Ob zu Pommes oder zum Burger: Ketchup erfreut sich vielerorts großer Beliebtheit. Einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge ist dabei aber längst nicht jedes Produkt empfehlenswert. Insgesamt hat die unabhängige Verbraucherorganisation 23 verschiedene Tomatenketchups analysiert. Die Produkte kamen wie üblich von den verschiedensten Marken und reichten dabei von teurer Bio-Qualität bis hin zu Produkten am unteren Ende der Preisskala.
In die Bewertung der Stiftung Warentest sind dabei Faktoren wie die Konsistenz der Gewürzsaucen, aber natürlich vor allem die verwendeten Zutaten eingeflossen. Dabei geht es um Qualität, das Preis-Leistungs-Verhältnis – und auch darum, ob der Ketchup am Ende schmeckt oder nicht. Während ein Produkt dabei sogar mit 1,0 und somit der Bestnote „sehr gut“ bewertet wurde, wurde hingegen bei einem anderen Erzeugnis Schimmelpilzgift gefunden.

Stiftung Warentest nennt klaren Testverlierer
So haben die Testerinnen und Tester der Organisation in einem Produkt sogenannte Alternaria-Toxine gefunden. Diese stammen vermutlich von Tomaten, die entweder zu spät geerntet oder anschließend zu lange beziehungsweise zu feucht gelagert wurden, sodass sich die klassischen grün-schwarzen Stellen entwickeln konnten. Wie schädlich die Toxine für den Menschen sind, ist laut Stiftung Warentest noch nicht eindeutig geklärt.
Die EU hat allerdings einen unverbindlichen Grenzwert für das Schimmelpilzgift Alternariol festgelegt, der vom Tomatenketchup der Marke Felix überschritten wurde. Entsprechend bewertete die Stiftung Warentest das Produkt mit „mangelhaft“, zumal es auch in Geruch und Geschmack nicht überzeugen konnte.
Viele Ketchup-Hersteller schneiden im Test gut ab
Am anderen Ende der Bewertungsskala findet man hingegen gleich mehrere Produkte. Der Verbraucherorganisation zufolge findet man einige davon auch schon im unteren Preissegment bei den Discountern. So konnte etwa das Lidl-Produkt Kania Classic überzeugen, genauso wie die Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig. Empfehlenswert ist zudem der Bio-Anbieter Byodo.
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Die Bestnote von 1,0 erhielt der „Born Tomaten Ketchup“, der sowohl geschmacklich als auch in der Qualität überzeugen konnte. Mit 44 Cent pro 100 Milliliter liegt das Produkt ein wenig über dem Preisdurchschnitt, ist allerdings immer noch deutlich günstiger als die Artikel von Bio-Anbietern. In die Bewertung ist zudem mit eingeflossen, dass es die Ware in einer Glasflasche zu kaufen gibt, die dementsprechend umweltfreundlicher ist als eine Plastiktube.

Das Zucker-Problem in vielen Ketchup-Produkten
Eine der wichtigsten Zutaten in Ketchup ist – neben Tomatenmark – Zucker beziehungsweise Süßstoff. Diesbezüglich zeigte der Test, dass teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Produkten in Bezug auf ihren Zuckergehalt bestehen. Ketchup und andere Würzsaucen gelten grundsätzlich als heimliche Zuckerbomben. Dieser wirkt als Geschmacksverstärker und verlängert zudem die Haltbarkeit, ist aber nachweislich ungesund. So sorgt Zucker ab einer gewissen Menge nicht nur für Übergewicht und Diabetes, sondern schädigt auch die Darmflora, schwächt das Immunsystem und verstärkt Entzündungen im Körper.
Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Tageshöchstmenge für freien Zucker liegt bei maximal zehn Prozent der Energiezufuhr. Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen entspricht das einer Menge von etwa 50 Gramm am Tag. Ein beispielhafter Blick auf die Nährwerttabelle des bekannten Ketchup-Klassikers von Heinz zeigt, dass 100 Milliliter bereits 26,6 Gramm Zucker enthalten.
Süßstoffe verfälschen den Geschmack
Schon eine geringe Menge des Produkts reicht also aus, um das komplette Tageskontingent für Zucker aufzubrauchen. Insgesamt seien die Zuckerwerte den Testerinnen und Testern zufolge aber nicht so hoch ausgefallen wie befürchtet.
Süßstoff-Alternativen wie Sucralose enthalten zwar weniger Kalorien, verändern den Geschmack allerdings teilweise deutlich. Und auch in Sachen ökologischer Fußabdruck sind Süßstoffe nicht unbedingt empfehlenswert. Insgesamt vergab die Stiftung Warentest in ihrer Ketchup-Bewertung übrigens einmal die Note „sehr gut“, elfmal „gut“, siebenmal „befriedigend“, dreimal „ausreichend“ und einmal „mangelhaft“. Die vollständigen Ergebnisse findet man in der April-Ausgabe.

