Weiße Weihnachten in Sicht? Wo die Chance am größten ist

Weiße Weihnachten, also ein Weihnachtsfest mit richtigem Schneefall, sind für viele etwas Besonderes. Wie stehen die Chancen, dass es 2026 dazu kommt?
Weiße Weihnachten in Sicht? Wo die Chance am größten ist
iStock / seewhatmitchsee

Schneebedeckte Straßen, weiße Dächer und winterliche Temperaturen: Viele Menschen wünschen sich auch 2026 wieder weiße Weihnachten. Doch die bisherigen Wetterprognosen machen wenig Hoffnung.

Zwei bekannte Meteorologen rechnen eher mit milden Temperaturen und Regen und auch der Hundertjährige Kalender verspricht keine durchgehend winterlichen Feiertage. Einige Orte können sich aber auch im Flachland Hoffnung machen.

Hundertjähriger Kalender prognostiziert ungemütliche Feiertage

Wer wissen möchte, wie das Wetter an Weihnachten wird, kann einen Blick auf den sogenannten Hundertjährigen Kalender. Dessen Ursprung reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals beobachtete ein Klosterabt in Oberfranken zwischen 1652 und 1658 die Wetterverhältnisse. Seine Aufzeichnungen bildeten später die Grundlage für einen Kalender, der langfristige Wetterentwicklungen vorhersagen soll.

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Für Dezember 2026 kündigt der Kalender bereits am ersten Tag des Monats Schneefall an. Zum Weihnachtsfest selbst sieht es allerdings weniger winterlich aus. Statt Schnee werden Regen, kräftiger Wind und teilweise stürmische Verhältnisse erwartet. Lediglich in höheren Lagen könnte sich eine Schneedecke halten, die weiße Weihnachten mit sich bringt. Erst ab dem 29. Dezember sieht der Kalender dann wieder Schneefälle und anschließend deutlich sinkende Temperaturen vor.

Wissenschaftlich verlässlich sind solche Vorhersagen allerdings nicht. Die Wetteraufzeichnungen aus wenigen Jahren an einem einzigen Standort reichen nicht aus, um das Wetter Jahrhunderte später vorherzusagen. Deshalb wird der Hundertjähriger Kalender zwar immer wieder gerne zum Abgleich herangezogen; Expertinnen und Experten warnen jedoch davor, verbindliche Rückschlüsse zu ziehen.

Weiße Weihnachten: Kinder stehen vor Weihnachtsbaum und es schneit
iStock / romrodinka

Meteorologe Dominik Jung rechnet mit mildem Dezember

Auch die Einschätzungen des beknnten Meteorologen Dominik Jung dürften bei Winterfans eher für Enttäuschung sorgen. Die langfristigen Wettermodelle deuten derzeit auf einen vergleichsweise warmen und niederschlagsreichen Dezember hin.

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Eine wichtige Rolle könnte dabei das Klimaphänomen El Niño spielen, das im Jahr 2026 besonders stark ausfallen dürfte. Die Meerestemperaturen im Pazifik liegen nach den angeführten Daten um 3,39 Grad über dem Durchschnitt der Referenzperiode von 1991 bis 2020. Das sorgt dem Experten zufolge für einen eher nassen und warmen Dezember als für weiße Weihnachten.

Schnee an Heiligabend ist dadurch nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich. Jung zufolge spielt dabei auch die weitere Entwicklung des Polarwirbels eine Rolle. Handfeste Prognosen kann es aber erst rund zehn Tage vor Heiligabend geben, so der Experte.

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Noch zurückhaltender bewertet Meteorologe Jan Schenk von weather.com die Chancen auf einen schneereichen Dezember und einen entsprechenden Winter. Nach den langfristigen Klimamodellen könnten die Temperaturen zwischen November und März in weiten Teilen über dem üblichen Niveau liegen.

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Häufige westliche Luftströmungen könnten zudem milde und feuchte Atlantikluft nach Deutschland transportieren. Dauerhaft winterliche Bedingungen erwartet Schenk deshalb fast ausschließlich in den höheren Regionen der Alpen.

Weiße Weihnachten 2026: In diesen Regionen sind die Chancen am größten

RegionGeschätzte Schneewahrscheinlichkeit
Köln, Bremen und Frankfurt5–15 Prozent
Rostock und OstseeküsteRund 20 Prozent
Kassel und Umgebung20–30 Prozent
München und Passau30–40 Prozent
Alpen ab etwa 800–1.000 MeternNahezu 100 Prozent

Wann gab es zuletzt überall in Deutschland weiße Weihnachten?

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie selten flächendeckend weiße Weihnachten in Deutschland tatsächlich sind. Gemeint ist damit, dass es gesamten Bundesgebiet eine geschlossene Schneedecke gab. Zuletzt war das tatsächlich im Jahr 2010 der Fall. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gab es dieses Ereignis seit Beginn des 20. Jahrhunderts insgesamt nur sechsmal: in den Jahren 1906, 1917, 1962, 1969, 1981 und eben im Jahr 2010.

Immer wieder hört man in diesem Zusammenhang, dass es früher häufige weiße Weihnachten gab. Ein Blick auf die Daten zeigt allerdings, dass diese Aussage so nicht haltbar ist. Der DWD erklärt die Wahrnehmung wie folgt: „Weiße Weihnachten bleiben einfach länger im Gedächtnis.“ Man kann aber mit Blick auf die Klimaentwicklungen durchaus sagen, dass eine flächendeckende Schneedecke an Heiligabend noch unwahrscheinlicher wird als ohnehin schon.