Studien zeigen erstaunliche Auswirkung von Gartenarbeit auf den Körper

Wer Beete umgräbt und Unkraut jätet, tut nicht nur den Pflanzen etwas Gutes. Studien zeigen außerdem, dass Gartenarbeit erstaunliche Effekte auf Körper und Gehirn hat.
Studien zeigen erstaunliche Auswirkung von Gartenarbeit auf den Körper
iStock / franckreporter

Der Frühling ist da und mit ihm hat die Garten-Saison begonnen. Viele Personen berichten in diesem Zusammenhang, dass Gartenarbeit sie entspannen würde und sie sich dadurch glücklicher fühlen. Doch wer das Ganze einfach mit dem Effekt von Bewegung an frischer Luft abtut, der wird dem nachweislich positiven Effekt von Gärtnern nicht einmal ansatzweise gerecht.

So gibt es zahlreiche Studien, die beweisen, dass Gartenarbeiten messbar positive Auswirkungen auf den Körper, aber auch auf die Psyche haben. Dabei lassen sich gleich mehrere Effekte beobachten, die natürlich auch mit der Bewegung an der frischen Luft zu tun haben, aber nicht nur. So betonen Expertinnen und Experten unter anderem, dass speziell beim Gärtnern auffallend viele Muskelgruppen angesprochen werden.

Mann bei der Gartenarbeit
iStock / Caiaimage/Chris Ryan

Gartenarbeit fördert die körperliche Fitness effektiver als fast jedes Training

Bei der Gartenarbeit greifen ganz verschiedene Bewegungsabläufe. Man muss sich bücken und strecken, Dinge schieben und ziehen, Gewichte bewegen und noch vieles mehr. Die natürlichen Bewegungsabläufe dabei tun dem Körper gut und beanspruchen die verschiedensten Muskelgruppen. So trainiert das Gärtnern beispielsweise Rücken und Arme, aber auch die Beine und den Bauch, was insgesamt gut für Kraft, Ausdauer und auch für die Koordination ist.

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Damit spart man sich nicht nur potenziell den Gang ins Fitnessstudio, es gibt auch weitere, sehr greifbare Vorteile. Johannes Flechtenmacher vom Ortho-Zentrum in Karlsruhe erklärt etwa dem „SWR“ gegenüber, dass die Arbeit im Garten deshalb nicht nur bei Rückenschmerzen helfen, sondern auch Osteoporose oder Arthrose vorbeugen könne.

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Gartenarbeit: Gepflegter Garten voller Blumen
iStock / Aiselin82

Vorteile für die Herzgesundheit durch Gärtnern nachgewiesen

Darüber hinaus zeigt etwa eine Studie aus Japan, dass Gartenarbeit sehr gut für das Herz-Kreislauf-System ist. Im Rahmen dieser Studie wurden insgesamt 111 Personen untersucht, bei denen der Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung bestand. So bezeichnet man eine Krankheit, bei der das Herz aufgrund verengter Gefäße nicht richtig durchblutet wird. Heilbar ist das nicht, allerdings mit Medikamenten und vor allem mit einem gesunden Lebensstil gut behandelbar. Und dazu gehört der Studie zufolge auch Gartenarbeit.

Von den 111 Personen arbeiteten 82 regelmäßig in einem Garten, 29 hingegen nicht. Bei der Untersuchung konnte zwischen diesen beiden Gruppen ein deutlicher Unterschied festgestellt werden. So hatten die Patientinnen und Patienten, die regelmäßig mit Gartenarbeit beschäftigt waren, eine deutlich bessere Funktion der Herzgefäße. Das minderte unter anderem das Risiko für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt um bis zu 15 Prozent.

Frau bei der Gartenarbeit pflanzt Basilikum
iStock / sanjeri

Gartentherapie als Stärkung für die Psyche im Gespräch

Dass sich eine generelle Fitness positiv auf verschiedene andere Gesundheitsbereiche auswirkt, ist erwiesen. Eine großangelegte Metastudie, die insgesamt 22 Studien zum Thema Gartenarbeit ausgewertet hat, unterstreicht aber auch die explizite Wirkung des Gärtnerns. So zeigte sich, dass Gärtnern eine messbare Wirkung auf den Body Mass Index (BMI) hat und zudem Ängste und Stress reduzieren kann.

In diesem Kontext ist immer öfter auch von der sogenannten Gartentherapie die Rede. So haben etwa Forscherinnen und Forscher der Universität York herausgefunden, dass Gartenarbeit sogar bei mittelschweren Depressionen in ähnlichem Maße helfen kann, wie eine Verhaltenstherapie. Dafür wurde eine Gruppe von 200 Personen mit psychischen Problemen dabei untersucht, während sie an die Arbeit an der frischen Luft und im Garten herangeführt wurden. Dabei zeigte sich, dass die Depressions- und Angstwerte sanken und die generelle Lebenszufriedenheit anstieg. Allerdings muss man erwähnen, dass die Studie ohne eine Vergleichsgruppe durchgeführt wurde.

Dennoch sind die positiven Effekte von Gartenarbeit für das Gehirn nicht von der Hand zu weisen. Das liegt unter anderem daran, dass neben der körperlichen Aktivität die beruhigende Farbe Grün allgegenwärtig ist. Auch das Tageslicht spielt eine entscheidende Rolle. Insgesamt wird dadurch das Stresshormon Kortisol abgebaut und Hirnareale, die für positive Emotionen zuständig sind, gestärkt.