In Deutschland leben im Vergleich zu anderen EU-Ländern wenige Menschen im Eigenheim. Viel häufiger werden Wohnungen oder Häuser angemietet. Das hängt unter anderem mit dem Einkommen zusammen. Denn die Immobilienpreise sind hoch und die Erwerbsnebenkosten ebenfalls.
Darüber hinaus gelten strenge Regeln, wenn es um eine geeignete Finanzierung bei der Bank geht. Demnach wohnen Statistiken zufolge die meisten Deutschen erst ab einem bestimmten Nettogehalt im eigenen Heim. Zudem macht ein starker Mieterschutz das Wohnen in einer fremden Immobilie in der Bundesrepublik attraktiv. Der Wohnungsbau der Nachkriegszeit tat sein Übriges, und so wurde aus Deutschland ein „Mieterland“.

Über 3.300 Euro: So hoch muss das Nettogehalt sein, um sich den Hauskauf leisten zu können
Der Statistikbehörde Eurostat zufolge liegt die Eigentumsquote in Deutschland nur bei 47 Prozent. Zum Vergleich: In Polen lag sie 2023 bei 87 Prozent. Menschen, die über ein Nettogehalt von über 4.000 Euro verfügen, leben häufiger in einem Einfamilienhaus. Das zeigt eine Analyse des Mikrozensus. Die Experten gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit somit auch höher ist, dass es sich um ein Eigenheim handelt. Laut Statista ist die Eigentümerquote über die letzten Jahrzehnte im Saarland und in Rheinland-Pfalz am höchsten gewesen.
Experten raten dazu, maximal 30 Prozent des eigenen Gehalts für eine Finanzierung auszugeben. Wer beispielsweise rund 1.000 Euro monatlich über 25 Jahre an die Bank zahlt, muss bereits 3.350 Euro netto im Monat verdienen, um sich die Rate inklusive Zinsen leisten zu können. Aktuell liegen die Zinsangebote in Deutschland bei einer Tilgung von über 20 Jahren bei 3,9 bis 4,3 Prozent. Zumeist zahlen Eigentümer den Kaufpreis zu 25 Prozent selbst und leihen sich 75 Prozent von der Bank.
Beispielrechnung: So gelingt der Kauf des Eigenheims mit Kredit
Handelt es sich also um ein sogenanntes Annuitätendarlehen ,würde man in diesem konkreten Beispiel bei einem Zinssatz in Höhe von 4 Prozent 190.000 Euro erhalten. Das Eigenkapital würde demnach rund 63.000 Euro betragen und insgesamt würden 250.000 Euro zur Verfügung stehen. Eine Summe, für die man in Deutschland bereits ein kleines Haus oder auch eine bis zu 80 Quadratmeter große Wohnung erwerben kann. Darüber hinaus muss man die Erwerbsnebenkosten mit einkalkulieren. Allerdings handelt es sich um das untere Preissegment. Ein durchschnittlicher Neubau in guter Lage kostet bereits 550.000 Euro.

