Zwei Malaria-Tote am Frankfurter Flughafen: Wie ernst ist die Lage?

Am Frankfurter Flughafen gab es beim Personal aufgrund von Malaria zwei Tote, weitere Personen haben sich ebenfalls angesteckt. Die durch Mücken übertragene Krankheit ist vor allem in den Tropen bekannt. Der Vorfall zeigt allerdings, dass sie auch in Deutschland auftreten kann.
Zwei Malaria-Tote am Frankfurter Flughafen: Wie ernst ist die Lage?
Shutterstock / nobeastsofierce

In Deutschland sorgt aktuell eine Krankheit für Schlagzeilen, die eigentlich eher in anderen Teilen der Welt vertreten ist: Malaria. Wie nun bekannt wurde, sind zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens an den Folgen einer Infektion gestorben. Der erste Todesfall ereignete sich bereits im Juli, der zweite nun im August, wie der Flughafenbetreiber Fraport bekannt gab.

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Insgesamt sind dem Frankfurter Gesundheitsamt zufolge allerdings sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafens von der Krankheit betroffen, die sich offenbar über importierte Mücken ausbreiten konnte. Die gute Nachricht: Den anderen vier infizierten Personen geht es mittlerweile besser beziehungsweise wieder gut. Allerdings stellen sich nun viele die Frage, wie genau es zu den Fällen kommen konnte und wie gefährlich die Gesamtsituation ist.

Was ist Malaria überhaupt?

Bei Malaria handelt es sich um eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die als eine der weltweit gefährlichsten Infektionskrankheiten gilt. Die von sogenannten Plasmodien, einzelligen Parasiten, verursachte Krankheit wird durch Mücken der Gattung Anopheles beziehungsweise ihren Stich übertragen, nicht von Mensch zu Mensch. Das ist nur in seltenen Fällen durch eine Übertragung des Blutes möglich, beispielsweise über Blutkonserven oder Spritzen. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Arten:

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  • Malaria tropica
  • Malaria tertiana
  • Malaria quartana
  • Plasmodium knowlesi Malaria

Bei den Fällen in Frankfurt handelte es sich um den laut unter anderem dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Auswärtigen Amt gefährlichsten Malaria-Typ. Das liegt unter anderem daran, dass die Krankheitssymptome recht unspezifisch sind, während gleichzeitig ein besonders hohes Risiko besteht. Die Erreger befallen dabei rote Blutkörperchen, was die Gefäße verstopft und zu lebensgefährlichem Organversagen führt.

Malaria: Nahaufnahme einer Mücke, die auf einem menschlichen Arm sitzt
Shutterstock / Niny2405

Auf diese Symptome sollte man achten

Die Symptome der Krankheit hängen auch von ihrem Typ ab und beginnen meist 10 bis 15 Tage nach dem infizierenden Stich. Gerade im Anfangsstadium erinnern sie mitunter eher an eine herkömmliche Grippe. Erste Anzeichen sind häufig:

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  • plötzliches hohes Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Wechsel zwischen Schüttelfrost und Schweißausbrüchen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • starke Müdigkeit und großes Abgeschlagenheitsgefühl

Im weiteren Verlauf kann es bei dem „tropica“-Typ beispielsweise zu „Krampfanfällen und Bewusstseinstrübungen bis zum Koma“ kommen, wie das Auswärtige Amt erklärt. Darüber hinaus sind auch Nierenversagen, Kreislaufkollaps, Blutarmut und ein Schock möglich.

Eine schnelle und passende Behandlung ist entscheidend, wobei sich auch die Art der Medikamente nach der Malaria-Art ausrichtet. Der beste Schutz gegen die Krankheit ist entsprechend der Übertragung ein effektiver Mückenschutz. Eine zugelassene Impfung existiert derzeit noch nicht.

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Die Malaria-Lage in Deutschland ist überschaubar

In der Bundesrepublik werden dem Deutschen Grünen Kreuz zufolge pro Jahr etwa 500 bis 1.000 Malaria-Infektionen gemeldet. Im überwiegenden Teil dieser Fälle ziehen sich die Betroffenen die Infektion im Ausland, meist auf dem afrikanischen Kontinent, zu und bemerken die Erkrankung dann erst, wenn sie wieder in Deutschland sind.

Das Besondere an den Fällen in Frankfurt ist, dass die Übertragung hier erfolgte, indem Mücken aus einem Malaria-Gebiet eingeschleppt wurden. Diese sogenannte „Flugmalaria“ ist eine sehr seltene Sonderform, wie das RKI betonte. Unklar ist, wie genau die infizierte Mücke ins Land gelangen konnte. Wahrscheinlich befand sie sich in einem Gepäckstück.

Fraport vermeldete in der Folge, dass erfolgreich Mückenfallen aufgestellt wurden. Nun müssen die gefangenen Mücken im Labor untersucht werden. Man geht allerdings davon aus, dass das infizierte Insekt bereits tot ist und damit auch die Gefahr weiterer Infektionen gebannt wurde.