Wie wohlhabend bin ich eigentlich mit meinem Gehalt? Das ist eine Frage, die sich viele immer wieder stellen. Studien haben dabei bereits mehrfach bewiesen, dass sich per Definition „reiche“ Menschen oft gar nicht als reich wahrnehmen, sondern eher zur oberen Mittelschicht zählen. Umgekehrt geben viele, die de facto akut von Armut betroffen sind, an, dass sie sich nicht als arm empfinden.
Für beide Beobachtungen gibt es mehrere Erklärungen, die sich zum Teil ähneln, im Detail aber doch ein wenig auseinandergehen. Es gibt aber auch ganz objektive Zahlen, die festlegen, ab wann jemand in Deutschland als reich oder arm gilt. Wer nun überprüfen möchte, wo man selbst dabei steht, kann auf eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zurückgreifen, das auch einen Rechner zur Verfügung stellt.
Das sind die Gehaltsgrenzen, ab denen man reich oder arm ist
Dabei kann man seine Gehaltsdaten sowohl als Single als auch als zusammenlebendes Paar vergleichen. Es geht also um das monatliche Nettohaushaltseinkommen. Man kann zudem mit einfließen lassen, ob man Kinder hat, zur Miete oder im Eigentum wohnt, sowie zahlreiche andere Faktoren berücksichtigen.
Dem IW zufolge gelten dabei folgende Grenzen für Alleinlebende pro Monat:
- unter 1.450 Euro: relativ arm
- 1.450 bis 1.940 Euro: untere Mitte
- 1.940 bis 3.630 Euro: Mitte im engen Sinn
- 3.630 bis 6.050 Euro: obere Mitte
- ab 6.050 Euro: relativ reich
Diese Personengruppen sind besonders reich und besonders arm
Die Daten zeigen zudem nach wie vor deutlich, dass im Vergleich vor allem Personen mit Hochschulabschluss und Paare ohne Kinder ein höheres Gehalt beziehen und entsprechend wohlhabender sind. So haben zwölf Prozent der Haushalte mit zwei Personen beziehungsweise zwei Einkommen ohne Kinder ein Nettohaushaltseinkommen von mindestens 9.070 Euro im Monat.
Dieser Anteil ist fast dreimal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Auf der anderen Seite der Skala befinden sich vor allem Alleinlebende mit Kindern.
Daten stammen von der Europäischen Union
Datengrundlage für den Bericht lieferte die Europäische Union, wobei sich die Werte auf das Jahr 2024 beziehen. Erhoben wurden sie wiederum im Jahr 2025 und wurden nun aktuell veröffentlicht und aufbereitet. Die gelisteten Schwellenwerte wurden wiederum anhand des Median-Nettoeinkommens berechnet. Dieses betrug für eine alleinstehende Person 2.419 Euro im Monat.
Mit 60 Prozent davon oder noch weniger Gehalt gilt man als relativ arm, mit mindestens 250 Prozent als vergleichsweise reich. Aspekte wie Vermögen, Wohneigentum oder regionale Preisunterschiede sind bei dieser Rechnung allerdings nicht berücksichtigt.

