Umfrage enthüllt, wie alt Menschen wirklich werden wollen

85, 90 oder doch 100 Jahre? Ein deutsches Institut hat Menschen gefragt, wie alt sie eigentlich werden wollen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele zwar alt werden wollen, aber nicht um jeden Preis. Vor allem ein Land sticht dabei heraus.
Umfrage enthüllt, wie alt Menschen wirklich werden wollen
iStock / fizkes

Der Mythos vom ewigen Leben ist ein Motiv, das sich durch die Jahrtausende zieht. Seit langer Zeit versuchen Menschen, den Tod durch Religion, Alchemie oder moderne Medizin zu „besiegen“. So finden sich bereits in der Antike Erzählungen von Unsterblichkeit, wobei sich das Konzept von „ewigem Leben“ im Laufe der Zeit vielfach gewandelt hat.

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Vor allem in der jüngeren Vergangenheit gewinnt auch zunehmend das Thema Altern in diesem Kontext an Bedeutung. Denn ewiges Leben lohnt sich schließlich nur, wenn man es in Jugend und Schönheit verbringen kann. Das suggerieren unter anderem zahlreiche Erzählungen aus der Popkultur. Dort findet man das Motiv beispielsweise in Form von Vampiren im Fantasy-Genre oder auch in Science-Fiction-Werken, in denen es um technologische Lösungen geht.

Unter anderem dank verbesserter medizinischer Versorgung werden Menschen auch tatsächlich immer älter. Eine Umfrage zeigt allerdings, dass der Wunsch nach einem immer höheren Alter und Unsterblichkeit Grenzen hat. Dabei ergeben sich spannende Unterschiede zwischen den Ländern.

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Japan sticht bei Umfrage zur Lebenszeit heraus

Die Umfrage stammt vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), das 5.000 Personen zwischen 18 und 74 Jahren in Deutschland, Frankreich, Japan, Schweden und den USA befragt hat. Aus den Antworten wurden Durchschnittswerte für die jeweiligen Länder errechnet. Das Ergebnis:

  • Deutschland: 85,6 Jahre
  • Frankreich: 87,6 Jahre
  • Japan: 80,8 Jahre
  • Schweden: 89,9 Jahre
  • USA: 87,9 Jahre

Vor allem Japan sticht aus diesen Werten deutlich heraus – nicht nur, weil die Zahl deutlich unter der der anderen Nationen liegt. Es ist auch das einzige der untersuchten Länder, in dem die durchschnittliche Lebenserwartung über dem gewünschten Durchschnittslebensalter liegt. Von den fünf genannten Nationen werden die Menschen in Japan im Schnitt am ältesten; dort liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 84,7 Jahren.

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Wie genau sich dieser Unterschied erklären lässt, ist nicht ganz klar. Es gibt zwar verschiedene Erklärungsansätze, die unter anderem mit verschiedenen Kulturen und einem anderen Verständnis von Altern zu tun haben. Eine klare Antwort ergibt sich daraus allerdings nicht.

Passend zum Thema: Ab wann ist man „alt“? Studie erklärt, wovon Alter wirklich abhängt

Genuss ist vielen wichtiger als gesundes Altern und ein langes Leben

Ein hohes Alter erreicht man dank verschiedener Faktoren. Neben glücklichen Umständen und den entsprechenden Genen ist vor allem der persönliche Lebensstil entscheidend. Wer gesund isst und sich adäquat bewegt, ist länger gesund und wird potenziell älter. Das ist den allermeisten bewusst, die Umfrage zeigt allerdings auch, dass es diesbezüglich für viele Grenzen gibt.

So wünschte sich zwar die Mehrheit ein gesundes und langes Leben, allerdings nicht zu dem Preis, dafür auf bestimmten Genuss im Leben zu verzichten. Vor allem ältere Personen mit einem guten Gehalt gaben an, den Lebensgenuss einem verlängerten und gesunden Leben vorzuziehen.

Altern Symbolbild: Zwei ältere Frauen und zwei ältere Männer lachen gemeinsam Arm in Arm
iStock / skynesher

Menschen würden auf verschiedene Dinge (nicht) verzichten

Verzicht wurde im Fall der Umfrage an verschiedenen Lebensmitteln gemessen und auch dabei zeigten sich nationale Unterschiede. So würden die Menschen in Frankreich, Japan und den USA am wenigsten auf rotes Fleisch verzichten, bei Menschen aus Deutschland und Schweden landete hingegen Salz auf dem letzten beziehungsweise ersten Platz.

Beide Lebensmittel gelten nicht per se als ungesund, allerdings können größere Mengen schädlich sein. So wird rotes Fleisch unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht.

Salz, das in kleinen Mengen sogar lebensnotwendig ist, bindet allerdings bei übermäßigem Konsum zu viel Wasser, was das Blutvolumen erhöht, zu Bluthochdruck führt und Organe wie das Herz, die Nieren und die Blutgefäße belastet. Als weniger problematisch empfinden hingegen die meisten Befragten den Verzicht auf Zigaretten und Alkohol.

Die meisten würden zusätzliche Zeit mit Familie und Freunden verbringen

Bei der Frage, wie sie die zusätzlichen Jahre bei einem höheren Alter nutzen würden, antworteten hingegen die meisten gleich. So genießen in allen Ländern Familie und andere soziale Beziehungen einen hohen Stellenwert, wobei vor allem in Japan auch das Thema Reisen sowie das Sammeln neuer Erfahrungen wichtig sind. Die wenigsten gaben an, bei längerem Leben auch länger arbeiten zu wollen.

Auffällig ist zudem, dass den meisten zwar bewusst ist, dass es für gesundes Altern auf körperliche Bewegung und eine bewusste Ernährung ankommt. Viele tun sich allerdings schwer bei der Umsetzung. Die häufigsten Gründe der Deutschen dafür sind mangelnde Disziplin, Kosten, die Priorisierung von Lebensgenuss und auch Zeitmangel. In anderen Ländern wurden zudem Aspekte wie fehlendes Wissen und auch Datenschutzbedenken genannt, weshalb beispielsweise staatliche Unterstützung für gesundes Altern abgelehnt wird.