Apple galt vor allem in den 2000er-Jahren als Pionier seiner Branche. So haben zahlreiche Geräte des Unternehmens die Tech-Welt geprägt, allen voran das iPhone, das von Steve Jobs im Jahr 2007 vorgestellt wurde und eine neue Ära der Smartphones einläutete. Doch noch einige Jahre vorher, am 23. Oktober 2001, präsentierte Jobs der Welt ein anderes Gerät, das auf seine Weise genauso bahnbrechend war: den iPod.
Nach der Zeit der Walk- und Discmans brachte Apple damit das Musikhören deutlich voran und etablierte die MP3-Player. Plötzlich konnte man zunächst nur einige wenige, dann später jedoch deutlich mehr Songs auf einem Gerät speichern, um sie sich später anzuhören. Vor allem aufgrund des veränderten Hörverhaltens wegen Musik-Streaming über Smartphones stellte Apple die Produktion seines iPods jedoch ein. Möglicherweise sollte das Unternehmen das noch einmal überdenken, denn aktuell feiern die kleinen Musikspeicher ein überraschendes Comeback.

Mit iPods kann man Musik ohne permanente Ablenkung hören
Das legen unter anderem Zahlen der beliebten Handelsplattform eBay und auch die Google-Suchergebnisse nahe, wie das US-Medium „Axios“ berichtet. Den Daten zufolge ist bereits seit einigen Jahren ein wachsendes Interesse am iPod Nano und dem iPod Classic zu verzeichnen. 2025 soll das Interesse im vergleich zum Vorjahr etwa um bis zu 25 Prozent höher gewesen sein. Expertinnen und Experten zufolge handelt es sich dabei nicht nur um kurzfristigen Trend.
Generell geht, vor allem in jüngeren Generationen, die Tendenz wieder zu einer Art digitalem Minimalismus, der auch ältere Geräte mit einschließt. Viele fühlen sich durch die Dauererreichbarkeit über ihre Smartphones überlastet und suchen gezielt offline nach Zerstreuung. Da ein iPod ohne Internetzugang funktioniert und ausschließlich zum Musikhören verwendet werden kann, passt er hervorragend in diese generelle Bewegung, die sich auch in anderen Bereichen beobachten lässt. So wird etwa auf TikTok gerade die „Analog Bag“ gefeiert, während andere in den Erinnerungen an 2016 schwelgen.
Gleichzeitig kann man neben dem gestiegenen Interesse an iPods auch ein kleines Comeback physischer Medien wie etwa Schallplatten beobachten, auch wenn das eine mit dem anderen nicht in Gänze zu vergleichen ist. Hinter dem überraschenden Hype steckt also in erster Linie ein Gefühl digitaler Ermüdung und Überforderung, das allerdings möglicherweise das Potenzial hat, den Markt mittel- und langfristig tatsächlich zu beeinflussen.
