Waldbrand in NRW: Erster Ort muss evakuiert werden

Im Kreis Düren in NRW wütet aktuell ein großer Waldbrand. Zahlreiche Einwohner eines nahegelegenen Ortsteils mussten deshalb ihre Häuser verlassen und evakuiert werden. Die aktuelle Lage im Überblick.
Waldbrand in NRW: Erster Ort muss evakuiert werden
picture alliance

Am frühen Morgen mussten zahlreiche Menschen der Gemeinde Hürtgenwald aus dem Ortsteil Gey (Nordrhein-Westfalen) evakuiert werden. Grund dafür ist ein sich ausbreitender Waldbrand, der sich immer weiter auf bewohnte Gebiete zubewegt und aktuell nur noch etwa 200 Meter von dem Ortsteil entfernt sein soll. Warn-Apps wie Nina zeigen die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an und auch die Behörden warnen entsprechend.

Wie ist die Lage vor Ort?

In der Gemeinde brennt seit Donnerstag eine Fläche von etwa 25 Hektar. Die Gemeinde, die innerhalb kürzester Zeit einen Krisenstab aufgestellt hat, spricht von einer Großschadenslage. Zahlreiche Bereiche wurden umgehend für den Verkehr gesperrt. Zum Ablauf in der Nacht erklärt Ralf Nolten (CDU), Landrat im Kreis Düren: „Wir hatten in der Nacht eine Situation über ein sogenanntes Kronenfeuer, wo das Feuer sehr schnell die Richtung gewechselt hat und auf einen Ort zulief und da mussten wir handeln.“

Die Einsatzkräfte vor Ort werden von mindestens einem Hubschrauber unterstützt. Auch ein Panzer der Bundeswehr ist offenbar vor Ort, um Wege freizuräumen. Zunächst waren die Flammen noch etwa 500 Meter vom nun evakuierten Ortsteil Gey entfernt, bevor sie dem WDR zufolge am Morgen bis auf 200 Meter herangekommen sind.

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Die Bild-Zeitung berichtet inzwischen, dass es stellenweise sogar nur noch wenige Meter sind. „Feuerwehrleute tun alles, um das Übergreifen des Brandes zu verhindern“, heißt es in dem Bericht. Unabhängig von der akuten Bedrohungslage sind nach aktuellem Stand keine Menschen in Gefahr. Allerdings ist der Waldbrand so umfassend, dass bereits jetzt abzusehen ist, dass es noch Tage dauern wird, bis das Feuer gelöscht sein wird.

Die nächsten Stunden sind entscheidend bei der Waldbrand-Bekämpfung

Über die Brandursache ist bisher noch nichts bekannt und es ist noch nicht abzusehen, ob eventuell weitere Ortsteile evakuiert werden müssen. Südlich des Brandes liegt der Ortsteil Großhau, weiter im Osten befinden sich unter anderem Horm, Straß und Schafberg.

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„Wenn wir in Gey gelöscht haben, kommt es auf die nächsten Stunden an, ob wir die Hauptglutnester erkennen und auch ablöschen können“, sagte Nolten der Deutschen Presse-Agentur. Richtung Nachmittag könnten steigende Temperaturen und Thermik eventuelle Feuer wieder anfachen. Deshalb ist dem Landrat zufolge nun vor allem die Zeit bis Mittag entscheidend, weil die Lage bis dahin möglichst unter Kontrolle sein muss.

Google Maps zeigt Waldbrand in Hürtgenwald
via Google Maps

Was eine Evakuierung für Betroffene bedeutet

Die Evakuierung lief laut aktuellem Informationsstand reibungslos und es wurden auch keine Verletzten gemeldet. Insgesamt sind bisher etwa 1.800 Personen und damit der komplette Ortsteil Gey von der Evakuierung aufgrund des Waldbrands betroffen.

Inzwischen ist der komplette Ort geräumt, wie eine Sprecherin des Kreises Düren mitteilte. Unterstützung bekommen die Einwohnerinnen und Einwohner von den Rettungskräften vor Ort. Teilweise stehen Busse bereit, die die Menschen zur Anlaufstelle der Gemeinde in der Grundschule in Straß bringen. Betroffene wurden dazu angehalten, nur die nötigsten privaten Gegenstände mitzunehmen. Wer Hilfe benötigt, soll sich unter der Telefonnummer 02429/3090 melden.

Grundsätzlich wird dringend davon abgeraten, sich dem Gebiet zu nähern. Den evakuierten Bewohnerinnen und Bewohnern wurde beim Verlassen der Häuser empfohlen, Mund und Nase nach Möglichkeit mit einer Maske oder Stoff zu bedecken, um die Atemwege zu schützen. Da sich der Rauch und entsprechender Niederschlag ausbreiten, werden inzwischen auch die Bewohnerinnen und Bewohnern der südwestlichen Stadtteile von Düren aufgefordert, geschlossene Räumlichkeiten aufzusuchen.

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Die generelle Waldbrand-Lage in Deutschland 2026

In vielen Teilen Deutschlands gilt aufgrund der sehr trockenen Monate Juni und Juli teils große Waldbrandgefahr. Dazu kommen die hohen Temperaturen, die die Trockenheit verschlimmern. Entsprechend ist der Brand in Hürtgenwald bei Weitem nicht der einzige. So brannte es etwa vergangene Nacht auch im 12 Kilometer entfernten Merzenich und auch an vielen anderen Orten allein in NRW.

Beispielsweise über den „Waldmonitor“ kann man sich die aktuelle Lage in Deutschland anschauen. Die Daten „zeigen die Nah-Echtzeit Detektionen aktiver Feuer der Satelliten MODIS (Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer) und VIIRS (Visible Infrared Imaging Radiometer Suite)“. Darüber hinaus gibt beispielsweise auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) den sogenannten Waldbrand-Gefahrenindex, kurz WBI, heraus.

Dieser zeigt aktuell für den heutigen Freitag für große Teile Deutschlands mindestens eine hohe Gefahr an. Nur wenige Regionen haben lediglich eine mittlere Gefahreneinschätzung, da es heute noch einmal warm werden soll. In den kommenden Tagen soll die Gefahr aufgrund einer Abkühlung und in einigen Regionen auch aufgrund von Regenfällen sinken.