstock / PeopleImages

Jede Kultur hat ihre eigenen Bestattungsrituale, auch wenn es durchaus Überschneidungen gibt. So sind vor allem Feuerbestattungen in vielen Regionen üblich, in westlichen Kulturen sind aber auch Begräbnisse im Sarg beliebt. Aber beispielsweise auch in China sind solche Erdbestattungen gängig. In der nordchinesischen Provinz Hebei ereignete sich in diesem Kontext nun ein Fall, der für weltweite Aufmerksamkeit sorgte.

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Dort wurde eine 70-jährige Chinesin nach längerer Krankheitsgeschichte von ihrer Familie für tot gehalten. Stunden später, als sie bereits im Sarg lag, zeigte die Seniorin dann allerdings plötzlich wieder Lebenszeichen und wurde aus dem Sarg geborgen. Wenige Tage später starb sie dann allerdings tatsächlich. Aber wie ist ein solcher Irrtum überhaupt möglich?

Frau in China wacht im Sarg wieder auf

Die Provinz Hebei umschließt die beiden chinesischen Großstädte Peking und Tianjin. Der letzten chinesischen Volkszählung im Jahr 2020 zufolge leben dort rund 74,1 Millionen Menschen, was sie zu einem der bevölkerungsreichsten Teile des Landes macht. Wo genau sich der Fall ereignete, ist nicht bekannt, allerdings nahm er am 8. September seinen Anfang. Am Abend dieses Tages stellten die Angehörigen der 70-Jährigen fest, dass diese keinerlei Lebenszeichen mehr zeigte.

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Aufgrund ihres Gesundheitszustands ging die Familie von ihrem Tod aus. Die Seniorin litt Medienberichten zufolge seit Jahren an einer schweren Krebserkrankung sowie einer Hirnthrombose. Eine Heilung wurde ausgeschlossen. Als sie nicht mehr reagierte und wohl auch kein Puls mehr fühlbar war, wurde sie für tot gehalten und in einen sogenannten Kühlsarg gelegt.

Solche Särge werden eingesetzt, um den natürlichen Verwesungsprozess eines Verstorbenen zu verzögern, wenn dieser beispielsweise vor der Bestattung über längere Zeit aufgebahrt werden soll. Dort soll die Seniorin allerdings plötzlich „wieder zum Leben erwacht“ sein, wie ein Angehöriger auf der chinesischen Kurzvideoplattform „Douyin“ geschildert haben soll.

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70-Jährige verstirbt wenige Tage später tatsächlich

Am Abend des 9. Septembers, als die Frau bereits mehrere Stunden in dem Sarg gelegen hatte, hörte ihre Schwiegertochter plötzlich Geräusche aus dem Gerät. Es ist unter anderem von einem leisen Summen die Rede. Daraufhin öffnete die Familie den Sarg umgehend und stellte fest, dass die Seniorin darin noch am Leben war.

Bis zum 11. September war sie nach Angaben ihrer Verwandten zumindest zwischenzeitlich bei Bewusstsein und konnte sogar die Augen öffnen. Ihr Zustand blieb jedoch kritisch und die 70-Jährige verstarb im Laufe des darauffolgenden Tages. Ihre Beerdigung fand dann am 13. September ohne weitere Zwischenfälle statt.

Expertinnen und Experten gehen in diesem Fall von einem sogenannten Scheintod aus. In einem solchen Zustand sind sichtbare Lebenszeichen wie Atmung und Herzschlag so schwach, dass sie kaum noch zu erkennen sind, vor allem für das ungeschulte Auge. Wie oft kommt es vor, dass deshalb Leute fälschlicherweise für tot erklärt werden?

Familie beugt sich über einen Sarg
Shutterstock / buritora

Scheintote wachen im Bestattungsinstitut oder im Sarg wieder auf

Genaue Zahlen zum Scheintod existieren nicht. Allerdings kann man in jedem Fall festhalten, dass es immer wieder vorkommt. Ein Fall sorgte beispielsweise 2023 für Aufsehen, als die 82-jährige Bewohnerin eines Altersheims sogar von den Rettungskräften für tot erklärt wurde und dann drei Stunden später im Bestattungshaus wieder aufwachte. 2020 wurde eine 20-Jährige 30 Minuten lang Wiederbelebungsmaßnahmen ausgesetzt, dann für tot erklärt und zu einem Bestattungsinstitut gebracht. Dort schlug sie dann plötzlich wieder die Augen auf.

Im Jahr 2018 kam es wiederum zu einem Fall in einem spanischen Gefängnis. Einer der Insassen zeigte keinerlei Lebenszeichen mehr. Im Leichensack wurde der 29-Jährige dann „wieder lebendig“, kurz vor seiner Obduktion. Man kann davon ausgehen, dass es solche Fälle schon immer gegeben hat. Immerhin gibt es Bräuche, in deren Rahmen Menschen mit einer Glocke begraben werden, damit sie sich im Zweifel eines Scheintods aus dem Sarg heraus bemerkbar machen können.

Scheintode können verschiedene Ursachen haben

Grundsätzlich kommt es zu solchen fälschlichen Todesfeststellungen aufgrund oberflächlicher oder unzureichender Untersuchungen der Personen. Dahinter muss nicht einmal unbedingt Unaufmerksamkeit oder Unwissenheit stehen. Stattdessen kann es beispielsweise an den Standard-Untersuchungen liegen, die in einigen Fällen nicht ausreichen oder an besonderen Umständen bei der scheintoten Person. Damit jemand offiziell für tot erklärt wird, werden dem Portal „FITBOOK“ zufolge grundlegend drei Dinge untersucht:

  • Herz- und Atemgeräusche
  • Pupillenreaktionen
  • körperliche Reflexe auf bestimmte Reize

Beispielsweise bei einer Ohnmacht kann es aber beispielsweise auch sein, dass der Vagusnerv aktiviert wird, der wiederum dazu da ist, Körperfunktionen wie die Herzfrequenz zu regulieren. Bei einer Ohnmacht wird das dann sehr stark heruntergefahren, sodass ein Puls kaum noch wahrnehmbar ist. Neben dieser Möglichkeit gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die die genannten Untersuchungspunkte beeinflussen können wie beispielsweise kaltes Wasser oder bestimmte Beruhigungsmittel.

Im Fall der Frau in China lag die falsche Todesfeststellung wohl vor allem daran, dass keine geschulte Person vor Ort war. Die Familie untersuchte Puls und Atmung; beides war so schwach, dass es nur noch schwer erkennbar war.