Es gibt gleich mehrere Bauernregeln, die sich auf den sogenannten „Gertrudentag“ beziehen. Dabei handelt es sich um den Tag der Heiligen Gertrud, den 17. März. Eine der Regeln lautet: „Ist Gertrude sonnig, wird's dem Gärtner wonnig.“ Eine andere wiederum geht so: „Sieht Sankt Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß.“ Es gibt noch verschiedene weitere Formulierungen, die allerdings einen ähnlichen Kern haben.
Namensgeberin des Tages ist Gertrud von Nivelles (vermutlich 626-659), eine der populärsten Heiligen des Mittelalters. Obwohl der 17. März ihr Namenstag ist, wird der Tochter Pippins des Älteres und einer bedeutenden Ordensfrau der Merowinger ebenfalls im Frühherbst bei einer Prozession in Nivelles gedacht. Sie soll sich unter anderem durch ein großes Interesse an Literatur und ihre Nächstenliebe ausgezeichnet haben. Zudem ist sie als Patronin der Spitäler und Armen, aber auch der Gärtner, Feld- und Wiesenfrüchte sowie der Reisenden bekannt. Im Rahmen der alten Bauernregeln gilt sie auch als wichtige Frühlingsbotin.

Wie das Wetter am 17. März laut Bauernregel das Jahr beeinflusst
Nicht nur sollen einem alten Glauben zufolge die Eier, die in der sogenannten Gertrudsnacht gelegt werden, besonders gut sein. Passend dazu gibt es auch das Sprichwort „Sankt Gertrud legt Ent und Put“. Denn der 17. März soll der Tag sein, an dem es Zeit wird, den brütenden Hennen Eier unterzulegen und mit der Gartenarbeit zu beginnen.
In diesem Kontext sind auch die eingangs zitierten Bauernregeln zu betrachten. Denn der 17. März soll den Beginn der Gartensaison markieren, an dem man möglichst schönes Wetter haben möchte. Geht man nach dem alten Brauchtum, kann allerdings umgekehrt winterliches Wetter an diesem Tag, das sogar noch Frost beinhaltet, ein Vorbote für das gesamte Jahr sein, dessen Temperaturen dann nicht besonders hoch werden sollen.

Was ist dran an alten Bauernregeln?
Bei Bauernregeln handelt es sich um – oft in Reimform verfasste – uralte Wetterregeln. Diese basieren wiederum auf langjährigen Beobachtungen von Personen, die täglich mit Landwirtschaft zu tun hatten und für die das Wetter dementsprechend eine besonders wichtige Rolle spielte. Das bedeutet, dass die meisten dieser Regeln nicht auf wissenschaftlicher Meteorologie, sondern auf Erfahrungswerten beruhen.
Diese liegen allerdings inzwischen weit in der Vergangenheit; die klimatischen Bedingungen haben sich inzwischen verändert. Dazu kommt, dass jeder, der sich mit Wetter beschäftigt, weiß, wie unzuverlässig Prognosen diesbezüglich sein können. Dennoch haben viele Bauernregeln einen soliden Kern, der zu einer gewissen Zuverlässigkeit der alten Reime führt.
