Waldbrandgefahr steigt: Die größten Fehler und wie man sich im Ernstfall rettet

Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die Sorge um die Wälder. Das Hauptproblem ist aber nicht Hitze: Die meisten Waldbrände werden durch den Menschen verursacht. Deshalb – und um ein saftiges Bußgeld zu vermeiden – sollte man unbedingt auf einige Regeln achten und im Ernstfall schnell handeln.
Waldbrandgefahr steigt: Die größten Fehler und wie man sich im Ernstfall rettet
iStock / Walaiporn Sangkeaw

Der Sommer hat noch nicht einmal angefangen, da werden bereits die ersten Waldbrände in Deutschland und Europa vermeldet. Das liegt vor allem an der enormen Trockenheit der vergangenen Monate und der Ausbreitungsgefahr durch Wind. Zu etwa 96 Prozent und damit in den allermeisten Fällen sind allerdings Menschen der direkte Auslöser für einen Waldbrand.

Neben gezielter Brandstiftung handelt es sich dabei meistens eher um Unachtsamkeiten und Unfälle. Da Wälder allerdings sehr wichtig für das Klima und auch eine wesentliche Lebensgrundlage für Menschen und Tiere sind, sollte man das unbedingt vermeiden. Worauf gilt es zu achten und wie sollte man im Falle eines Waldbrands reagieren?

Die ultimativen Bedingungen für einen Waldbrand

Entscheidend für einen Waldbrand ist Trockenheit, denn nur trockenes Material kann so schnell brennen. Dafür braucht es im Übrigen keine Sonneneinstrahlung; es geht in erster Linie um Wassermangel. Dürreperioden sind deshalb auch besonders gefährlich, vor allem in Kombination mit Wind, der für die Ausbreitung des Feuers sorgt.

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Hitze ist in diesem Sinne keine Brandursache, kann aber ein zusätzlicher Brandbeschleuniger sein. Das liegt daran, dass heiße Luft besser Feuchtigkeit aufnehmen kann, was den Waldboden zusätzlich austrocknet. Das begünstigt das Entstehen eines sogenannten Erdfeuers, bei dem Laub und Torf auf dem Boden Feuer fangen. Das entwickelt sich anschließend zu einem Lauffeuer, bei dem sich das Feuer ausbreitet und Pflanzenmaterial befällt. Beim anschließenden Kronenfeuer springt der Brand auf die Baumwipfel über, bevor es zum Vollfeuer kommt.

Deutschland gehört in Mitteleuropa übrigens zu den Regionen, die die höchste Waldbrandgefahr aufweisen. Besonders betroffen sind davon Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, das südliche Mecklenburg-Vorpommern oder auch die Oberpfalz und der Nürnberger Reichswald.

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Schild im Wald warnt vor Waldbrandgefahr
iStock / Schlegelfotos

Diese Dinge sollte man im Wald unbedingt vermeiden

Wie eingangs bereits erwähnt, ist der Mensch die häufigste Ursache für einen Waldbrand. In der Regel liegt das nicht an Böswilligkeit, sondern an Unwissen und Unachtsamkeit. So kommt es etwa immer wieder zu Bränden, weil jemand im Wald seine Zigarette einfach ins Unterholz wirft. Auch Autos sind eine echte Brandgefahr im Wald, wenn es trocken ist. So kann etwa ein heißer Katalysator auf trockenem, brennbarem Untergrund großen Schaden anrichten.

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Immer wieder kommt es zudem zu illegalen Grill- und Feuerstellen im Wald. In Deutschland ist das abseits von klar ausgewiesenen Bereichen grundsätzlich verboten – aufgrund der Brandgefahr. Wer dabei erwischt wird, wie er dennoch im Wald ein Feuer macht oder grillt, muss mit einem teils saftigen Bußgeld rechnen. Je nach Bundesland und Gefährdungsgrad können das laut Bußgeldkatalog bis zu 100.000 Euro sein.

Unwahrscheinlich ist hingegen eine Glasscherbe oder -flasche als Brandursache, Zwar kann es vorkommen, dass Glas in der Natur das Licht so bricht, dass ein Feuer ausbricht, weshalb man solche Gegenstände nicht in der Natur liegen lassen sollte. In der Praxis kommt das allerdings unter anderem dem Deutschen Wetterdienst zufolge sehr selten vor. Grundsätzlich gelten dennoch folgende Verhaltensregeln im Wald:

  • Nicht rauchen und Zigaretten wegwerfen
  • Keinen Müll zurücklassen
  • Lagerfeuer und Grillstellen vermeiden und vor allem niemals unbewacht lassen
  • Bei großer Trockenheit nicht mit dem Auto, Motorrad oder einem vergleichbaren Fahrzeug die Waldwege nutzen
Rettungskräfte und Hubschrauber versuchen, einen Waldbrand zu löschen
iStock / Toa55

So sollte man sich bei einem Waldbrand am besten verhalten

Bricht trotz aller Vorsicht dennoch ein Waldbrand aus, dann zählt jede Minute. Wer ein solches Feuer beobachtet, sollte es unverzüglich der Feuerwehr melden. Dabei sollte man möglichst präzise Angaben machen:

  • Wo genau brennt es und wie groß ist das Feuer?
  • Wie brennt es?
  • Sind Menschen in Gefahr?

Am besten macht man auch Angaben zu seinem eigenen Aufenthaltsort und ob man sich in unmittelbarer Nähe zum Waldbrand befindet. Das gilt auch bereits bei kleineren Schwelfeuern. Anschließend sollte man unbedingt Ruhe bewahren und verstehen, in welche Richtung sich das Feuer ausbreitet.

Am besten schützt man dann Mund und Nase – optimalerweise mit einem feuchten Tuch – und entfernt sich seitlich zur Windrichtung von dem Brand. Orte ohne Pflanzenbewuchs und anderes brennbares Material bieten einen gewissen Schutz. Sollte eine Straße in der Nähe sein, dann wird empfohlen, sich auf der dem Feuer abgewandten Seite in einem Graben flach auf den Bauch zu legen.

Rettungsdecken mit der silbernen Seite nach außen bieten ebenfalls einen gewissen Schutz. Befindet man sich in einem Fahrzeug und kann nicht mehr zu Fuß flüchten, dann gilt es unbedingt, die Fenster zu schließen sowie Lüftung und Klimaanlage auszuschalten.