Wegen Brand im Hohen Venn: Weitere Bewohner müssen Häuser verlassen

Seit Freitag brennt es im Hohen Venn; das Feuer hat sich inzwischen auf etwa 3.000 Hektar ausgebreitet. Die aktuelle Lage im Überblick.
Wegen Brand im Hohen Venn: Weitere Bewohner müssen Häuser verlassen
picture alliance

Als sich am Freitag noch alle Augen auf den Brand im Hürtgenwald richteten, brach auch im nahegelegenen Hohen Venn ein Feuer aus. Die grenzübergreifende Hochfläche, die sich auf Belgien und Deutschland verteilt, besteht vor allem aus Hochmooren, von denen nun eine große Fläche in Flammen steht. Und nicht nur die Natur ist betroffen: In der Nacht zu Montag wurden die Anwohnerinnen und Anwohner mehrerer Ortschaften evakuiert.

Nötig wurde das aufgrund der vor allem durch den Untergrund bedingten weiteren Ausbreitung der Flammen. Zuvor hatte es noch geheißen, dass eine Evakuierung wahrscheinlich nicht nötig sein werde. Vor Ort arbeiten Einsatzkräfte beider Länder zusammen, wobei am Sonntagabend etwa 500 Kräfte sowie 120 Fahrzeuge im Einsatz waren. Es ist der größte Brand in der jüngeren Geschichte Belgiens.

Dynamische Lage vor Ort

Von der Evakuierung sind Ruitzhof und Geisberg bei Kalterherberg (Monschau, Nordrhein-Westfalen) betroffen. In Belgien wurden teilweise bereits am Samstag in der Gemeinde Weismes die Anwohnerinnen und Anwohner einzelner Straßen im Dorf Sourbrodt evakuiert, genauso wie in Küchelscheid und Leykaul nahe der deutschen Grenze. Aktuellen Informationen zufolge lief alles reibungslos und es gab keine Verletzten.

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Mit Blick auf Monschau sagte eine Stadtsprecherin der „Bild“-Zeitung: „Das ist eine reine Sicherheitsevakuierung.“ Man wolle vermeiden, die Bewohnerinnen und Bewohner unter Umständen mitten in der Nacht wecken zu müssen, deshalb entschied man sich für eine Evakuierung am späten Sonntagabend.

„Die weitere Entwicklung des Brandes wird fortlaufend bewertet“, heißt es zudem auf der Website der Stadt Monschau. Im besten Fall kommen Betroffene bei Verwandten oder Bekannten unter. Allen anderen stehen aber auch Notunterkünfte zur Verfügung.

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Screenshot von Google Maps zeigt Feuer im Hohen Venn
via Google Maps

Warum die Feuer im Hohen Venn so schwer zu löschen sind

Das Feuer im Hohen Venn wütet auf der belgischen Seite, breitet sich allerdings zunehmend auch Richtung Deutschland aus. Das merken je nach Windrichtung vor allem die Einwohnerinnen und Einwohner der Grenzregionen. Zwischenzeitlich wird regional über Behörden und Katastrophen-Apps wie NINA gewarnt, dass man sich vor Asche und gesundheitsschädlichem Rauch schützen soll. Monschau liegt etwa zwei Kilometer von der Grenze entfernt auf deutscher Seite.

Eine dieser Meldungen warnt aktuell vor starker Rauchbildung, die durch die Löscharbeiten und auch durch den Regen verstärkt wird. Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Regionen werden dringend gebeten, ihr Zuhause nach Möglichkeit nicht zu verlassen und zudem Fenster und Türen geschlossen zu halten.

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Warum die Feuer im Hohen Venn so schwer zu löschen sind

Über Nacht hat sich die Lage entgegen einiger Hoffnungen nicht wesentlich entspannt. Daran konnte auch der zwischenzeitliche Regen nichts ändern. „Das, was hier an Regen runterkommt, das ist einfach nicht genug“, erklärte unter anderem Ina Baltes im ZDF. Dazu kommt, dass der torfhaltige Boden im Hohen Venn der ideale Nährboden für die Flammen ist.

Torf besteht im Wesentlichen aus halb verrotteten Pflanzen und wurde früher auch zum Betreiben von Brennöfen genutzt. Die aktuellen Brände sind entsprechend nicht „nur“ oberflächlich, sondern reichen bis in die Erde hinein. Auch wenn der aktuelle Brand im Hohen Venn unter Kontrolle gebracht wird, rechnet die Feuerwehr in den kommenden Wochen noch mit zahlreichen Glutnestern.