Nicht zum Schuheputzen! Dafür sind die Bürsten an der Rolltreppe wirklich da

Viele glauben, dass die Bürsten am Rand einer Rolltreppe dafür gedacht sind, im Vorbeifahren Schmutz von Schuhen zu entfernen. Tatsächlich sind die Bürsten allerdings aus Sicherheitsgründen dort angebracht und man sollte sie mit Vorsicht behandeln.
Nicht zum Schuheputzen! Dafür sind die Bürsten an der Rolltreppe wirklich da
iStock / Jinli Guo

Eine Rolltreppe befördert Personen unkompliziert nach oben und nach unten, ohne dass diese lästige Treppenstufen erklimmen müssten. Die Stufen dieser auch „Fahrtreppe“ genannten Konstruktionen bestehen in der Regel aus geriffeltem Metall – das dient übrigens als Rutsch- und Einklemmschutz –, an deren Rand oft schwarze Bürsten zu finden sind. Doch wofür sind diese eigentlich gut?

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Bürsten erfüllen eine wichtige Sicherheitsfunktion

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Bürsten an Rolltreppen dort angebracht sind, damit man seine Schuhe daran säubern kann. Das scheint zunächst verlockend, immerhin müsste man sich nur an den Rand der Treppe stellen, damit die Bürsten im Vorbeifahren beiläufig den Dreck abbürsten. Tatsächlich haben sie aber eine viel wichtigere Funktion und man sollte sich eher von ihnen fernhalten.

Die Bürsten sollen nämlich sogar explizit verhindern, dass sich Personen dem dahinter verborgenen Spalt mit ihren Schuhen, Kleidern oder anderen Gegenständen nähern. Dieser Spalt entsteht ganz automatisch zwischen den beweglichen Stufen und der statischen Seitenwand einer Rolltreppe und ist sogar technisch notwendig, damit die Stufen völlig berührungslos und ohne Reibung an der Wand vorbeigleiten können.

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Mehrere Rolltreppen nebeneinander in einem Gebäude
iStock / Jaime Grajales Benjumea

Warum Rolltreppen gefährlich sein können

Wie unter anderem TÜV Thüringen warnt, kann es fatale Folgen haben, wenn dort beispielsweise Schnürsenkel hineingeraten. Es besteht nämlich eine akute Einzugs- und Quetschgefahr mit erheblichem Verletzungsrisiko. Die beweglichen Stufen wirken an der starren Seitenwand im schlimmsten Fall wie eine mechanische Schere.

Besonders bei Kindern werden Rolltreppen in diesem Zusammenhang zum „unterschätztes Sicherheitsrisiko“, erklärt der TÜV. In diesem Kontext warnt der Verein unter anderem auch vor dem Rückwärtsfahren, um etwa besser mit einer Person sprechen zu können. Das führe potenziell zu Stürzen und dann würden die Leute im unglücklichsten Fall automatisch in den Rand bei den Bürsten greifen.

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Sicherheitsvorkehrungen an Rolltreppen

Die sogenannten Sockelbürsten sind also aus Sicherheitsgründen an den Rolltreppen angebracht. Darüber hinaus ist die maximale Spaltbreite genormt. Nach europäischen Sicherheitsnormen (EN 115) darf der Zwischenraum nämlich maximal 4 Millimeter breit sein, um das Risiko zu minimieren.

Zudem befinden sich direkt hinter dem Spalt empfindliche Sensoren. Sollte sich doch ein Gegenstand verklemmen und die Seitenwand leicht wegdrücken, soll ein Not-Stopp der gesamten Anlage ausgelöst werden.