Was zu Weihnachten die Schoko-Weihnachtsmänner sind, sind zu Ostern die Schoko-Osterhasen. Die Tradition stammt aus Deutschland und erfreut sich bereits seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Doch Verbraucherinnen und Verbraucher, die die schokoladigen Tiere für das anstehende Osterfest kaufen möchten, könnten einen kleinen Preisschock bekommen.
Denn obwohl die Preise für Schokolade zuletzt gesunken sind, ist das bei Schoko-Osterhasen nicht der Fall – ganz im Gegenteil. Eine Analyse der Vergleichsapp „Smhaggle“ für die Deutsche Presse-Agentur zeigt stattdessen, dass der Preis für die beliebte Süßigkeit im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen ist. Und schon 2025 waren die Tiere so teuer wie selten.

Preise für Schoko-Osterhasen steigen seit Jahren deutlich
Für die Untersuchung wurden Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero herangezogen. Sonderangebote und Eigenmarken wurden hingegen nicht berücksichtigt. Dabei zeigte sich, dass die Preise für Schoko-Osterhasen abhängig von Größe und Marke des Produkts zwischen 7 und 29 Prozent höher lagen als noch im Vorjahr. Um beim Beispiel des wohl bekanntesten Hasen von Lindt zu bleiben: Die beliebte 100-Gramm-Variante verteuerte sich um 70 Cent, was einem Plus von 16 Prozent entspricht. Die kleinen 50-Gramm-Hasen sind 50 Cent und somit 18 Prozent teurer. Der Vergleich bezieht sich jeweils auf den gleichen Monat im Jahr 2025. Der Vergleich mit dem Jahr 2020 zeigte sogar eine Verteuerung um bis zu 70 Prozent.
Das bedeutet, dass ein Kilo bei den Lindt-Hasen je nach Variante hochgerechnet bis zu 65 Euro kostet, wie es etwa beim „Handelsblatt“ heißt. Das entspricht allerdings nicht der generellen Marktentwicklung. Denn dort sinken die Preise aufgrund besserer Ernten und schwacher Nachfrage. Dass die Schoko-Osterhasen trotzdem so teuer sind, begründet etwa Hersteller Lindt & Sprüngli zum einen damit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um Engpässe zu vermeiden. Das führe dazu, dass kurzfristige Preisentwicklungen nicht immer sofort sichtbar seien. Zum anderen seien die Kosten für andere Komponenten wie Nüsse und die Verpackungen gestiegen.

Kunden reagieren auf steigende Preise – und auch die Supermärkte
Verbraucherinnen und Verbraucher reagieren überwiegend ungehalten auf die erneute Verteuerung, wobei einige auch Verständnis zeigen. „Die Leute sollen endlich aufhören, solche Preise zu bezahlen“, beschwert sich etwa ein Facebook-Nutzer. „Den Mist kaufe ich schon lange nicht mehr“, schreibt eine Nutzerin. Und eine Person ergänzt traurig: „Nach den Spritpreisen kann ich mir das nicht mehr leisten“. „Wer Qualität möchte, sollte auch bereit sein, dafür zu zahlen“, heißt es hingegen von anderer Stelle. Ein Blick in die benachbarten Länder wie etwa die Schweiz und Österreich zeigt im Übrigen ähnliche Debatten.
Die konstant hohen Preise der vergangenen Jahre führen zu einem spürbaren Rückgang des Schokoladen-Konsums. Einer Umfrage (Ergebnis hinter Bezahlschranke) aus dem Jahr 2025 zufolge isst etwa jede zweite der befragten Personen etwas weniger oder sogar deutlich weniger Schokolade als noch vor zwei Jahren. Nur fünf Prozent gaben an, mehr zu essen. Und auch die reinen Verkaufszahlen belegen das. Das führt wiederum dazu, dass Hersteller und Supermärkte deutlich schneller zu Sonderaktionen aufrufen. So gibt es etwa bei Lidl jetzt schon die Schoko-Osterhasen von Lindt und Milka fast zum halben Preis.
