Insekten sind in anderen Kulturen fester Teil der Speisekarte und auch hierzulande sind sie als gesundes und meist günstiges Lebensmittel auf dem Vormarsch. Allerdings passiert das eher unauffällig, indem die kleinen Tiere quasi ungesehen verarbeitet werden.
Das liegt auch daran, dass die Europäische Union seit einigen Jahren die Gesetze diesbezüglich lockert. Das mag dem einen oder anderen eklig vorkommen, aber tatsächlich ist der Einsatz von Insekten in der Lebensmittel-Industrie überhaupt nichts Neues.
Läuse als Farb- und Glanzmittel
So werden die kleinen Tierchen etwa in Lebensmittelfarben verarbeitet, mit denen dann wiederum zum Beispiel Gummibärchen eingefärbt werden. Scharlachschildläuse werden dabei getrocknet und dann ausgekocht, um eine intensive rote Farbe zu gewinnen. Schaut man auf die Zutatenliste von bekannten Süßigkeiten wie M&M's, Mentos oder auch einigen Gummibärchen wie von Trolli, dann kann man dort „Karmin“ entdecken – das ist genau dieser Farbstoff.
Wer sich zudem bei einigen Süßigkeiten wie den bunten Kakaolinsen von Milka schon einmal gefragt hat, warum diese so eine glatte, glänzende Oberfläche haben – auch dahinter steckt ein aus Insekten gewonnener Stoff, nämlich Schellack. Streng genommen handelt es sich dabei um die Ausscheidungen von Lackschildläusen. Der Stoff kommt im Übrigen auch in Kosmetik oder in Möbelpolitur zum Einsatz.

Immer mehr Insekten in Lebensmitteln zugelassen
Darüber hinaus sind noch einige andere Insekten in Lebensmitteln zugelassen. Dazu gehören:
- Gelbe Mehlwürmer (Larven)
- Getreideschimmelkäfer
- Hausgrille
- Wanderheuschrecke
Eine spezielle Kennzeichnungspflicht besteht nicht, allerdings müssen die Insekten natürlich gelistet werden. Wer den Verzehr also unbedingt vermeiden möchte, muss entsprechend wachsam sein. Es gibt aber auch einige positive Eigenschaften der kleinen Tiere als Lebensmittel.
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Insekten bieten als Lebensmittel viele Vorteile
Tatsächlich sind Insekten, wie eingangs bereits erwähnt, sehr gesund. Zwar unterscheiden sich die Nährstoffe natürlich. Aber die meisten – essbaren – Krabbeltiere gelten als gute Proteinquelle. Zudem enthalten die Tiere oft reichlich Nährstoffe wie etwa Omega-3-Fettsäuren oder auch Zink und Eisen. Darüber hinaus gelten sie oft als klimafreundlichere Alternative zu Fisch und Fleisch.
Allerdings ist beim Kauf Vorsicht geboten. Zum einen ist beispielsweise in Fertigprodukten oft reichlich Zucker und Salz enthalten, wie unter anderem die Verbraucherzentrale berichtet. Auf der anderen Seite müssen sich Allergikerinnen und Allergiker teilweise in Acht nehmen.
Denn wer auf Krusten-, Schalen- und Weichtiere oder auch auf Hausstaubmilben allergisch reagiert, tut das mitunter auch auf andere Insekten in Lebensmitteln. Abseits dessen gibt es aber einige Expertinnen und Experten, die bei Insekten gar vom Lebensmittel der Zukunft sprechen, wobei Tierschutzorganisationen wie PETA auch hier teilweise fehlende Maßnahmen bemängeln.

