Keine Stühle und viel Flexibilität: Designer erklärt, wie Wohnen im Weltraum funktioniert

Der Weltraum ist längst nicht mehr unerreichbar und soll zusehends kommerzialisiert werden. Dafür braucht es mehr Raumstationen, die auch für normale Menschen benutzbar sind. Dabei bestehen jedoch ganz besondere Anforderungen.
Keine Stühle und viel Flexibilität: Designer erklärt, wie Wohnen im Weltraum funktioniert
Shutterstock / Triff

Regelmäßige Bilder von der Raumstation, Weltraum-Tourismus und Elon Musk, der mit Solarzellen im All das Energie-Problem lösen möchte – der Weltraum wird immer präsenter. Dabei übt er schon seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten eine besondere Anziehungskraft auf viele Menschen aus. Für die Personen, die sich im All aufhalten und auch für alle, die diesbezüglich involviert sind, gibt es aber einige Herausforderungen zu meistern.

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Momentan ist die Internationale Raumstation (ISS) der Dreh- und Angelpunkt, allerdings soll sich das ändern. So sollen auch private Anbieter künftig kommerzielle Raumstationen einrichten und so eine bessere Infrastruktur im All mit aufbauen können. Das stellt bei der Einrichtung allerdings vor einige Problemen, die beim Design beginnen und bei der Funktionalität noch nicht enden. Dazu liefert Mike Mahoney, Senior Director bei dem spezialisierten Designunternehmen Teague, im Gespräch mit „Geekwire“ spannende Einblicke, wie man eigentlich Möbel für die Schwerelosigkeit designt.

ISS im Weltraum
Shutterstock / Dima Zel

Die Begeisterung für den Weltraum reißt nicht ab

So werden aktuell bereits entsprechende Modelle entwickelt, die es auch Personen, bei denen es sich nicht um ausgebildete Astronautinnen und Astronauten handelt, ermöglichen sollen, sich im Weltraum aufzuhalten. Dabei müssen diverse Anforderungen erfüllt und an viele verschiedene Bedürfnisse gedacht werden, erläutert Mahoney. Wer sich die bestehenden Designs anschaut, dem dürfte beispielsweise auffallen, dass es keine Stühle und Tische im klassischen Sinne gibt. Stattdessen ist ein Tisch im All vor allem deshalb als solcher geeignet, wenn er Befestigungsmöglichkeiten für Gegenstände bietet.

Gleiches gilt für Stühle, deren grundlegende Funktion als Sitzgelegenheit im Weltraum durch das Fehlen der Schwerkraft entfällt. Stattdessen gibt auch dabei lediglich einen Platz, an dem man seine Füße einhaken kann, um an einem festen Ort zu verweilen. Mahoney betont in diesem Zusammenhang die geänderten Anforderungen an das Design von Raumstationen. Denn bis sich auch normale Menschen regelmäßig im Weltraum bewegen, dauert es wohl noch eine ganze Weile. Stand jetzt können sich das in erster Linie sehr reiche Personen leisten, diese haben dann allerdings und gehobene Ansprüche und Optik und Komfort.

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Und ein wichtiger Aspekt ist Mahoney zufolge wichtig: Flexibilität. „Wir wissen vielleicht noch nicht, wie die Raumstation in 20 Jahren genutzt werden wird“, erläutert der Experte. Deshalb bemühe man sich um modulare Systeme, die damit einfach austauschbar und somit besonders zukunftssicher wären.