Modekette insolvent: Alle Filialen in Deutschland schließen

Immer mehr Traditionsunternehmen sind insolvent. Eine weitere Modekette muss nun sämtliche Filialen in Deutschland schließen.

11.01.2024, 21:50 Uhr
Modekette insolvent: Alle Filialen in Deutschland schließen
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Wieder schlechte Nachrichten vom deutschen Einzelhandel. Erneut muss eine Modekette Insolvenz anmelden. Betroffen ist diesmal das bayrische Textilhaus Rübsamen GmbH & Co KG mit ihrem Hauptsitz in Augsburg. Laut der dazu beauftragten Anwaltskanzlei Pluta Rechtsanwalts GmbH wurde ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren bereits im September 2023 beim Amtsgericht Augsburg gestellt. Jetzt sind allerdings alle Rettungsversuche gescheitert. Das bedeutet, dass 15 Filialen geschlossen werden müssen und 100 Arbeitsplätze dadurch akut bedroht sind. Bereits im Laufe des Januars werden die ersten Geschäfte geschlossen, der Rest Ende April oder im Mai 2024.

Auf Wunsch der betroffenen Angestellten kann aber ein Kontakt zu anderen Händlern und Modeketten in der Nähe hergestellt werden, damit wenigstens die meisten von ihnen weiter Beschäftigung finden. Die Bedrohungslage für die Modekette Rübsamen war bereits seit einiger Zeit absehbar. Der Sachverwalter Georg Jakob Stemshorn hat sich zum damaligen Zeitpunkt noch optimistisch gezeigt und erklärt: "Besonders erfreulich ist, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Dazu zählen die Geschäftsführung, die Mitarbeiter, aber auch wichtige Geschäftspartner und die Gläubiger. Es herrscht eine konstruktive Atmosphäre. Das sind gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Neuaufstellung der Gruppe." 

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Deutsche Modekette muss die Türen endgültig schließen

So weit sollte es aber nicht mehr kommen. Die Liquidität verschlechterte sich immer weiter bis dann irgendwann die Entscheidung zur Schließung erfolgen musste. Laut dem Generalbevollmächtigtem des Textilunternehmens, Dr. Paul Abel, hätte ein Investor die Insolvenz der Modekette noch abwenden können, aber der fand sich leider nicht zu den passenden Konditionen. Bis zur Schließung der jeweiligen Filiale kann aber noch ganz normal eingekauft werden. Auch die bereits online bestellte Ware wird ordnungsgemäß ausgeliefert. Zusätzlich ist das Umtauschen von Waren weiter gewährleistet. 

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Laut den Informationen der Rübsamen GmbH wird der Abverkauf der bestehenden Restware darüber entscheiden, wann die einzelnen Filialen geschlossen werden. In der Zwischenzeit läuft das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Augsburg unverändert weiter. Damit reiht sich die Rübsamen GmbH & Co. neben traditionsreichen Unternehmen wie Hallhuber, Adler, Jako-O, Madeleine, Goertz, Gerry Weber und anderen, in die lange, traurige Liste von deutschen Traditionsunternehmen ein, die ihre Verkaufsräume für immer schließen müssen. 

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Zahlreiche Traditionsunternehmen müssen Insolvenz anmelden

Die Situation für den Textilhandel auf dem deutschen Markt wird immer „dramatischer“, so der Handelsverband BTE, der für die Textil-, Schuh- und Lederwaren zuständig ist. Für die nähere Zukunft befürchte man „weitere Insolvenzen und Geschäftsschließungen“. Haupttreiber neben dem Internet-Handel seien die "immer weiter steigenden Kosten für Energie, Personal und Mieten". Falls es so weitergeht, werden die deutschen Innenstädte regelrecht verwaisen. Das kann weder im Interesse der Kunden sein, die irgendwann kein Angebot in den Geschäften mehr vorfinden, noch in dem der Vermieter, die für ihre Ladenlokale keine seriösen Mieter mehr finden werden. Eine Tendenz, die traurig machen muss.