Fahrerlose Taxis: Uber startet noch 2026 großen Test in Deutschland

Einfach ins Taxi steigen und ganz ohne Fahrer ans Ziel kommen – das könnte in Deutschland bald möglich sein. Uber startet einen Testlauf.
Fahrerlose Taxis: Uber startet noch 2026 großen Test in Deutschland
iStock / Michael Vi

Was in anderen Ländern bereits möglich ist, soll es bald auch in Deutschland sein. Die Rede ist von fahrerlosen Taxis, die ihre Fahrgäste dennoch reibungslos von A nach B bringen. Der bekannte Fahrvermittlungsdienst Uber plant einen großangelegten Testlauf in Deutschland, speziell für München. Was kommt auf Kundinnen und Kunden zu?

Bald rollen fahrerlose Taxis durch München

Autonomes Fahren gilt – obwohl es in einigen Ländern bereits möglich ist – als Schlüsseltechnologie für die Mobilität der Zukunft. Erste Anbieter, aber auch einige Expertinnen und Experten sprechen dabei von einer Erhöhung von Sicherheit, Effizienz und Komfort. Ähnlich klingt das auch bei Uber.

Der US-amerikanische Anbieter hat sich inzwischen fest auf dem deutschen Markt etabliert und möchte die Technologie nun auch auf sein Taxi-Geschäft in der Bundesrepublik anwenden. Dafür arbeitet der Konzern mit dem israelischen Softwareentwickler Autobrains und dem bekannten Chip-Hersteller Nvidia zusammen, wie auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh angekündigt wurde.

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Uber-Logo auf einem weißen Auto
iStock / Cristi Croitoru

So sollen die autonomen Taxis bei Uber funktionieren

Dabei spricht Uber davon, den Test in München noch in diesem Jahr zu starten. Statt auf teure Lidar-Sensoren möchte man stattdessen auf ein Kamera-System aus sechs Einheiten setzen und zudem auf Luftbilder zugreifen. Auch Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie verteilt die Fahraufgaben an entsprechende Software-Agenten, um die deutschen Verkehrsregeln korrekt umzusetzen, aber auch um auf Hindernisse wie andere Autos, Fahrräder sowie Fußgängerinnen und Fußgänger zu reagieren.

Die Überprüfung muss dabei in Echtzeit erfolgen, damit die autonomen Taxis reibungslos in den Verkehr integriert werden können. Den Fahrgästen werden dabei eventuelle Manöver wie ein Spurwechsel oder auch eine Umfahrung per Sprachausgabe angekündigt. Ein erstes Testauto wurde bereits vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen; wobei großflächige Genehmigungen noch ausstehen.

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Ähnliche Tests laufen bereits in Deutschland

Für die auf sechs Monate angesetzte Testphase von Uber werden die Taxis allerdings wohl noch nicht komplett ohne Personal fahren. Stattdessen soll eine Person zur Überprüfung mit im Fahrzeug sitzen, um zum einen die Technologie auszuwerten und zum anderen im Ernstfall eingreifen zu können.

München wurde laut Unternehmensangaben deshalb ausgewählt, weil der Verkehr in der bayerischen Landeshauptstadt sehr dicht und stark reglementiert sei. Bei einem Erfolg soll das Projekt bis 2028 auf etwa 20 weitere europäische Städte ausgeweitet werden.

Es ist aber tatsächlich nicht die erste Stadt mit autonomen Taxis in Deutschland. Anfang 2026 hat Hamburg bereits einen vergleichbaren Test angestoßen. Dort steckt allerdings nicht Uber dahinter, sondern der Anbieter FreeNow. Dort sollen die autonomen Taxis langfristig den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, der in deutschen Großstädten teilweise an seine Grenzen kommt.

Uber plant Test mit autonomen Taxis in München: Stadtpanorama von München vor den Alpen
IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Vor- und Nachteile der Technologie bei Uber

Grundsätzlich betonen auch Expertinnen und Experten immer wieder, wie groß das Potenzial von autonomen Fahrzeugen für die urbane Mobilität sein kann. Etwa 90 Prozent aller Verkehrsunfälle werden auf menschliches Versagen wie Ablenkung, Reflex oder Müdigkeit zurückgeführt. Das könnte man mit autonomen Fahrzeugen ändern.

Zudem könnte der Verkehrsfluss optimiert werden, um Staus zu verhindern. Auch die Barrierefreiheit könnte so ausgebaut werden, während vor allem mit Blick auf den Taxi-Sektor die Kosten für Kundinnen und Kunden zumindest langfristig sinken könnten.

Darin besteht aber auch ein deutlicher Nachteil der Technologie, die bereits jetzt Arbeitsplätze bedroht. Auch bei Uber steht durch den Einsatz von autonomen Fahrzeugen vor allem auch eine Einsparung von Personalkosten im Raum. Zudem ist die Technologie stark von der Infrastruktur vor Ort abhängig, die potenziell anfälliger ist als einzelne menschliche Fahrerinnen und Fahrer in einem normalen Fahrzeug.

Zudem gibt es noch einige rechtliche und ethische Hürden auszuräumen und nicht zuletzt auf eine Weiterentwicklung der Technik zu warten, bis autonomes Fahren tatsächlich flächendeckend eingesetzt werden kann.