Die Geschichte des iPods und wie Apple mit ihm die Musikwelt revolutionierte

Als Apple 2001 den ersten iPod präsentierte, war die Skepsis groß. Doch das Gerät mit dem ikonischen Click Wheel entwickelte sich schnell zum Massenphänomen, das bis heute nachwirkt.
Die Geschichte des iPods und wie Apple mit ihm die Musikwelt revolutionierte
Shutterstock / marleyPug

Am 21. Oktober 2001 wurde in mehrfacher Hinsicht ein echter Meilenstein erreicht. Denn an diesem Tag präsentierte der damalige Apple-Chef Steve Jobs der Welt ein Gerät, mit dem man „1.000 Songs in der Tasche“ haben konnte: den iPod. Das Gerät war dabei sowohl für den Konzern als auch für die gesamte Branche rückblickend ein wichtiger Schritt – auch wenn das im Jahr 2001 wohl niemand vermutet hat.

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Zu Beginn war Apples beziehungsweise Steve Jobs' Vision von vielen belächelt. MP3-Player waren das Maß aller Dinge und dass Apple mit einem High-Tech-MP3-Player, der mit einer UVP von 532 Euro (399 Dollar) auf den Markt kam, erfolgreich sein könnte, erschien der breiten Masse als ausgesprochen unwahrscheinlich.

Rückblickend muss man allerdings festhalten, dass der Plan voll aufgegangen ist. Der iPod war nicht nur ein großer finanzieller Erfolg für Apple. Er hat auch grundlegend die Art und Weise verändert, wie man Musik hört, was die Branche bis heute prägt.

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Technische Daten des allerersten iPods

Der allererste iPod, der im Oktober 2001 vorgestellt wurde, etablierte ein bis heute legendäres Apple-Design und vor allem auch die bekannten weißen Kopfhörer des Unternehmens. Was er aktuellen und auch späteren Konkurrenz-Produkten voraus hatte, war zudem eine konsequente Einfachheit in der Bedienung über das ikonische Scroll Wheel (später dann Click Wheel), mit dem man durch die Mediathek navigieren konnte. Das allererste Modell kam damals übrigens mit folgenden Spezifikationen auf den Markt:

  • Speicherkapazität: 5 GB (später 10 GB)
  • Akkulaufzeit: max. 10 Stunden
  • Maße: 102,6 × 61,8 × 19,9 Millimeter
  • Gewicht: 185 Gramm

Wer sich das Video der ersten iPod-Präsentation anschaut, erkennt zwar schon in den Grundzügen das Konzept späterer Apple-Keynotes. Das steckte allerdings ebenfalls noch in den Kinderschuhen, weshalb der Vortrag ein wenig wie eine PowerPoint-Präsentation wirkt, in der Steve Jobs etwas über die Marktmacht von Musik und das enorme Potenzial des neuen Geräts erzählt.

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Der iPod hat die Musikbranche revolutioniert

Die Erfindung des iPods und auch seine weitere Geschichte funktionieren allerdings auch nur im historischen Kontext. Denn um die Jahrtausendwende steckte die digitale Musikwelt, die Jobs in seiner Präsentation mehrfach nennt, im Chaos. Tauschbörsen wie Napster, auf denen illegal Musik gehandelt wurde, feierten Hochkonjunktur. Dadurch wurde der Musikmarkt immer digitaler, was gleichzeitig das Ende der CD-Ära einläutete.

MP3-Player waren eine unmittelbare Reaktion darauf und erfreuten sich einiger Beliebtheit. Allerdings konnten Speicherplatz und Design nicht mit dem iPod mithalten, den Apple ab 2001 im Angebot hatte. Dadurch wurde Apple zu einem Problemlöser für die gesamte Branche, indem Hard- und Software mit einer nahtlosen Nutzungserfahrung kombiniert wurden.

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Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen

Das Versprechen, das Jobs in seinem Vortrag gibt, dass „wir das Rezept für digitale Musik“ finden, löste sich dann vor allem ab dem Jahr 2004 ein. Denn nachdem die erste Generation das Produkt als solches auf dem Markt positionieren konnte, allerdings noch ausschließlich mit dem Mac-Betriebssystem kompatibel war, änderte sich das. 2003 ging der iTunes Music Store an den Start, der auch für Windows-Nutzerinnen und -Nutzer zugänglich war. Spätestens mit dem dann 2004 erschienenen iPod mini wurde das Produkt zum Massenphänomen.

Das kompaktere Gerät kam so gut an, dass weitere Modelle wie der iPod Shuffle und später dann der iPod nano auf den Markt kamen. Aber auch das Basis-Modell durchlief mehrere Phasen und Generationen, wobei vor allem der Speicherplatz und die Akkukapazität sukzessive erweitert wurden.

iPod der ersten Generation in einer Verpackung
picture alliance

Retro-Technik feiert aktuell ein Comeback

Am Ende läutete Apple in gewisser Weise selbst den Untergang seines tragbaren Musik-Players ein. Denn mit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 wurde der iPod im Grunde genommen obsolet. Mit dem iPhone bekamen Nutzerinnen und Nutzer ein Telefon mit Touchscreen, Internetzugang und vielem mehr, mit dem man eben auch Musik jederzeit unterwegs abspielen konnte.

Mit seinem Smartphone läutete Apple also langsam aber sicher den Abgesang auf sein Erfolgsprodukt ein. Allerdings dauerte es noch bis ins Jahr 2022, dass mit dem iPod touch das letzte Modell abverkauft wurde. Insgesamt kommt die Gerätereihe also auf eine mehr als 20-jährige Geschichte, die auch noch nicht ganz zu Ende erzählt scheint.

Denn wie viele andere Dinge erlebt der iPod in jüngerer Vergangenheit eine regelrechte Renaissance. Auf Social Media sind vermehrt auch jüngere Generationen mit alten Geräten zu sehen, die auf diese Weise der Reizüberflutung durch Smartphones entkommen und trotzdem Musik hören wollen. Dieser Trend ist auch in den Verkaufspreisen für gebrauchte Geräte zu beobachten.

Übersicht der iPod-Modelle im Wandel der Zeit

  • iPod (Classic): ab 2001 (1. Gen) bis 2007 (6. Gen) – das „Original“, bekannt für die mechanische und später kapazitive Festplatten-Bedienung.
  • iPod mini: ab 2004 – kleinere, farbenfrohe Variante, die den Grundstein für das spätere nano-Modell legte.
  • iPod nano: ab 2005 (1. Gen) bis 2015 (7. Gen) – ersetzte den mini, setzte auf Flash-Speicher und durchlief mehrere ikonische Designphasen.
  • iPod shuffle: ab 2005 (1. Gen) bis 2017 (4. Gen) – Einstiegsmodell ohne Display, das auf zufällige Wiedergabe setzte und das später mit einem Klemmmechanismus an der Kleidung befestigt werden konnte.
  • iPod touch: ab 2007 (1. Gen) bis 2019 (7. Gen) – mit Multi-Touch-Display und App-Store-Zugang.