Die Enthüllungen von Team Wallraff haben hohe Wellen geschlagen. Bei der Supermarkt-Kette Kaufland wurden Ekel-Zustände aufgedeckt, die den Konzern nun sogar zu einem drastischen Schritt drängen, denn in Bad Tölz und Homburg wurden zwei Filialen geschlossen.
Doch nicht nur der TV-Sender RTL hat die Verstöße gegen Hygienestandards ans Licht gebracht. Auch der „Stern“ berichtet von problematischen Zuständen. "Die aktuelle Berichterstattung hat uns sehr betroffen gemacht", heißt es auf dem Aushang der vorläufig geschlossenen Filiale. Die Enthüllungen zeigen unter anderem, dass abgelaufene Salate und Käse neu verpackt und mit einem anderen Haltbarkeitsdatum versehen wurden. Außerdem wurden Fäkalbakterien auf Hähnchenfleisch und verschimmelte Produkte entdeckt.

Nach bitteren Enthüllungen: Kaufland entschließt sich zu drastischem Schritt
In Homburg zeigten die Reporter, dass die Filiale unter anderem mit einem Mäusebefall zu kämpfen hat. Auch die Kühltruhen sollen nicht zuverlässig arbeiten. Ein „Schadnagerbefall“ wurde anschließend von einer Sprecherin bestätigt. Deshalb soll die Schließung nun dazu dienen, die bereits geplante Renovierung umzusetzen. "Was dort gestern zu sehen war, wird es so nicht mehr geben. In 5 bis 6 Monaten, im späten Herbst 2025, öffnen wir wieder", heißt es in einem Statement.
Kaufland arbeitet bereits seit Wochen an einem umfassenden Verbesserungsprogramm, über das auch zeitnah die Kunden in Kenntnis gesetzt werden sollen. Die Verbesserungen sollen sämtliche 770 Filialen betreffen. Auch externe Experten sollen miteinbezogen werden: "Gemeinsam mit ihnen werden wir unsere Abläufe, Schulungssysteme und Kontrollmechanismen umfassend prüfen - ich nenne es einen Qualitäts-TÜV für unsere Prozesse." Bei den Recherchen der Reporter wurden in 48 von 50 Filialen erhebliche Mängel festgestellt.