Der Brand im Hohen Venn in Belgien wütet nun schon seit Freitag. Das Feuer hat sich stark ausgebreitet und bedroht erste deutsche Orte an der belgischen Grenze. Am Sonntagabend mussten dreißig Personen aus Monschau evakuiert werden. Der Regen am Montag hat dazu geführt, dass sich die Lage vor Ort wieder leicht entspannt, dennoch bleibt der Brand in der Hochmoorlandschaft dynamisch.
Es wurden zahlreiche Warnmeldungen in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und mittlerweile sogar im Saarland herausgegeben. Denn Deutschland spürt die Auswirkungen des Brandes deutlich. Nachdem man im Hürtgenwald aufatmen konnte, kommt es nun seit Samstag zu Brandgeruch, Ascheregen und Rauch, der teilweise dafür sorgte, dass die Sicht stark eingeschränkt wurde.

Feuer im Hohen Venn: Brandgeruch breitet sich in Deutschland aus
Nachdem der Wind gedreht hat, kommt es auch im Laufe des Montags weiterhin zu Benachrichtigungen der Feuerwehr und der Warnapp NINA. In Orten wie Bonn besteht zwar aktuell keine Gesundheitsgefahr, doch „Fenster und Türen“ sollen vorsorglich geschlossen bleiben. In Rheinland-Pfalz rät die Feuerwehr dazu, auch Klimaanlagen und Lüftungen abzuschalten. In der Städteregion Aachen wird zusätzlich vor Ascheregen gewarnt. Durch den teils dichten Rauch und den Brandgeruch sind die Notrufleitungen vielerorts überlastet. Anwohner vermuten einen Brand direkt vor der Tür, dabei handelt es sich um enorme Rauchwolken aus mehreren Kilometern Entfernung.
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Die Behörden bitten deshalb insbesondere darum, Notrufleitungen freizuhalten. „Bitte prüfen Sie kritisch, bevor Sie einen Notruf absetzen, ob sich tatsächlich ein Brandereignis in Ihrer Nähe befindet“, heißt es. Die Lage kann sich aufgrund der Wetterverhältnisse jederzeit dynamisch verändern. Gefahr droht hingegen in Orten wie Monschau, Imgenbroich und Kalterherberg. Sollte es tatsächlich zu einer Gesundheitsgefahr durch erhebliche Rauchgase kommen, wird man umgehend durch Warnapps wie NINA oder Katwarn informiert. Zeitweise wurde in der Vulkaneifel am Wochenende vor Übelkeit, Husten und Augenbrennen gewarnt. Einwohner sollten ihre Häuser nicht verlassen.
Experte erklärt: So leidet die Gesundheit unter Brandrauch und Schadstoffen
In betroffenen Gebieten sollte man sich generell mit Aktivitäten im Freien zurückhalten, auch wenn gerade keine akute Gefahr besteht. „Grundsätzlich ist Waldbrandrauch durchaus ein medizinisches Problem, gerade bei Personen mit Vorerkrankungen der Lunge“, erklärte Robert Bals, der Direktor der Klinik für Pneumologie am Uniklinikum Homburg gegenüber dem Saarländischen Rundfunk. Schädlich seien „insbesondere die sehr kleinen Partikel der Fraktion PM 2,5. Waldbrandrauch enthält daneben verschiedene Reizgase und weitere Verbrennungsprodukte.“
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Bei Personen, die unter Erkrankungen wie Asthma oder COPD leiden, kann Brandrauch zu deutlichen Verschlechterungen der Symptome führen. Gesunde Menschen spüren bei einer stärkeren Belastung Reizungen der Augen und der Atemwege sowie Kopfschmerzen und Atemprobleme. „Feine Rauchpartikel können jedoch über Hunderte oder sogar Tausende Kilometer transportiert werden. Deshalb kann auch weit entfernt vom eigentlichen Brand eine messbare Feinstaubbelastung auftreten“, heißt es weiter. Selbst wenn die Schadstoffe stark verdünnt werden, sollte man die Belastung, insbesondere über mehrere Tage hinweg, nicht unterschätzen. Die Löscharbeiten dauern weiter an. Die Behörden der jeweiligen Landkreise geben eine Entwarnung heraus, wenn keine Beeinträchtigung mehr besteht.

