Die meisten dürften sich einig sein, dass Mücken ungeheuer lästig sind. Und auch, wenn sie eine wichtige Funktion im Ökosystem erfüllen – als Bestäuber, Nahrungsquelle und zur Reinigung der Gewässer –, könnten wohl alle Menschen auf das lästige Summen und die Mückenstiche verzichten.
Während einige dann auf Hausmittel oder auch auf gutes altes Insektenspray zurückgreifen, hat sich ein Robotik-Ingenieur namens Steven Cheng eine ganz eigene Lösung für das Insektenproblem einfallen lassen. Er entwickelte ein spezielles Lasersystem, das mit Kameras die Mücken erkennt und unschädlich macht.
Mücken bekämpfen mit KI und Laser
Dabei kam eine handelsübliche DSLR-Kamera zum Einsatz, also eine ganz normale digitale Spiegelreflexkamera. Diese verfügte allerdings über ein leistungsstarkes Zoom-Objektiv. In Kombination mit einem externen Laser wurde daraus am Ende ein effektiver Mückenschutz. Die Konstruktion konnte die kleinen Tiere in Steven Chengs Zuhause vollautomatisch erkennen und auf die Insekten reagieren. Dafür wiederum nutzte der Ingenieur Künstliche Intelligenz (KI).
Die KI wurde dafür aufwändig mit Bildern von Mücken trainiert, die Cheng selbst erstellte – inklusive zahlreicher Stiche. Daraus konnte die Technologie allerdings ein präzises Erkennungsmuster der Insekten erstellen, sowohl bei Stillstand als auch bei Bewegung wie etwa im Flug. Dank optimierter Software und einer leistungsstarken Grafikkarte konnte die Konstruktion die kleinen Tiere irgendwann in Echtzeit vom Hintergrund unterscheiden.
Version 2.0 of AI laser mosquito defense system is here.
It can now detect, identify, track, and eliminate mosquitoes in real time using computer vision + thermal imaging.
Upgraded with harmonic drives, servo motors, and a reinforced aluminum gimbal because apparently… pic.twitter.com/6C1UF1Q2uR— Steven Cheng (@stevencheng) May 28, 2026Anzeige
Zweite Kamera ist für Sicherheit zuständig
Der Laser wurde von Cheng auf einer Drehplattform installiert, die vom System selbst bedient werden kann. Die Kamera erkennt also mittels KI die Mücken, leitet die Information an das System weiter, das den Laser ausrichtet und die Mücke so in Echtzeit vernichtet. Eine zweite Kamera mit Weitwinkel-Objektiv wurde wiederum so programmiert, dass sie Menschen, andere Tiere oder auch brennbares Material erkennt.
Wird ein entsprechendes Objekt erkannt, unterbricht das System die Stromzufuhr des Lasers, um die Brand- und Verletzungsgefahr zu minimieren. Am Ende wurde das Ganze sogar auf einem fahrbaren Untersatz montiert, damit die Konstruktion durchs Haus „patrouillieren“ kann, wie es der Ingenieur selbst beschreibt. Cheng berichtet, dass das Lasersystem in nur einer einzigen Nacht alle Mücken in seinem Haushalt eliminiert habe – und das ganz ohne den Einsatz von Chemie.
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KI-gestützte Mückensysteme könnten schon bald Standard sein
Auch wenn das Lasersystem für die normalen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht alltagstauglich ist, findet das Projekt im Netz viel Anklang. Kommentare unter einem Post von Cheng, in dem er seine Erfindung erläutert, lauten häufig „Ich liebe dieses Projekt“ oder „Würde ich mir sofort kaufen“. Andere sehen das Ganze eher als Scherz. „Warte nur ab, bis die Mücken ihre Stealth-Version auf den Markt bringen“, kommentiert etwa jemand.
Die Version von Steven Cheng ist zwar nur für den Eigengebrauch gedacht. Es gibt aber tatsächlich immer mehr vergleichbare Systeme zur Mückenbekämpfung. Diese sind im Schnitt recht teuer. Allerdings soll etwa im Juli ein neues Gerät von Photonmatrix auf den Markt kommen, das preislich umgerechnet bei etwa 450 Euro liegt.

