Künstliche Intelligenz (KI) war die bestimmende Technologie der vergangenen Jahre. Viele Unternehmen implementieren sie zunehmend in ihre Prozesse, um diese automatisierter und effizienter zu gestalten. Das hat allerdings auch zur Folge, dass einige Jobs, die Stand jetzt von Menschen ausgeübt werden, künftig weniger relevant oder sogar obsolet werden. Andere hingegen könnten sogar noch an Bedeutung gewinnen und deshalb besonders gut geschützt sein.
Tech-Riese Microsoft hat dazu eine eigene Studie aufgesetzt. Diese hat zum einen Positionen identifiziert, die von KI besonders bedroht sind. Aber es werden auch mehrere Dutzend Jobs gelistet, in denen sich die Betroffenen dem Unternehmen zufolge keine Sorgen machen müssen. Dafür wurde analysiert, wie die Technologie heutzutage bereits von vielen genutzt wird; die Ergebnisse wurden mit Anwendungsfeldern im Beruf abgeglichen.
Dabei wurde bestätigt, was viele wahrscheinlich schon vermuten: KI ist vor allem dann nützlich, wenn es um Wissensaufgaben, Informationsbeschaffung und Kommunikation geht. Bei physischen Aufgaben ist das Potenzial jedoch zunächst begrenzt. Die Positionen, die sich dabei herauskristallisierten, sind in den verschiedensten Bereichen angesiedelt. Auf Platz 1: Phlebotomistinnen und Phlebotomisten.

Viele Jobs gelten als sicher, weil KI Empathie nur simulieren kann
Personen mit diesem Job sind dafür zuständig, Flüssigkeits- und Gewebeproben zu entnehmen und Patientinnen und Patienten gegebenenfalls Verfahren zu erklären. Damit nehmen sie eine wichtige Position im Gesundheitssystem ein, die so schnell nicht von KI besetzt wird, da Menschen in einem solchen Kontext immer den persönlichen Kontakt bevorzugen würden.
Auch interessant: Expertin warnt vor Arbeitsmarktschock: KI sorgt für mehr Entlassungen als für neue Jobs
Keine Sorgen machen müssen sich der Studie zufolge aus denselben Gründen zudem Personen in der Pflege. Für medizinische Betreuung brauche es Empathie – etwas, das KI nur auf Basis von Wahrscheinlichkeit abbilden, aber nicht selbst entwickeln kann. Auch bei der Beseitigung von Gefahrenstoffen müsse man Microsoft zufolge vermutlich weiterhin auf menschliches Personal mit entsprechender Erfahrung setzen. Künstliche Intelligenz könne zwar erklären, wie man die Stoffe entsorgt, für eventuelle Fehler könne sie aber nicht verantwortlich gemacht werden.

Personen in handwerklichen Berufen werden durch KI nur schwer zu ersetzen sein
Auch Fachkräfte im Handwerk gelten der Studie zufolge als unersetzlich, genauso wie Einbalsamierinnen und Einbalsamierer. Gleiches gilt für viele Bereiche in der Chirurgie, Prothetikerinnen und Prothetiker oder auch für Mitarbeitende im Bereich der Massagetherapie. Zudem kann KI im bisherigen Niedriglohnsektor vieles nicht abdecken. Dazu gehört etwa die Arbeit von Reinigungskräften, aber auch die von Tellerwäscherinnen und Tellerwäschern. Ob das möglicherweise zur Folge haben könnte, dass diese Berufsfelder aufgewertet werden, muss sich zeigen, ist aber eine beliebte These.
Gerade auf dem Bau dürfte KI künftig ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen. So stehen auf der Microsoft-Liste Berufe wie Dachdeckerin und Dachdecker, aber auch Baggerführerin und Baggerführer. Dazu kommen Tätigkeiten im Bereich der Betonverarbeitung sowie der Straßeninstandhaltung. Weitere, eher ungewöhnliche Berufe auf der Liste sind zudem Brücken- und Schleusenwärterinnen und -wärter, die Bedienung von Gleisbau- und Instandhaltungsgeräten, Motorbootführerinnen und -führer sowie Personen, die die Maschinen in Verpackungs- und Abfüllanlagen bedienen.
Die Meinungen zu den Auswirkungen von KI auf den Jobmarkt gehen allerdings teilweise weit auseinander. So geht beispielsweise Microsoft-Gründer Bill Gates davon aus, dass vor allem Programmiererinnen und Programmierer, Biologinnen und Biologen sowie Energieexpertinnen und -experten von der KI-Revolution verschont werden. KI-Experte Dr. Roman Yampolskiy nennt hingegen ganz andere Berufsfelder, die vor der Technologie sicher sein sollen.
