Dass Preise für Produkte steigen, ist in gewissem Maße aufgrund der Inflation sowie der Entwicklung von Lohn- und Produktionskosten normal. Die Preissprünge in den vergangenen Jahren sind allerdings teilweise deutlich ausgefallen. Bei Schoko-Weihnachtsmännern lag das vor allem am Kakaopreis. Aber auch die Energiepreise spielten in den Begründungen der großen Hersteller eine Rolle.
Für kommendes Weihnachten 2026 gibt es aber nun überraschend gute Nachrichten für Fans der weihnachtlichen Schokolade: Die Preise bleiben nahezu gleich oder sinken sogar.
Milka, Lindt und Lidl: Schoko-Weihnachtsmänner im Preis-Check
Über die Preise im großen Vergleich berichtet unter anderem „t-online“. So verlangt Mondelez für seine Milka Schoko-Weihnachtsmänner in der 45-Gramm-Version 1,89 Euro; das entspricht dem Preis aus dem Vorjahr. Bei der größeren 90-Gramm-Ausgabe steigt der Preis um 0,30 Euro auf 3,29 Euro (vorher 2,99 Euro).
Auch bei Ferrero bleiben die Preise im Vergleich zu 2025 stabil, während Lidl den Preis für seine hauseigenen Schoko-Weihnachtsmänner um 30 beziehungsweise 40 Cent senkt. Das Modell mit 40 Gramm kostet dieses Jahr 2,29 Euro (vorher 2,69 Euro), das mit 70 Gramm gibt es für 3,69 Euro (vorher 3,99 Euro).
Auch Lindt hat seine Preisempfehlung gesenkt. So kostet der klassische Lindt-Weihnachtsmann mit 125 Gramm in diesem Jahr laut Preisempfehlung 5,49 Euro und somit 50 Cent weniger als 2025. Ob das auch bei den Kundinnen und Kunden ankommt, hängt im Einzelnen davon ab, ob die Händler den Preisnachlass weitergeben.

Warum die Preise für Schokolade plötzlich sinken
Titelte die „Bild“ also 2025 noch mit der „Schokoflation“, kann davon zumindest 2026 keine Rede sein. Ein wesentlicher Grund dafür ist vermutlich, dass die generelle Nachfrage nach Schokolade in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. Damit sank auch der Absatz der großen Marken, was bereits zu zahlreichen Rabattaktionen führte, mit denen die großen Hersteller ihren Jahresumsatz aufpolieren wollten.
So sagte etwa auch Ernst Tanner, Verwaltungsratspräsident von Lindt & Sprüngli, der „NZZ am Sonntag“: „Wir haben falsch eingeschätzt, wie die Kunden auf Preiserhöhungen reagieren.“ Bei der Traditionsmarke hat es deshalb bereits harte Konsequenzen gegeben. So wurde im Oktober CEO Adalbert Lechner nach 33 Jahren im Unternehmen mit sofortiger Wirkung entlassen.
Und es gibt noch eine weitere Entwicklung im Hintergrund. Während die Produktionskosten zwar weiter steigen, fallen wiederum die Preise für Kakao bereits seit Monaten. Viele Analystinnen und Analysten rechnen deshalb grundsätzlich mit einer Stagnation der Preise für Schokoladenware im kommenden Jahr.

